Kommen die Tornados jetzt auch zu uns?

Oberaudorf - Horst Bernewitz staunte am vergangenen Sonntag nicht schlecht, als plötzlich dieser Tornado vor seiner Kameralinse auftauchte. Doch war es wirklich ein Tornado?

Eigentlich wollte Horst Bernewitz am Sonntag nur einen kleinen Spaziergang mit seinem Hund machen. Doch plötzlich bemerkte er, dass sich am Himmel etwas zusammenbraute. Doch was sich da abspielte, war kein normaler Sturm. Also holte der Kiefersfeldener sofort seine Kamera heraus und fing an zu filmen. Und was sich da vor seiner Linse abspielte, war mehr als nur eine herkömmliche Windhose. "Zuerst bemerkte ich nur eine Wolke, die einem Hund ähnelte. Doch plötzlich kam ein riesiger Rüssel aus den Wolken heraus und schlängelte sich in Richtung Erde", so Bernewitz. Ein paar hundert Meter vor dem Boden zog sich der Tornado wieder zurück und löste sich dann endgültig auf.

Ein einzigartiges Schauspiel, sollte man meinen. Doch der Meteorologe Ronald Porschke von Internet-Wetterdienst wetter.com ist da anderer Meinung: "Solche Tornados kommen in Deutschland rund 20 bis 30 Mal pro Jahr vor. Das ist also gar nicht so ungewöhnlich." Bei der Beobachtung von Bernewitz spricht der Experte aber von einem Funnel, umgangssprachlich auch Rüssel genannt.  So ein Rüssel entsteht, wenn verschiedene Windströmungen in den unterschiedlichen Luftschichten aufeinandertreffen. Dadurch kommt es zu einer Windscherung, die eine Rotation auslösen kann. Wenn diese dann stark genug ist, dann kann es zu einem solchen Rüssel kommen, der sich gen Erde schlängelt.

Doch warum kommt es dann bei uns nicht zu solch verheerenden Tornados, wie beispielsweise in Amerika? Porschke hat eine ganz einfache Antwort darauf: "Weil wir die Alpen haben", so der Wetterexperte. "Die Berge verhindern, dass die unterschiedlichen Windströmungen ungehindert durch das ganze Land ziehen können, so wie es in den USA der Fall ist." Dadurch komme es bei uns nur relativ selten zu einem direkten Zusammenstoß der unterschiedlichen Strömungen.

Die hiesigen Tornados sind aber trotzdem nicht zu unterschätzen. Auch in unserer Region ist Vorsicht geboten, wenn solch ein Sturm aufkommt. Der Wetterexperte rät: "Wenn man so ein Wetter aufziehen sieht, sollte man unbedingt in ein Gebäude oder ein Auto aufsuchen, um sich vor Blitzen oder Windböen zu schützen. Und die alte Weisheit: 'Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen' gilt gar nicht."

red/ps

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Horst Bernewitz

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