Haus versteigert

Todesschüsse auf Polizisten: Reichsbürger muss lebenslang ins Gefängnis

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Der Reichsbürger Wolfgang P. wurde 2017 zu einer lebenslangen Haft verurteilt. Jetzt wurde sein Haus und eine Wohnung versteigert.

Weil er auf Polizisten geschossen, und einen dabei sogar getötet hatte, war der Reichsbürger Wolfgang P. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Jetzt hat das Amtsgericht sein Haus versteigert.

Update vom 6. März 2019: Der Reichsbürger von Georgensgmünd muss für die tödlichen Schüsse auf einen Polizeibeamten lebenslang hinter Gitter. Die Verurteilung des 51-Jährigen ist rechtskräftig, nachdem die Staatsanwaltschaft ihren Revisionsantrag zurückgezogen hatte. Dies bestätigte der Bundesgerichtshof am Mittwoch auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Ankläger wollten erreichen, dass bei dem Mann aus Mittelfranken auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt wird. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung so gut wie ausgeschlossen gewesen.

Zuvor hatte das Gericht den Revisionsantrag der Verteidigung als unbegründet zurückgewiesen. Diese hatte schwere Verfahrensfehler gesehen. Der BGH befand aber, dass das Landgericht Nürnberg-Fürth die Tat rechtsfehlerfrei als Mord aus niedrigen Beweggründen gewertet und die dafür im Strafgesetzbuch angedrohte lebenslange Freiheitsstrafe verhängt habe.

Verurteilter Reichsbürger: Gericht versteigert Haus und Wohnung

Georgensgmünd - Das Haus des wegen Mordes an einem Polizisten verurteilten sogenannten Reichsbürgers aus Georgensgmünd ist zwangsversteigert worden. Mit einem Gebot von 187 000 Euro bekamen am Dienstag vor dem Amtsgericht in Nürnberg Privatleute den Zuschlag für das Gebäude, wie ein Justizsprecher sagte. Der Verkehrswert lag bei 305 000 Euro. Zuvor hatte Nordbayern.de über die Versteigerung berichtet.

Das Haus in der mittelfränkischen Gemeinde war im Oktober 2016 zum Tatort geworden. Wolfgang P. hatte damals bei einem SEK-Einsatz auf Beamte geschossen - ein Polizist wurde tödlich getroffen und weitere verletzt. Auch eine Wohnung von P. in Georgensgmünd wurde zwangsversteigert, um Schulden des 50-Jährigen tilgen zu können. Sie kam für knapp 80 000 Euro unter den Hammer. Der Verkehrswert hier lag bei 105 000 Euro.

Das Landgericht Nürnberg hatte P. im Oktober 2017 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Sowohl die Verteidigung als auch die Staatsanwaltschaft haben Revision gegen das Urteil eingelegt.

dpa/lby

Video: Extremisten erhalten Zulauf in 2017

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