Todesfahrer wieder auf freiem Fuß

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Mit seinem gelben Mazda fuhr Christoph M. nach dem tödlichen Unfall in eine Waschstraße und beseitigte die Blutspuren.

Burghausen/Mehring - Nach dem Unfalldrama, bei dem am Samstagmorgen der Burghauser Robert M. (24) bei Unghausen (Lkr. Altötting) getötet worden war, ist der zunächst festgenommene Unfallfahrer Christoph M. (27) wieder auf freiem Fuß.

Das bestätigte am Montag Polizeipressesprecher Roman Hörfurtner.

Ein Ermittlungsrichter hatte gegen Christoph M. zunächst Haftbefehl erlassen. Wegen Totschlags und unerlaubten Entfernens vom Unfallort.

Christoph M. hatte mit seinem Mazda den vermutlich auf dem Boden liegenden Robert M. überrollt und getötet. Anstatt Hilfe zu holen, flüchtete der Unfallfahrer. Danach beseitigte er in einer Waschanlage die Blutspuren an seinem Auto und fuhr nach Hause. Am Samstagmittag nahmen Polizeibeamte den Bauarbeiter fest.

Anhand von am Unfallort zurückgebliebenen Fahrzeugteilen hatte Spezialisten schnell den Autotyp ermittelt. Und weil es sich um ein relativ selten vorkommendes Mazda-Modell handelte, den Fahrer bald gefunden.

Gegen Auflagen wurde der Haftbefehl gegen den Fahrer inzwischen außer Kraft gesetzt, seinen Führerschein stellte die Polizei jedoch sicher.

Todesfahrer Christoph M. wurde gegen Auflagen wieder auf freien Fuß gesetzt.

Inzwischen arbeiten Sachverständige auf Hochtouren, um den Unfallhergang zu klären und herauszufinden, wie und wodurch Robert M. gestorben ist. Am Montag untersuchte ein Unfallsachverständiger den gelben Mazda. Dabei ging es in erster Linie um den technischen Zustand des Fahrzeugs, es wurde aber auch nach einem Schuh des Toten gesucht, der an der Unfallstelle nicht gefunden werden konnte. Bereits am Samstag hatten Beamte in Burghausen zwei Waschanlagen durchsucht, dabei aber nichts gefunden.

Bei einer Obduktion in München soll herausgefunden werden, ob das Opfer beim Zusammenprall mit dem Fahrzeug, stand, saß oder lag und ob er möglicherweise bereits durch einen vorangegangenen Unfall verletzt worden sein könnte.

Inzwischen kursiert in Burghausen ein Gerücht, das den Tod von Robert M. noch dramatischer erscheinen lässt. Demnach soll eine junge Autofahrerin den bei Unghausen auf der Straße liegenden Robert M. schon vor dem Unfall gefunden und dann versucht haben, ihn an den Straßenrand zu ziehen. Als ihr dies nicht gelang, soll sie die Rettungskräfte alarmiert haben. Christoph M. sei dann aber mit seinem Mazda früher in Unghausen gewesen.

Das wirft neue Fragen auf: Warum hat die Frau andere Autofahrer nicht vor dem am Boden liegenden Mann gewarnt? Ist auch sie einfach weitergefahren, ehe Helfer vor Ort waren? Bei der Polizei in Burghausen weiß man offenbar von diesem Gerücht. "Das können wir weder bestätigen noch dementieren", sagte ein Polizeisprecher in Burghausen im Hinblick "auf noch laufende Ermittlungen."

Robert Piffer

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Quelle: rosenheim24.de

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