Tief "Paula" bringt noch mehr Regen

Landkreis - Nach der Hitze-Welle am Wochenende können auch weiterhin Unwetter mit viel Regen für Unruhe in der Region sorgen - verantwortlich dafür ist das Tief "Paula".

Die schon seit einigen Tagen vom Deutschen Wetterdienst über alle Kanäle angekündigten Unwetter sorgen seit Sonntagnachmittag für einige "Turbulenzen" im Süden und Westen Deutschlands. Insbesondere südwestlich einer Linie vom Emsland bis zum Bayrischen Wald führen wiederholt auftretende und teils sehr kräftige Gewitter und schauerartige Regenfälle zu hohen Niederschlagssummen. Sowohl hinsichtlich des Starkregens in kurzer Zeit als auch des Dauerregens über einen längeren Zeitraum wurde und wird das Unwetterkriterium gebietsweise erfüllt. Eng begrenzt sind es aber auch der Hagel und Sturmböen, die eine Unwetterwarnung rechtfertigen.

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Im Schwarzwald und entlang des Oberrheins ging es ganz besonders heftig "zur Sache". Bis heute Morgen (8 Uhr MESZ) registrierten beispielsweise die Messstationen Kehl-Odelshofen eine 12-stündige Niederschlagssumme von 88,8 l/qm, Malsburg-Marzell 76,7 l/qm und Emmendingen-Mundingen 60,4 l/qm. Während dessen sorgten heftige Gewitter in Teilen Nordrhein-Westfalens am Montag für enorme Regenmengen in kurzer Zeit. So fielen in Westerholt zwischen 18 und 19 Uhr 28 l/qm und in der Stunde zuvor in Gelsenkirchen-Buer 25 l/qm.

Verantwortlich für die Unwetter ist Tief "Paula", das sich mit seinem Kern von Benelux über die mittleren und südlichen Landesteile ostwärts verlagert. Die Luft wird dabei entgegen dem Uhrzeigersinn um "Paula" herumgeführt. Dabei gelangen unterschiedliche Luftmassen nach Deutschland. In den Westen und Süden werden mit einer Strömung aus westlichen Richtungen sehr feuchte Luftmassen herangeführt, in denen sich die kräftigen Gewitter und intensiven Regenfälle entwickeln können. In den Norden und Osten fließt dagegen deutlich trockenere Luft ein, sodass sich dort das weitestgehend sonnige Hochsommerwetter fortsetzen kann.

Interessant ist nun die weitere Entwicklung. Tief "Paula" wird sich bis Dienstag weiter ostwärts verlagern, sodass die Strömung auch im Westen und Süden allmählich auf nördliche bis östliche Richtungen kippt. Somit kann die trockenere Luft vor allem im Westen an Raum gewinnen und die feuchtere nach Süden und Osten abdrängen. Dies geschieht allerdings nur sehr gemächlich und auch nicht in vollem Umfang, wodurch besonders Baden-Württemberg, Bayern und Teile der Mitte bis in den Dienstag hinein weiterhin in den "Genuss" länger anhaltender, teils schauerartig verstärkter und gewittriger Regenfälle kommen. Auch schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen müssen nach wie vor ins Kalkül gezogen werden. Der Schwerpunkt der intensivsten Niederschläge verlagert sich dabei nach derzeitigem Stand in den Süden Baden-Württembergs sowie nach Schwaben, Ober- und Niederbayern. Dabei kommen ab Montagabend vielfach zwischen 20 und 35 Liter Regen auf den Quadratmeter binnen 6 Stunden zusammen. Lokal und begünstigt durch Staueffekte an den Alpen sind sogar unwetterartige Starkregenfälle (über 35 l/qm in 6 Stunden) bzw. unwetterartiger Dauerregen (über 40 l/qm in 12 Stunden) nicht ausgeschlossen. Der Regen lässt im weiteren Verlauf nur zögerlich nach, sodass Gesamtniederschlagsmengen zwischen 50 und 80, eng begrenzt bis zu 120 l/qm bis Dienstagabend erreicht werden.

Die gute Nachricht zum Schluss: Ab Wochenmitte sind zumindest flächig gesehen auch im Süden die intensivsten Entwicklungen überstanden. Doch während der Norden und auch Teile Mitte Deutschlands zunehmend unter den Einfluss eines Hochdruckgebietes über Skandinavien kommen und überwiegend trockenes und nur vereinzelt zu Wärmegewittern neigendes Wetter erwarten darf, bleibt vor allem im Süden weiter etwas feuchtere Luft erhalten. Dadurch ist das Gewitterpotenzial sowohl bezüglich der räumlichen Ausdehnung als auch der Intensität dort insgesamt erhöht. Über ein sommerliches Temperaturniveau können sich indes aber alle in Deutschland freuen.

DWD warnt vor Unwetter mit heftigem/ergiebigem Regen

Betroffen sind der Kreis Berchtesgadener Land, Kreis und Stadt Rosenheim und Kreis Traunstein.

Ab Montagnachmittag, Montagabend sowie in der Nacht zum Dienstag kommt von Süden her zeitweise kräftiger Starkregen mit teils eingelagerten Gewittern. In sechs Stunden können jeweils mehr als 35 Liter pro Quadratmeter fallen. Im gesamten Zeitraum sind stellenweise auch mehr als 60 Liter pro Quadratmeter möglich.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

Quelle: rosenheim24.de

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