Team TrAudi kommt zurück

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Teisendorf - Ende April hat sich das Team TrAudi in Teisendorf zur Allgäu-Orient-Rallye verabschiedet. Jetzt befinden sich die sechs Abenteurer vorzeitig auf dem Heimweg.

“Sicher und gesund” wollten die Rallyeorganisatoren um OK-Chef Wilfried Gehr alle Teilnehmer der Allgäu-Orient-Rallye 2011 zum Zielort in der Wüste Jordaniens bringen. Deshalb wollte man – auch auf Empfehlung des deutschen Außenministeriums - das syrische Kriesengebiet umschiffen und über den Sinai das Ziel erreichen.

In einer unglaublichen logistischen Aktion wurden 300 Rallyefahrzeuge in der Türkei und auf Zypern auf drei Fährschiffe verstaut. Dabei bekamen die Rallyemacher großzügige Unterstützung der Regierungen aus Ankara und Nord-Zypern. Nachdem Israel die Einreise über Haifa schroff abgelehnt hatte, wurde Port Said als Zielhafen gewählt. Als nach mehrstündiger Verspätung die Hafeneinfahrgenehmigung für den Hafen in Sinai vorlag, liefen die Schiffe mit Fahrzeugen und Rallyeteilnehmern von Zypern aus. Nur 20 Seemeilen vor dem Hafen von Port Said wurde die Flotte gestoppt.

Während sich die Rallyeteilnehmer auf die Weiterfahrt im gesicherten Konvoi freuten und nicht über Handy oder Funk erreichbar waren, wurde die deutsche Botschaft in Kairo aktiv. Ein Mitarbeiter hatte die Hafenbehörde in Port Said gedrängt, die Hafeneinfuhrgenehmigung zurückzunehmen. Begründet wurde das mit einer brennenden Kirche und einer brennenden Pipeline auf dem Sinai. Der Hafenchef sagte wörtlich, dass ‘sich er und Ägypten nicht mit der deutschen Botschaft anlegen kann und will’. Er blieb bei der Rücknahme auch als sich noch das jordanische Königshaus für die Weiterfahrt eingesetzte und weiteres Sicherheitspersonal bezahlen wollte.

Der Abschied:

Team TrAudi - der Abschied

Das Team:

TrAudi - Team 45

Wilfried Gehr ist –wie die Rallyeteilnehmer- sauer, dass die Rallye ‘nur wegen der Botschaftsbürokratie und einem Botschaftsmitarbeiter, der den humanitären Zweck der von den United Nations unterstützten Rallye nicht erkannt und uns in die Kiste der Autoschieber gesteckt hat, kurz vor dem Ziel umdrehen musste. Dies, obwohl das Auswärtige Amt über das Büro Westerwelle bestens über die Rallye informiert ist.’

Udo Weiss von der Fähragentur, der die Verhandlungen geführt hatte, meint, dass die Absage der Hafeneinfahrt nur daran liege, dass ‘die deutsche Botschaft schlichtweg keine Lust hatte, sich mit der Rallye mögliche Arbeit aufzuhalsen und die Hafenbehörde keinen Stress mit den selbstherrlichen Botschaftsmitarbeitern wollte’.

Die für ein Projekt behinderter Mädchen in Salamya vorgesehenen Hilfsgüter konnten zwischenzeitlich dem türkischen Schulministerium übergeben werden. Die Nähmaschinen werden von dort an Einrichtungen und Schulen weitergegeben, welche ‘die Sachen auch brauchen können’. Die zurückgelassenen Rallyefahrzeuge sind jetzt im Gewahrsam des türkischen Zolls und werden irgendwann von diesem nach türkischem Recht verwertet. Wilfried Gehr ist hoffnungsvoll, dass der türkische Staat den Erlös aus den Fahrzeugen ausnahmsweise für die Rallye-Hilfsprojekte zurückgibt oder für soziale Zwecke einsetzt.

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"Jetzt sind wir nervös"

Ein Teil der Rallyeteilnehmer aus mehrenen Nationen ist nach Hause gefahren. Die anderen haben Jordaninen mit einer Sondermaschine der Royal Jordanien Airways erreicht.

Ein Sprecher des Teisendorfer Teams "Traudi" sagte Bayernwelle Südost am Wochenende, er wisse noch nicht, wann seine Mannschaft wieder daheim in Bayern ankommen werde. Auf der Homepage des Teams heißt es: "Da die Männer vom Team Traudi seit Tagen auf der Fähre in einem Funkloch unterwegs sind, ist nichts Neues über sie zu erfahren."

Pressemitteilung Allgaeu-Orient-Rallye/red

Quelle: rosenheim24.de

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