Süchtige von Mordversuch freigesprochen

München - Mordversuch durch Unterlassen, so lautete zunächst der Vorwurf. Jetzt wurde die drogenabhängige Frau freigesprochen - und muss trotzdem im Knast bleiben.

Eine drogenabhängige Angeklagte ist am Freitag vor dem Münchner Schwurgericht vom Vorwurf des Mordversuchs durch Unterlassen freigesprochen worden. Für den Erwerb von zehn Gramm Heroin sprach das Gericht jedoch eine Freiheitsstrafe von einem Jahr aus, die durch die knapp neunmonatige Untersuchungshaft fast verbüßt ist.

Hintergrund war der Drogentod eines Bekannten der 39-Jährigen in deren Wohnung am 2. August 2009. Die Mutter von drei Kindern hatte keinen Notarzt gerufen, als sie den 54-Jährigen nach dem gemeinsamen Heroinkonsum in ihrem Schlafzimmer zusammengesackt auffand.

Schon die Staatsanwaltschaft wich in ihrem Plädoyer von dem Vorwurf eines versuchten Tötungsdelikts ab. Der hochgradig süchtige Mann war laut Gutachten binnen weniger Minuten an einer Vergiftung durch das Heroin und einer großen Menge Alkohol gestorben. Die Anklagevertreterin und die Richter schlossen nicht aus, dass die Angeklagte ihn auch tatsächlich für tot hielt. Sie hatte den zusammengebrochenen Mann geschüttelt und mit Wasser übergossen, ohne dass er das geringste Lebenszeichen von sich gab.

dpa

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