Zwei Tote aus Region bei Lawinendrama am Großglockner

Richard L. blieb auf markierter Piste - und entkam Katastrophe!

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Ein Polizeihubschrauber landet am 6. Januar am Heliport in Matrei in Osttirol (Österreich). Nach dem Lawinenabgang in den Tiroler Alpen wurde Michael O. (links) geborgen. Sein Freund Dominik W. (rechts) war bereits direkt nach dem Unglück am Freitag entdeckt worden.
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Kals/Stephanskirchen/Aschau - Die Anteilnahme in der Region nach der Lawinenkatastrophe am Freitag am Großglockner ist riesengroß. In dem Schneebrett starben Michael O. (26) und Dominik W. (25). Sie waren bekannte Rennfahrer und auch als Trainer im Skiverband Inngau aktiv.

UPDATE, 9.35 Uhr - Spezl Richard L. entkommt Katastrophe

Wie die Bild-Zeitung nun berichtet, hätte es beinahe noch ein drittes Opfer aus der Region gegeben: Richard L. (27), der aus der Gemeinde Aschau im Chiemgau stammen soll. Der Freund der beiden Toten war am Freitagmittag über die markierte Piste abgefahren, während sich Michael O. und Dominik W. zu einer zweiten Abfahrt über den 40 Grad steilen Hang im freien Skiraum entschlossen, der ihnen letztlich zum Verhängnis werden sollte.

Als seine Freunde nicht zurückkehrten, war es Richard L., der die Rettungskräfte alarmierte und so den Großeinsatz in Gang setzte. Die beiden Verunglückten galten als gut ausgerüstet und sollen Lawinenrucksäcke und Verschüttetensuchgeräte dabei gehabt haben.

Beim Skiverband Inngau ist man geschockt: "Ich bin ganz durcheinander. Ich habe die zwei als Kinder persönlich betreut. Dem kleinen Dominik hab ich damals noch die Skischuhe angezogen", sagte Vorstand Christian Egger der Zeitung.

Die Erstmeldung:

Der Skiverband hatte dies bereits am Samstag auf Facebook bekannt gegeben. "Der SV Inngau trauert um seine ehemaligen Rennfahrer und Trainer Dominik W., WSV Aschau und Michael O., SC Rosenheim, die bei einem tragischen Lawinenunglück ums Leben gekommen sind. Unser Mitgefühl gilt allen Angehörigen und den Familien. Wir werden beide stets in sehr guter Erinnerung behalten", hieß es in einem Post in dem sozialen Netzwerk.

Darauf gab es sofort zahlreiche Reaktionen. "Macht's guad Buam... Marlene und der Familie W. mein tiefes Mitgefühl, es waren tolle Jungs", schrieb eine Userin. Andere konnten es überhaupt nicht fassen. "Oh mein Gott. Das ist so ungerecht. Macht's ses guad ihr zwei (...)" oder "Wir sind sprachlos! Unser größtes Mitgefühl an Marlene, den Familien und Freunden", posteten andere Nutzer.

Mit "Marlene" ist die Mutter von Michael O. gemeint, für die es schon der zweite schwere Schicksalsschlag in ihrem Leben ist. Wie der SC Rosenheim auf seiner Homepage schreibt, muss Marlene nach dem frühen Tod ihres Mannes Thilo nun auch noch um ihren Sohn trauern. Dasselbe gilt für Schwester Veronika, die genau wie Bruder Michael letzten Winter noch Stadtmeisterin im Ski Alpin geworden war. Forstwirt Dominik W. war indes mehrmals Clubmeister des WSV Aschau.

Michael O. hätte am Dienstag Geburtstag gefeiert

Ebenfalls besonders tragisch: Michael O. hätte am Dienstag Geburtstag gehabt, er wäre 27 Jahre alt geworden. Zudem hätte er bei der Sportgala am Freitag, 27. Januar, in der Gabor Halle als Stadtmeister geehrt werden sollen. Das berichtet das Oberbayerische Volksblatt am Montag. "Das waren Vollblutsportler. Beide waren überhaupt keine Draufgänger, bestens ausgerüstet und ausgebildet und seit vielen Jahren in extremem Gelände unterwegs. Doch ein gewisses Restrisiko bleibt immer. Es ist eine Riesentragödie für die Familien", sagte Markus Pongratz, Vorsitzender des SC Rosenheim, der Zeitung. Die geplanten Rennen des Vereins um den Sparkassen-Cup in der Wildschönau wurden nach der Tragödie kurzfristig abgesagt.

Einige Mitglieder des Vereins waren laut unserem Partnerportal tz.de am Sonntag nach Matrei in Osttirol gereist. Sie wollten sich ein Bild der Situation vor Ort machen. Die betroffenen Familien werden weiter vom Kriseninterventionsdienst (KID) betreut.

Großeinsatz nach Unglück

Die Tragödie hatte sich am Freitag im Bereich des Karl-Matreier-Törls am Großglockner ereignet. Michael O. und Dominik W. waren wohl Richtung Matrei unterwegs, als sie gegen 12.30 Uhr von einem Schneebrett von "riesigem Ausmaß" erfasst und verschüttet wurden. Der Anriss sei 100 Meter breit und rund 400 Meter lang gewesen, sagte ein Retter gegenüber der APA. Daraufhin lief sofort ein Großeinsatz an. Dominik W. wurde wenig später gefunden, musste aber kurz darauf für tot erklärt werden.

Die Suche nach Michael O. verlief zunächst ergebnislos und musste am Freitagabend wegen der hohen Eigengefahr für die Retter unterbrochen werden. Am Samstagmorgen wurde der Stephanskirchner dann gegen 9.30 Uhr tot unter den Schneemassen entdeckt.

mw

Hinweis der Redaktion: Aus Rücksichtnahme auf die Angehörigen der Verunglückten haben wir die Kommentarfunktion unter diesem Artikel gesperrt.

Quelle: rosenheim24.de

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