Kufstein stellt sich gegen die Maut

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Proteste gegen Autobahnmaut in Kufstein
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Kufstein: Bürgermeister Krumschnabel will Klage gegen die geplante Autobahnmaut zwischen Kiefersfelden und Kufstein- Süd einreichen. Rückendeckung kommt dabei auch aus Deutschland. *Neu: Video*

Am 19. September hat Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel offiziell beim Land Tirol erbeten, Klage gegen die geplante Einführung der Autobahnmaut auf dem Teilstück Kiefersfelden – Kufstein-Süd einzureichen. Rückendeckung kommt dabei auch aus Deutschland.

Am 20. September fand in der Schubertstraße in Kufstein eine Protestkundgebung mit Straßensperrrung statt. Grund der Maßnahme: Die österreichische Autobahnbetriebsgesellschaft ASFINAG möchte ab Dezember 2013 eine Maut für das bislang kostenlos befahrbare Autobahnteilstück zwischen dem Grenzübergang in Kiefersfelden bis zur Ausfahrt Kufstein-Süd einführen. Um die Auswirkungen der Maut zu verdeutlichen, rief der Bürgermeister der Stadt Kufstein, Martin Krumschnabel, zur Blockade der Straße auf, die als Ausweichstrecke für die dann vermehrt auftretenden "Vignettenflüchtigen" gehandelt wird. Man wolle darstellen, welche Auswirkungen eine Einführung der Maut auf die Stadt Kufstein habe. Der zusätzliche Verkehr lege die Straßen ähnlich lahm, wie die Veranstaltung heute, so Bürgermeister Krumschnabel. Er rechne mit einem zusätzlichen Aufkommen von durchschnittlich 3000 – 4000 Autos pro Tag. Insbesondere im Winter könne die Strecke dann obendrein zu einem Unfallschwerpunkt in der Stadt wachsen.

Auch der Bürgermeister der Gemeinde Thiersee, Hannes Juffinger, stellte seine Position zur Debatte klar dar. Man möge sich nicht ausmalen, welches Verkehrschaos eine Autobahnmaut auf dem fünf Kilometer langen Teilstück verursachen könnte. Der Gemeinde Thiersee sei ja bereits der extrem erhöhte Verkehrsfluß bei Stauungen auf der A8 bekannt. Viele Urlauber wählten in solch einem Fall den direkten Weg über Bayrischzell und seine Gemeinde auf dem Weg nach Süden, so Juffinger. Eine zusätzliche Belastung könne und wolle er nicht kampflos hinnehmen.

Eindrücke von der Veranstaltung

Kundgebung gegen Autobahnmaut in Kufstein

Doch nicht nur in Österreich wächst die Kritik an der geplanten Straßenmaut auf der Inntalautobahn. Verstärkung in der Debatte kommt aus den Grenzgemeinden Kiefersfelden und Oberaudorf. Die Bürgermeister der Gemeinden waren persönlich beim Termin in Kufstein anwesend und äußerten ihren Unmut über die momentane Diskussion und insbesondere die möglichen, küftigen Auswirkungen auf den Verkehr in ihren Gemeinden. Laut einer Aussage gegenüber den OVB Heimatzeitungen erklärte der Gemeinderat von Kiefersfelden, dass "man nicht nachvollziehen könne, warum die Österreicher den volkswirtschaftlichen Schaden aufgrund der Mautflucht" und die Tatsache, dass sich viele Skifahrer "dafür wieder in Richtung Deutschland orientieren werden, nicht vorhersehen kann". Ein verstärktes Verkehrsaufkommen bedrohe zudem diejenigen "die auf dem Tourismus basierende Existenzen" im Luftkurort Kiefersfelden selbst.

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Einer von der ASFINAG vorgeschlagenen Lösung, der sogenannten Pförtnerampel in Kufstein, widersprach der Tiroler Bürgermeister zudem vehement. Man wolle es sich mit den Nachbargemeinden auf keinen Fall verscherzen, sei man doch insbesondere im Bereich Tourismus zu einem gewissen Teil auch auf die deutschen Nachbarn angewiesen. Bisherige Maßnahmen und Gespräche seitens Martin Krumschnabel mit Vertretern der Republik Österreich und sogar eine Resolution des Landtags blieben bislang ohne Erfolg. Er persönlich halte das österreichische Bundesstraßenmautgesetz ohnehin für verfassungswidrig und fordert eine Gesetzänderung um Ausnahmen bei der Mauterhebung zuzulassen. Jetzt liege es an den Bürgern, die Politiker in Wien aufzurütteln.

Quelle: rosenheim24.de

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