Staatsanwalt ermittelt gegen früheren KZ-Wachmann

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Weiden - Die Staatsanwaltschaft Weiden ermittelt gegen einen mutmaßlichen früheren Wachmann des Vernichtungslagers Auschwitz. Ob es zu einer Anklage kommt, steht noch in Frage.

„Wir haben die Sache übernommen“, sagte ein Sprecher der Behörde am Dienstag und bestätigte damit Medienberichte. Wann und ob Anklage gegen den 87-Jährigen erhoben werde, sei aber noch unklar. Nach Einschätzung des Sprechers werden die Ermittlungen noch einige Monate in Anspruch nehmen.

Die Staatsanwaltschaft sei zuständig, da der letzte Wohnsitz des Mannes in ihrem Zuständigkeitsbereich liege. Inzwischen lebt er im Ausland. „Er ist in diesem Verfahren noch nicht befragt worden“, sagte der Sprecher. Die Behörde prüfe, ob ein Auslieferungsersuchen gestellt werde.

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg hatte der Staatsanwaltschaft umfangreiches Material in der Sache übergeben. Danach war der Mann 1944 in Auschwitz-Birkenau an der Ermordung von mindestens 344 000 Menschen in den Gaskammern beteiligt. Zu Tode kamen den Angaben zufolge vor allem ungarische Juden. Er soll 1942 in die Waffen-SS eingetreten und dort zum Wachmann ausgebildet worden sein. Die Zentrale Stelle wurde 1958 gegründet, um NS-Täter zu ermitteln und mit Hilfe der Staatsanwaltschaften vor Gericht zu bringen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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