Rechtsanspruch gefordert

SPD will kostenlose Ganztagsbetreuung für Bayern Schüler

München - Für Bayerns Schüler ist Ganztagsunterricht kostenlos, Ganztagsbetreuung nicht. Die SPD will das nun ändern: „Alle Angebote in der Kernzeit zwischen acht und sechzehn Uhr sollten kostenlos sein.“

Die Landtags-SPD fordert kostenlose Ganztagsbetreuung für Bayerns Schulkinder. Für Mittagsbetreuung oder Hort nach der Schule muss die Mehrheit bisher zahlen. Der Unterschied zwischen kostenlosem Ganztagsunterricht und den kostenpflichtigen Betreuungsangeboten sei nicht gerechtfertigt, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Simone Strohmayr. „Alle Angebote in der Kernzeit zwischen acht und sechzehn Uhr sollten kostenlos sein.“

„Längst nicht alle Eltern finden einen Ganztagsplatz, die ihn bräuchten“, sagte Strohmayr der Deutschen Presseagentur. Deswegen wäre nach Einschätzung der SPD ein Rechtsanspruch sinnvoll, wie es ihn für Kindergarten- und Krippenplätze bereits gibt. „Wir haben bisher ein totales Chaos bei den Angeboten, durch das viele Eltern nicht mehr durchblicken“, kritisierte die SPD-Abgeordnete.

SPD hat eigenes Konzept zur Ganztagsgarantie ausgearbeitet

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte nach der Landtagswahl 2013 eine Ganztagsgarantie für alle Schüler bis 14 Jahren bis zum Jahr 2018 versprochen.

Die SPD hat ein eigenes Konzept zur Ganztagsgarantie ausgearbeitet. Zum Rechtsanspruch und Kostenfreiheit in der Kernzeit kommen hinzu: ein Ausbau der Ganztagsangebote in den Randzeiten und den Ferien, der Aufbau „multiprofessioneller Teams“, die bessere Zusammenarbeit und Verzahnung von Schule und Betreuung. Sechster Punkt ist ein Sonderinvestitionsprogramm der Staatsregierung.

„Wir brauchen nicht nur einen quantitativen, sondern einen qualitativen Ausbau“ sagte Strohmayr. Vielerorts fehlten Räume für den Ganztag. „Die Kinder sollten ihren Bewegungsdrang ausleben können und nicht den ganzen Tag in einem Zimmer sitzen müssen“, sagte die SPD-Politikerin. Die Kosten ihres Konzepts hat die SPD nach Angaben Strohmayrs nicht berechnet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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