Relativ niedrige Zahlen: „Das wird sich ändern“

So viele COVID-19 Patienten werden derzeit in der Region stationär behandelt

Landkreis – Ausnahmezustände in den lokalen Krankenhäusern – dieses Bild haben noch viele Bürger im Kopf. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen erreichen fast täglich Rekordwerte. Doch wie sieht es aktuell in den Krankenhäusern aus? Wir haben die Zahlen, wie viele COVID-19 Patienten derzeit im OVB24-Gebiet auf der Intensivstation behandelt werden.

Die Corona-Ampeln schalten vielerorts auf rot. Die Zahl der Neuinfektionen steigt. Doch wie viele müssen wegen Corona stationär behandelt werden? Derzeit werden laut dem DIVI-Intensivregister in ganz Bayern 121 COVID-19 Patienten auf Intensivstationen behandelt, 63 davon werden invasiv beatmet (Stand 26. Oktober 9 Uhr). Deutschlandweit sind aktuell 1.315 Menschen mit COVID-19 in intensivmedizinischer Behandlung, 608 davon werden beatmet. Wir haben die Zahlen für die OVB24 Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land, Mühldorf und Altötting herausgesucht:


So viele COVID-19 Patienten werden derzeit in der Region stationär behandelt

Wie die zuständigen Landratsämter am Freitag, 23. Oktober, bekanntgaben, waren insgesamt 39 Personen aufgrund von COVID-19 in stationärer Behandlung: Stadt und Landkreis Rosenheim zählt 14 Patienten - davon einer auf Intensivstation. In den Kliniken im Berchtesgadener Land wurden zehn Patienten behandelt - davon werden zwei Patienten intensivmedizinisch betreut. Neun Patienten (sieben Normalstation, zwei Intensivstation) waren es im Landkreis Traunstein. Sechs Personen sind es im Landkreis Mühldorf, im Landkreis Altötting keiner.


Vor einem Monat musste beispielsweise keine Person im OVB24-Gebiet intensivmedizinisch behandelt werden. Es ist somit ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Die Auslastung in den Krankenhäusern ist besonders im Vergleich zum Frühjahr noch sehr gering. Laut DIVI sind in Bayern aktuell von rund 4.200 Betten knapp 3.000 belegt. Zusätzlich könnten noch weitere 2.000 Betten zusätzlich aufgestellt werden. Die Situation scheint unter Kontrolle.

Pneumologe: „Viele gesunde und asymptomatische Personen werden getestet“

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) bedeute dies aber nicht, dass die Gefährlichkeit des Virus abnehme. Unter denen, die wegen Corona ins Krankenhaus müssen, sei der Prozentsatz der Todesfälle gleich geblieben. Für Pneumologe Dr. Christian Geltner ist die geringe Anzahl der Patienten darauf zurückzuführen, dass viele gesunde, asymptomatische Patienten getestet würden. Demnach hätten die Fallzahlen im Frühjahr deutlich höher sein müssen als jetzt und es fällt schwer einen Vergleich zu ziehen.

Trotzdem mahnen die Verantwortlichen. „Ziel muss sein, Erkrankungen von Senioren und das Eindringen von Infektionen in Pflegeheime mit der Folge schwerster Erkrankungen und weiterer Todesfälle zu verhindern. Wir müssen zwingend eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region vermeiden“, so Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim im Wochenbericht. Denn der Schwerpunkt der Fälle liege derzeit beispielsweise in Rosenheim bei den Personen bis 60 Jahren.

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InnKlinikum rechnet erneut mit erhöhtem Aufkommen

Auch das InnKlinikum Altötting und Mühldorf rechnet wieder mit einem erhöhten Aufkommen an COVID-19-Patienten. Im Moment seien vor allem Nicht-Risikogruppen betroffen. Deshalb gebe es derzeit noch relativ milde oder asymptomatische Verläufe. „Das wird sich ändern, denn zwangsläufig wird die Infektion auch zu den vorerkrankten und älteren Menschen getragen. Bereits jetzt behandeln wir wieder mehr Corona-Patienten, teilweise auch deutlich unter 60 Jahren“, so ein Sprecher des Klinikums gegenüber innsalzach24.de.

Wann es wieder mit einem erhöhten Aufkommen in den Krankenhäusern kommt, lasse sich jedoch schwer abschätzen. „Wir haben uns aber auf diese Situation vorbereitet. Es gibt im Pandemieplan ein abgestimmtes Vorgehen zur erneuten Bereitstellung und Vorhaltung von Bettenkapazitäten“, erklärt der Sprecher. Darin enthalten ist auch ein Personalkonzept. Zudem finden bereits wieder regelmäßig Krisenstabsbesprechungen statt, auch mit anderen Landkreisgremien, um die Lage zu beobachten und zeitnah reagieren zu können.

jz

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel (dpa)

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