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Viel schlafen, wenig trinken!

So bereiten sich die Wiesn-Kapellmeister vor

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Das Urgestein: Adi Beham und seine Unterbrunner Blasmusik spielen im Armbrustschützenzelt. Adi ist 37 Jahre mit dabei

München - Sie stehen oben. Sie stehen im Blickpunkt der Aufmerksamkeit. Sie sind die stillen, wenngleich keineswegs leisen Stars des Oktoberfests: die Musiker der Bierzelt-Kapellen.

Ohne sie wäre die Wiesn nichts weiter als ein riesiges Wirtshaus. Von wenigen Pausen einmal abgesehen, stehen sie 16 Tage lang von elf bis elf buchstäblich unter Strom. Wie man das durchhält und was sie vor dem Konzert-Marathon unternehmen, verraten einige Kapellmeister der tz.

Allen voran eine echte Wiesn-Legende. Adi Beham sorgt gemeinsam mit seiner Unterbrunner Blasmusik für beste Stimmung im Armbrustschützenzelt. Und das seit sage und schreibe 37 Jahren! Davor hatte er schon fünf Jahre beim Otto Schwarzfischer nebenan im Schottenhamel mitgespielt. Auch auf seine 43. Wiesn als Musiker freut er sich – und hat sich auf sie wieder intensiv mit viel Marschieren und viel frischer Luft vorbereitet. „Weil die 16 Tage schon verdammt streng sind.“ Deswegen kennt er währenddessen „nichts anderes als wie mein Bett und das Podium“. Und hält sich beim Alkohol zurück, gönnt sich nur hin und wieder ein Radler.

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Walter Bankhammer spielt „erst“ zum 14. Mal am Oktoberfest, doch auf für den Dirigenten der Niederalmer gibt es nur ein Erfolgsrezept, um die Anstrengungen im Schützenfestzelt zu überstehen: „Viel schlafen, wenig trinken.“ Viel Zeit zum Fitmachen für die Wiesn hatte der Gastronom aus Berchtesgaden nicht. Denn auch dort ist noch Saison. Dafür geht er zur Wiesn-Zeit viel spazieren. „Wir schlafen nahe des Südfriedhofs und gehen jeden Tag zu Fuß. Da sind wir eine Stunde unterwegs.“

Wolfgang Köbele hat verstärkt Sport gemacht, bevor heute der Anstich über die Bühne geht. Er ist seit zwei Jahrzehnten auf der Wiesn aktiv und als Dirigent der Münchner Zwietracht verantwortlich für die Feierlaune im Hippodrom. „Man braucht mehr Kondition, wenn man jeden Tag spielt.“ Auch für ihn ist am Podium Alkohol tabu. „Und nachher heimgehen und ausschlafen.“

Andy Seggert und seine Derbys bespielen in ihrem 16. Wiesn-Jahr zwar mit Hochreiters Haxnbraterei nur eines der kleineren Zelte, doch ist sein Training für das Oktoberfest das härteste. „Ich bin letzte Woche von Passau nach Wien geradelt und vorgestern noch von Waging nach München zurück.“ Dazu noch ausschlafen, das muss reichen. Enorme Strapaze und zugleich Höhepunkt des Jahres – trotz dieser Zweischneidigkeit kann keiner der Kapellmeister von der Wiesn lassen. Andy Seggert formuliert das so: „Ich bin froh, wenn es vorbei ist – und freue mich trotzdem wieder aufs nächste Jahr.“ Das Oktoberfest: eine Leidenschaft, die Leiden schafft.

Michael Brommer

Quelle: Oktoberfest live

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