Diagnose: Feuerbrand

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"Feuerbrand": In Obstgebieten wie am Bodensee hat die bakterielle Pfanzenkrankheit schon schwere Schäden angerichtet.

Waldkraiburg - Seit einem halben Jahrhundert ist Franz Gerlach Gärtner. Noch nie ist ihm diese gefährliche Pflanzenkrankheit untergekommen - bis jetzt. Das Landratsamt reagiert.

Im Obstgarten eines befreundeten Gartenbesitzers in einem Ortsteil Waldkraiburgs verfärbten und verkrümmten sich schon im Sommer an einigen Bäumen Blätter und Blüten. Früchte wurden schwarz. Die Diagnose im Labor: Es handelt sich um "Feuerbrand".

Bei einem Weißdorn, einer Portugieserquitte und einem Apfelbaum aus dem besagten Garten gibt es keinen Zweifel. Eindeutig hat das Institut für Pflanzenschutz der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft den Befall mit dem Bakterium festgestellt. Das geht aus einem Befundbericht vom Juli hervor.

Der Gartenbesitzer musste die Bäume zurückschneiden und die befallenen Teile auf dem eigenen Grundstück verbrennen. So hat es das Landratsamt angeordnet, um einer Gefahr der Verbreitung des Bakteriums entgegenzuwirken. Denn die Pflanzenkrankheit, die für den Menschen völlig ungefährlich ist, aber fürchterliche Schäden anrichten kann, ist meldepflichtig.

Für den Stadtbereich von Waldkraiburg ist die Zahl der untersuchten Fälle noch immer sehr überschaubar: Zehn sind es laut Angaben des Landratsamtes seit 1999. 257 Untersuchungen habe es in diesem Zeitraum im ganzen Landkreis gegeben. Bei etwa 40 Prozent der eingereichten Proben konnte Feuerbrand nachgewiesen werden, teilt die Behörde auf Anfrage mit. Das Auftreten sei über das ganze Gebiet verteilt.

Eindeutig nachgewiesen werden kann die Infektion nur im Labor, und auch dann nur, wenn der Erreger noch aktiv ist. Die Hauptinfektionszeit liegt im Mai und Juni (siehe auch Infoblock).

Sicherheitsvorkehrungen getroffen

Unmittelbar nach Auftreten von Schadbildern in Nachbarlandkreisen habe das Landratsamt Mühldorf reagiert und zusammen mit dem Kreisverband für Gartenbau und Landespflege sogenannte Hygienewarte in den Gemeinden ausgebildet, um auf ein starkes Auftreten reagieren zu können. Zeitgleich wurden Verwaltungen, Polizei und Feuerwehr informiert, die infizierten Pflanzen und Pflanzenteile "möglichst vor Ort" zu verbrennen. Einer Fehlalarmierung sollte auf diese Weise vorgebeugt werden.

Trotz der Vorkehrungen sind nach Informationen von Franz Gerlach befallene Äste in Kompostieranlagen, beziehungsweise Grüngutsammelstellen gelandet. Auf diese Weise könnte die Krankheit über den Kompost verbreitet werden, fürchtet der langjährige ehemalige Stadtgärtner. Dem Landratsamt ist nicht bekannt, ob befallene Triebe in der Kompostieranlage vorgekommen sind. Es könnte sich dabei möglicherweise um Monilia, eine pilzliche Spitzendürre, oder um Bakterienbrand handeln, heißt es in einer Stellungnahme der Behörde. "In einigen Fällen zeigen normale Trockenschäden ähnliche Symptome."

hg/Waldkraiburger Nachrichten

Quelle: innsalzach24.de

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