Bericht des Bayerischen Rundfunk

Sexaffäre: Adam gibt weitere Fälle zu

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Michael Adam

Regen - Michael Adam war der Hoffnungsträger der bayerischen SPD - mit 26 jüngster Bürgermeister Deutschlands und später jüngster Landrat im Freistaat. Die Sexaffäre in Dienstzimmern bringt den schwulen Landrat nun jedoch in Bedrängnis.

Der nach einer Sexaffäre unter Druck geratene Regener Landrat Michael Adam (SPD) hat weitere Fälle zugegeben. In seiner Zeit als Landrat habe er mit drei Männern Sex in Amtsräumen gehabt, sagte Adam am Mittwoch in Regen. Zudem räumte er weitere Fälle mit drei Männern zuvor im Rathaus von Bodenmais ein, wo Adam Bürgermeister war. „Sex im Amtszimmer ist eine klare moralische Verfehlung. Rechtlich ist daran aber nichts zu beanstanden.“

Er entschuldigte sich bei seiner Familie und seinem Partner. Im vergangenen Jahr war Adam eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen. „Mein Partner ist seit 14 Tagen krank. Die ganze Familie leidet unter der Situation.“

Einen Rücktritt oder eine vorzeitige Landratswahl lehnte der 28-Jährige ab. In seiner Amtsführung habe er sich nichts zuschulden kommen lassen. Ihm sei aber klar, dass das Image des „Sex-Landrates“, das ihm nun anhaftet, die Region schwer belastet. „Das werde ich aber aushalten.“ Der Regierungspräsident von Niederbayern, Heinz Grunwald, habe in einem persönlichen Gespräch seine Missbilligung ausgesprochen. Dies sei aber keine Abmahnung, betonte Landratsamtssprecher Heiko Langer.

Adam attestiert sich selbst Taktlosigkeit

Adam sieht in der Sexaffäre eine „Medienkampagne“, er wolle sich aber nicht in eine Opferrolle rücken. „Wer Sex im Amtszimmer hatte und Arzneimittel dabei konsumiert hat, muss sich der Öffentlichkeit stellen.“ Er habe sich zu wenig Gedanken darum gemacht und sei wenig taktvoll gewesen. Für die Zukunft schloss er weitere Verfehlungen aus. „Ich werde auch keine Äußerungen mehr tätigen, die nicht das Landratsamt betreffen“, sagte er.

Dem 20-Jährigen, mit dem er Sex in seiner Amtsstube hatte und der die Affäre ins Rollen gebracht hatte, werfe er nichts vor, betonte Adam. Auch eine von politischen Gegnern lancierte Kampagne schloss er aus. „Der junge Mann ist nicht auf mich angesetzt worden.“ Ihm sei aber klar, dass er sich durch seine Aktivitäten bei Facebook viele Feinde gemacht habe. Adam hatte in dem sozialen Netzwerk immer wieder den bayerischen SPD-Chef Florian Pronold kritisiert und zugegeben, bei der Bundestagswahl seine Zweitstimme der CSU gegeben zu haben.

Seine Homosexualität habe die Affäre zusätzlich angefacht, meinte Adam. „Wärst du hetero, würden viele Menschen sagen: "Aber ein Hundskerl ist er schon!"“, hätten ihm Parteifreunde und auch politische Gegner gesagt.

dpa

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