Über 2000 Besucher beim Römerfest

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Seebruck - Die sechste Auflage des Bedaius-Familienfest in Stöffling war wieder ein Erfolg. Über 2000 Besucher kamen, um Kelten, Römer und Bajuwaren zu bestaunen.

„Wir hatten mehr als 2000 Besucher, über 100 historische Darsteller und auch der Nebel hat sich rechtzeitig verzogen“, freute sich Matthias Ziereis über ein überaus gelungenes Bedaius-Familienfest, das von der Tourist-Info Seebruck und dem Verkehrsverein Truchtlaching bereits zum sechsten Mal am Keltengehöft Stöffling durchgeführt wurde. Das abwechslungsreiche Programm laufe auch deshalb immer so „harmonisch“ ab, weil sich die historischen Gruppen aus nah und fern „sehr gut verstehen und untereinander absprechen“, lobte Ziereis, der selbst wieder als römischer Legionär Quintus Tiberius Octavius in Erscheinung trat.

Und so strömten die bestens gelaunten Besucher ohne Unterlass auf das einladende Festgelände, um sich mit waschechten Kelten, Römern und Bajuwaren bei Sonnenschein auf eine kurzweilige Zeitreise zu begeben. Als besonderes Highlight erwies sich das gemeinsame Exerzieren verschiedener Römergruppen, deren Legionäre gleich mehrmals in voller Montur aufmarschierten und zwischendurch aus ihrem arbeits- und entbehrungsreichen Soldatenleben berichteten. Neben den „Chiemgaurömern“ der Legio II Italica und den „Donaurömern“ von der „2. Raetischen Cohorte“ aus dem niederbayerischen Parkstetten gaben sich die „4. Vindeliker-Cohorte“ und die Isinger Römergruppe „Bedaienses“ die Ehre.

Große Besuchertrauben bildeten sich um den „1-zu-1-Nachbau“ eines römischen Pfeilgeschützes, das die Lehrer Kurt von Kiesling und Marcus Altmann vom Gymnasium LSH Schloss Ising vorstellten. Dieses Meisterwerk der experimentellen Archäologie entstand im Rahmen eines deutschlandweiten Projekts mit universitärer Unterstützung. „Auch wenn die Römer damit 300 Meter weit schossen, betrug die beste Kampfentfernung 100 oder 150 Meter, dabei konnten drei Pfeile pro Minute abgeschossen werden“, betonte von Kiesling. Wenn man davon ausgehe, dass eine Legion 60 solcher Geschütze im Einsatz gehabt habe, seien es 180 Pfeile pro Minute gewesen, was einem kleinen Maschinengewehr entspreche.

Für staunende Gesichter sorgte anschließend auch die Präzision und Durchschlagskraft beim Schusstest. Vorgeführt wurden zudem alte Handwerke wie das Spinnen, Wolle färben und Weben, Kettenhemden flechten, Glasperlen drehen, Salz sieden, Schmieden. Töpfern und Schnitzen. Präsentiert wurde dies unter anderem von den Keltengruppen „Clan Cuallaidh“,  „Touta Nanto En“, „Antumnos“ und „Daru Venia“ und den frühmittelalterlichen Stämmen „Baios“ und „Nors Farandi“. Die weiteste Anfahrt hatte aber die Alemannengruppe „Nagaroon“ aus Baden-Württemberg.

Bedaius-Familienfest in Stöffling

Getoppt werden konnte dies nur noch von Keltin Claudia Bennich, die extra aus Irland an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war. Für die jüngsten Zeitreisenden gab es ein abwechslungsreiches Kinderprogramm mit Schildbemalen, Limeswürfelturm und Basteln. Andere Kinder vergnügten sich beim Münzen prägen, Lederbeutel erstellen, Kinderschmieden und Korn mahlen. Hoch im Kurs standen auch das Ponyreiten mit dem Bertlhof und das Pfeil- und Bogenschießen mit der niederbayerischen Bajuwaren-Gruppe „Baios“ um Gerhard und Agnes Würdinger. "COLL" aus Österreich sorgte für die stimmungsvolle Musik und ums leibliche Wohl der Gäste kümmerten sich die Keltenküche des Verkehrsvereins und die Brauerei Baumburg.

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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