A94-Verein informierte sich

Bau der A94 schreitet gut voran: "Dann wird ein Traum befahrbar"

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Mühldorf/Dorfen - Der Verein "Ja zur A94" organisierte kürzlich eine Besichtigungsfahrt zur Baustelle der Isentalautobahn. Dabei konnten sich alle Interessierten ein Bild vom Baufortschritt machen.

Update, 10.50 Uhr - Pressemeldung des Vereins "Ja zur A94"

Seit über 20 Jahren setzt sich der Verein "Ja zur A94 e.V." für einen durchgängigen Ausbau von Marktl bis München ein – in 406 Tagen soll es soweit sein. "Dann wird ein Traum befahrbar", sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch - zugleich erster Vorsitzender des Vereins - beim Besuch des Besucherzentrums der Baugesellschaft Isentalautobahn in Dorfen.

Gemeinsam mit Vereinsmitgliedern und zahlreichen interessierten Bürgern hat sich Günther Knoblauch vom Fortschritt des Bauprojekts überzeugen können. Dies war bereits die dritte Baustellenbesichtigung, die der Verein in diesem Jahr organisiert hat. "Das Interesse für unser gemeinsames Herzensprojekt ist groß", sagt Günther Knoblauch. Die 50 Besucher konnten bereits einige Kilometer auf der A94 fahren. Für Oktober ist eine erneute Baustellenbesichtigung geplant.

Pressemeldung des Vereins Ja zur A94 e.V.

Vorbericht

In einem ausführlichen Vortrag informierte Oliver Lauw, Geschäftsführer der Isentalautobahn GmbH & Co. KG dabei über den aktuellen Fortschritt des Projekts. Dabei ging er auch auf die Probleme beim Bau der Ornautalbrücke ein. Wegen eines Baufehlers mussten Teile des neuen Bauwerks bei Obertaufkirchen noch vor der Inbetriebnahme wieder abgerissen und neugebaut werden. Der Grund waren Abweichungen von mehr als drei Millimeter im Bereich des Taktschiebeverfahrens.

Der aktuelle Stand beim Autobahnprojekt im Video:

"Die Ornautalbrücke wird in einem sogenannten Taktschiebeverfahren gebaut", erläuterte Lauw, "Dazu wurde eine 'Taktfabrik' erstellt, in der die einzelnen Brückensektionen produziert werden." Wenn eine Sektion fertig ist, werde sie hydraulisch über das Tal geschoben. Dies Stück, für Stück, bis die andere Talseite erreicht ist. "Man hat bei der Ornautalbrücke leider zu spät festgestellt, dass sich die Produktionseinheit, der Taktschiebekeller um ein paar Milimeter gesenkt hatte." Wenn sich der Taktkeller nicht senke würde, würde sich die Brücke einfach ganz horizontal über die Brückenpfeiler hinüberschieben. "Wenn sich der Taktschiebekeller allerdings auch nur um ein paar Milimeter, senkt, dann schiebe er nach oben", so Lauw. Das Eigengewicht der Brücke drücke diese dann hinunter und irgendwann wirkten dann dort so große Kräfte, dass kleine Risse entstehen. "Diese sind zwar nur wenige Millimeter groß, aber jeder Riss ist zu groß!" Es habe lange gedauert zu klären, wie groß der Schaden war.

"Wir haben ja einen langfristigen Vertrag und tragen damit das langfristige Risiko, dass die Autobahn in einem guten Zustand ist. Für alles, was an Erhaltungsmaßnahmen anfällt, tragen wir die Kosten", betonte er. Die Möglichkeit für eine Reparatur habe zwar durchaus bestanden. "In der Brücke sind noch Öffnungen, um später Spannglieder einzubringen. Wir hätten die Brücke reparieren können, indem wir diese Spannglieder, die eigentlich für die Zukunft vorgesehen sind, aktiviert hätten." Der Vertrag habe jedoch vorgeschrieben, das diese erst in der Zukunft für eine stärkere Belastbarkeit der Brücke eingesetzt werden sollten. 

Die Standsicherheit und die Tragfähigkeit seien jedoch zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt gewesen. Man habe jedoch hinsichtlich der Dauerhaftigkeit der Brücke, kein Risiko eingehen wollen. Auch, um die geplante Eröffnung im Oktober 2019 einhalten zu können, sei der Entschluss gefallen, die Brücke neu zu bauen. "Das tut weh und da haben wir uns sicherlich nicht mit Ruhm bekleckert! Die Kosten sind bei uns, aber da müssen wir jetzt durch", betonte Lauw. "Es wird anstrengend und sicherlich mit Wochenend- und Nachtarbeit verbunden sein, aber so ist es nunmal." Parallel sei angefangen worden, die zweite Richtungsfahrbahn zu bauen. Diese sollte bis Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres fertiggestellt sein.

"Insgesamt schreitet die Bauphase des Projektes A94 gut voran", erklärte Lauw abschließend. Auf den 33 Kilometern Neubaustrecke seien die Erdarbeiten soweit abgeschlossen. Insgesamt seien 4 Millionen Kubikmeter Erde bewegt worden. "Auf der Strecke haben wir bereits die Entwässerung eingebaut, sowie auch die Frostschutzschicht." Wir sind jetzt dabei, sowohl die Asphalttragschicht als auch die Betonfahrbahnen einzubauen. Im nächsten Jahr werden wir dann den Dünnschichtbelag im Heißbauverfahren einbauen und dann auch mit der Finalisierung des Projektes voranschreiten." In einigen Bereichen wurden auch schon die Wildschutzzäune eingebaut. Insgesamt würden die Brückenbauwerke gut voranschreiten, fast die Hälfte sei schon fertiggestellt und der Großteil des Rests würde noch 2018 fertiggestellt. "Die Finalisierung der Großbrücken finden dann im nächsten Jahr statt, bevor es zur Verkehrsfreigabe am 31. Oktober 2019 kommt."

Erst Ende August hatte auch die Gemeinde Rechtmehring bereits zu einem Besuch der Baustelle eingeladen. 

Quelle: innsalzach24.de

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