Mahnfeuer gegen Lärm an A94 bei Dorfen entzündet

Anwohner: "Schlimmer als die schlimmsten Befürchtungen"

Die Organisatoren des Mahnfeuers Isolde Freundl (l.) und Maria Numberger (r.) wollen eine Verbesserung der derzeitigen Situation.
+
Die Organisatoren des Mahnfeuers Isolde Freundl (l.) und Maria Numberger (r.) wollen eine Verbesserung der derzeitigen Situation.

Schwindegg/Landkreis Mühldorf - Entlang der A94 wurden am Donnerstag, den 12. Dezember, mehrere Mahnfeuer entzündet. Damit protestieren die Anwohner für mehr Lärmschutz an der Autobahn. Sowohl Politik als auch die Bürger sind sich einig: Es muss etwas passieren.

„Es soll keine Wahlkampfveranstaltung stattfinden, es geht um uns, um alle Lärmbetroffene der A94“, so Isolde Freundl, Organisatorin der Protestaktion, zu Beginn der Veranstaltung. Das Mahnfeuer sei ein sichtbares Zeichen der Betroffenheit. Knapp 100 Teilnehmer waren bei Eck Dorfen zur Hauptveranstaltung gekommen. Mehrere kleinere Mahnfeuer wurden entlang der Autobahn entfacht.


Der Lärm der Autobahn sei jetzt keine Überraschung, doch Freundl sieht einen Verstoß gegen das Grundgesetz: „Es gibt unterschiedliche Grenzwerte im Lärmschutz für Siedlungen und Außenbereiche.“ Das sei keine Gleichberechtigung. Auch die erneuten Messungen lassen wenig Hoffnung zu: "Vermutlich liegen wir exakt unterhalb der Richtlinien und haben somit schlechte Karten."

Impressionen vom Mahnfeuer an der A94

 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © j z
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz
 © jz

Dennoch fordert sie die Politik aus Menschlichkeit zum Handeln auf: „Tempolimit auf der neuen A94, hohe und effektive Lärmschutzwände und Überarbeitung des Autobahnbelages, Flüsterasphalt statt Betonplatten.“ Die Anwohner bräuchten keine schalldichten Fenster, denn sie wollen sich ja auch im Garten aufhalten. „Es wird nicht mehr wie früher sein, aber wir wollen wenigstens eine Verbesserung zur jetzigen Situation“, so Freundl.

„Wir haben das Schlimmste befürchtet, aber es ist noch schlimmer eingetreten“, so ein Anwohner, der seit 53 Jahren in dieser Gegend wohnt und von seinem Wohnzimmer auf die Autobahn schauen kann. Nach der Eröffnung der neuen A94 leiden nun alle Anwohner unter der Belastung. 

Gemeinsame und parteiübergreifende Lösung

Alle anwesenden Politiker waren sich einig. Die derzeitigen Bedingungen seien nicht akzeptabel. „Es gilt unsere Anliegen immer wieder an die zuständigen Stellen zu tragen, um eine gemeinsame Lösung zu finden“, so Dorfens Bürgermeiseter Heinz Grundner (CSU).

„Ich halte es für dringend notwendig, dass wir in dieser Angelegenheit parteiübergreifend zusammenstehen. Gemeinsam müssen wir versuchen einen besseren Lärmschutz zu erreichen“, so Landtagsabgeordnete Ulrike Scharf (CSU). Ihrer Meinung nach müsse der Belag überprüft werden. Wenn Waschbeton die modernste Art der Bauweise ist, wieso würde er nicht überall eingesetzt werden.

Tempolimit die einfachste und billigste Lösung

Johannes Becher, Landtagsabgeordneter der Grünen, sieht derzeit nur noch um eine minimale Schadensbegrenzung: „Was die Autobahn für Mensch und Natur angerichtet hat, ist einfach nur bitter. Wir hätten uns eine parteiübergreifende Zusammenarbeit gegen den Bau der Autobahn gewünscht.“ Eine Maßnahme, die den Anwohner sofort helfen würde: „Die einfachste und billigste Lärmschutzmaßnahme ist ein Tempolimit“, so Becher.

Mühldorfs Landratskandidatin Catrin Henke (Grünen) erweitert die Forderung: „Es darf im Falle einer Geschwindigkeitsbegrenzung dennoch nicht auf einen Lärmschutz verzichtet werden.“ CSU-Landtagskandidat für den Landkreis Mühldorf Max Heimerl hat sich persönlich ein Bild bei den Betroffenen gemacht: „Ich habe mich dabei überzeugt, dass wir dringend und schnellstmöglich Verbesserungen beim Lärmschutz brauchen“, so Heimerl. Beide werden am Freitag, den 13. Dezember, in der Kreistagssitzung das Thema erneut behandeln.

Maria Numberger von der „Bürgerinitiative gegen den Lärm der A94“ und Mitorganisatorin des Mahnfeuers erwartet nach den Versprechungen der Politik nun Taten: „Wir hoffen, dass wir uns nicht nochmal treffen müssen, weil etwas passiert ist und es sich etwas verbessert hat.“

jz

Quelle: innsalzach24.de

Kommentare