Schweizer Schläger: Mit massiver Wucht zugeschlagen

München - Mit ihren Schlägen und Tritten haben die Schläger vom Sendlinger Tor das Gesicht eines Mannes zertrümmert. Mit massiver Wucht, sagte jetzt ein Biomechaniker als Gutachter im Prozess.

Drei wegen Mordversuchs vor dem Münchner Landgericht angeklagte Schweizer Jugendliche sollen mit messbar massiver Wucht auf ihre Opfer eingedroschen haben. Im Prozess um den Gewaltexzess vom 30. Juni 2009 sagte am Montag ein Sachverständiger für Biomechanik aus.

Er bezifferte die Kraft, mit der eines der Opfer am Kopf getroffen wurde, nach Gerichtsangaben mit 4000 Newton oder etwa 400 Kilogramm. Das Gesicht des Versicherungskaufmanns war durch die Schläge und Tritte geradezu zertrümmert worden.

Die drei Schüler einer Berufsaufbauschule im schweizerischen Küsnacht sollen während einer Klassenfahrt nach München fünf Passanten grundlos schwer misshandelt haben. Zwei Opfer wurden dabei lebensgefährlich verletzt, darunter der Versicherungskaufmann (47) aus Nordrhein-Westfalen.

Die Angeklagten schweigen seit Beginn der Verhandlung am 8. März zu den Vorwürfen auf Anraten ihrer Anwälte. Die ungefähre Zuschlagskraft gegen das Opfer errechnete der Gutachter auf Basis der ärztlich festgestellten Verletzungen. Der Experte ging von einem wahrscheinlichen Auftreffwinkel von 45 Grad und einer Geschwindigkeit von 15 Metern pro Sekunde aus. Ein anderer Winkel könne das Ergebnis nur geringfügig ändern, erwiderte der Gutachter auf Frage der Verteidigung.

Die Anwälte wollen von dem Biomechaniker bei Fortsetzung der Verhandlung am 13. September weitere Berechnungen hören. Plädiert wird unter diesen Umständen voraussichtlich erst am 14. Oktober.

dpa

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