Schwerbepackt und bunt ins Schulleben

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In Begleitung der Familie haben sich viele Abc-Schützen heute in einen neuen Lebensabschnitt begeben.
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Landkreis - In Bayern ist es für rund 109.900 ABC-Schützen der wohl spannendste Tag im gesamten Schulalltag. Schwer bepackt mit Schultüten und Ranzen gingen sie zum ersten Mal in die Schule. *Neue Fotos*

Tief durchatmen und dann hinein in die Schule. Wichtiger denn je werde hier der herzliche Empfang der Lehrkräfte und die Bestätigung durch die Eltern, heißt es von vielen Schulämtern. Die kleine Lisa stiefelt gut gelaunt in Richtung Klassenzimmer. „Ich halt das schon gar nicht mehr aus, jetzt soll es endlich losgehen“. Nicht ganz so freudig kommt Elias herein. Schüchtern versteckt er sich hinter Mamas Rücken. Alles ist noch so fremd, die neue Umgebung kennt er einfach noch zu wenig.

Verbreitet in der Region kommen die unterschiedlichsten Charaktere zusammen. Und ganz unterschiedlich sind auch die Klassenstärken. Durchschnittlich 20 Schüler sind in einer Ersten Klasse anzutreffen, es gab jedoch auch schon Jahrgänge, in denen 29 ABC-Schützen angetroffen wurden. In vielen Schulen kommen die Eltern zur Begrüßung mit ins Klassenzimmer, einige haben sich sogar extra Urlaub genommen. „Mir ist dieser Tag mit meiner Leonie echt wichtig, dafür nehm ich mir gerne frei“ heißt es von einem überglücklichen Vater, der voller Stolz sogar die Schultüte seiner Tochter trägt. Eine Mutter berichtet glücklich, dass ihr Chef ihr erlaubt habe, eine Stunde später zu kommen, er schenke ihr diese Zeit, weil er selbst wisse, wie spannend der erste Schultag für die ganze Familie sei.

In Gars am Inn gibt es dieses „Problem“ nicht. Hier wird bereits seit acht Jahren am Samstag vor dem eigentlichen Schulstart ein Schulanfängerfest gefeiert. „Hier kommen alle unsere Erstklässler mit den Familien und es muss sich niemand unter der Woche extra frei nehmen, um die Kids in die Schule zu geleiten“ erklärt Schulleiter Wolfgang Egger aus Gars überzeugt. Das Schulanfängerfest sei sehr gesellig, viele Programmpunkte machen es zu etwas besonderem. In Gars wurde heuer getanzt, Einrad gefahren, gesungen und natürlich viel Geratscht. Die Schüler durften an einem Samstag mit der neuen Lehrerin die Klassenräume besichtigen und auch schon bisschen was lernen. Nach einer Stunde Unterricht dann schon wieder ab zum Kuchenessen. Für die Schulleitung in Gars eine schöne Möglichkeit, sich hier mit einer tollen Aktion den Eltern zu zeigen, dass die Kinder wichtig sind.

Polizei in der Region hat ein Auge auf die Sicherheit

In vielen Städten und Gemeinden in der Region sind Polizisten unterwegs, die darauf achten, ob an Zebrastreifen und Fußgängerüberwegen die Autofahrer korrekt halten und die Sicherheit der Schüler nicht gefährdet wird. Von der Polizei in Wasserburg hieß es vor Ort: „Ob korrekt geparkt wird, ist heute nebensächlicher, denn es ist wichtig, dass die Kinder sicher zur Schule kommen. Hier achten wir gerade jetzt sehr darauf“. Außerdem werde kontrolliert, ob die Kinder auch IM Auto sicher sind. Gurt und eventuell der Kindersitz sind wichtige Begleiter im Fahrzeug.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle sagte zum Schuljahresbeginn: "Ich wünsche allen Schülern, dass sie viel Freude im Schulalltag erleben und mit neuer Energie die vor ihnen liegenden Aufgaben anpacken können. Allen Schulfamilien danke ich schon jetzt dafür, dass sie mit großem Engagement gemeinsam daran arbeiten, den Schülern an ihrer Schule viele positive Lern- und Lebenserfahrungen zu ermöglichen."

Wieviel Erstklässler hat die Region?

Die Anzahl der Schulanfänger liegt im aktuellen Schuljahr um gut zwei Prozent höher als noch im Vorjahr. Dennoch schwankt die Schülerzahl von Schule zu Schule. In manchen Gemeinden wurden mehr Schüler zurückgestellt, als zunächst angedacht. Für die Bildung der Schülerinnen und Schüler hat Bayern zum neuen Schuljahr rund 4.200 Lehrkräfte für alle Schularten eingestellt. „Wir wollen unseren jungen Menschen möglichst viele Chancen eröffnen“, betonte Minister Spaenle. „Durch den Erhalt der Anzahl der Lehrkräfte bei deutlich rückläufigen Schülerzahlen ist es gelungen, die Relation zwischen einer Lehrkraft zu 17,2 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2002/2003 auf nun eine Lehrkraft zu 13,7 Schülerinnen und Schüler zu verbessern“, so der Minister. Er verwies auf den Beschluss von Staatsregierung und Regierungsfraktion, dass jede Lehrerstelle bis 2018 im Schulwesen verbleibt.

Rosenheim

Der Landkreis Rosenheim kommt auf 124 Erste Klassen. Auf den Landkreis verteilt sind es 100, in der Stadt Rosenheim sind 24 Klassen für ABC-Schützen an den Start gegangen.

Durchschnittlich seien gut 22 Kinder je Klasse vorhanden, heißt es aus dem Schulamt. Immer wichtiger im Landkreis Rosenheim sind auch die Jahrgangsübergreifenden oder auch „Kombiklassen“. Gerade in Schulen in kleineren Gemeinden ist dies eine Möglichkeit, den Schülern wohnortnah auch weiterhin den Schulalltag zu gewährleisten.

Schulstart in Kolbermoor:

Die Mangfallschule unter der neuen Leitung von Direktorin Christa Wagner und Konrektor Oliver Gräml versammelte dieses Mal für den "Schritt ins neue Leben" die Neulinge in den Mareissaal. Dort packte Frau Wagner eine ganz besondere Schultüte mit guten Gaben für die Zukunft: Schutzengel, Radiergummi, um Fehler auszubessern, eine Lupe um alles genau zu betrachten und erkennen zu können. Ganz viele Dinge ändern sich mit dem Start zur Schule und nicht nur das Aufstehen am Morgen. Ein ganz geregelter und disziplinarischer Wandel. Dies braucht ein junger Mensch, um lernen zu können, um zu erfahren und zu begreifen. Die 62 neuen Erstklässler der Schule an der Rainerstraße und die 67 Kleinen der Adolf-Rasp-Schule gliedern sich mit Bravur ein.

Schulanfang in Kolbermoor

Altötting

Im Landkreis Altötting ist es sehr ausgeglichen, was die ABC-Schützen betrifft. 462 Buben und 467 Mädchen starten ins Schulleben. Mit insgesamt 929 Schulanfängern im Landkreis Altötting blieb der Schülerdurchschnitt stabil.

Traunstein

In Stadt und Landkreis Traunstein gingen die Schüler mitsamt der Eltern ebenfalls bestens gelaunt in die Klassenräume und starteten gut in den neuen Lebensabschnitt. 1435 Schüler starten im Landkreis Traunstein ins erste Schuljahr. Sowohl in der Stadt als auch im Landkreis selbst bleiben die Klassen gut gefüllt, geringfügige Rückstellungen wurden vorgenommen.

Schulstart in Traunstein:

Schulanfang in Traunstein (1)

Schulanfang in Traunstein (2)

Mühldorf

Ein glücklicher Tag auch im Landkreis Mühldorf. Hier wurden insgesamt 1027 Erstklässler aufgelistet, die sich in den Städten und Gemeinden des Mühldorfer Landkreises verteilen. 516 Buben und 511 Mädchen kamen mit den Schultüten und gemischten Gefühlen in die Schule.

Schulstart in Neumarkt St. Veit:

45 Abc-Schützen, aber viel mehr Eltern und Großeltern erlebten in der Mehrzweckhalle im Schulzentrum die Schulanfangsfeier für die neuen Erstklässler. Mit riesigen Schultüten und fast noch größeren Schulranzen saßen die "Zwergerl" auf den Bänken vor den Erwachsenen.

Rektor Dieter Gruber begrüßte und gab die wichtigsten Anweisungen. Die beiden Geistliche, Pfarrerin Anke Sänger und Dekan Franz Eisenmann beteten für ein gelingendes Schulleben und segneten die ABC-Schützen. Der Kasperl des Klick-Klack-Theaters brachte Junge und Alte in fröhliches Lachen, ehe für die Kinder dann mit dem Weg in die Klassenzimmer der Ernst begann. Nach Erklärungen der Vorsitzenden des Elternbeirats und des Fördervereins lud die Schule die erwachsenen zu einer ausgedehnten Kaffeepause ein, und manche Eltern nutzten die Zeit für Gespräche, bis sie gegen halb zwölf mit ihren Sprösslingen heimgingen.

Schulanfang in Neumarkt St. Veit

Berchtesgadener Land

Im Berchtesgadener Land starten 740 Schulanfänger die Schulzeit. Insgesamt besuchen an 27 öffentlichen Grund- und Mittelschulen und 1 privaten Montessori-Schule des Landkreises Berchtesgadener Land im kommenden Schuljahr 4627 Schüler den Unterricht in 226 Klassen.

Das sind 104 Schüler und 4 Klassen weniger als im vergangenen Jahr. Im Durchschnitt sitzen damit 20,47 Schüler in einer Klasse. Die Betreuungsangebote der Schulen über die Unterrichtszeit hinaus werden kontinuierlich ausgebaut. Die Anzahl der Gruppen der Mittagsbetreuung, auch der verlängerten Mittagsbetreuung mit ihrer Hausaufgabenbetreuung, ist für das Schuljahr 2014/15 weiter gestiegen.

Mit dem Inkrafttreten des Bildungsfinanzierungsgesetzes werden in Bayerischen Kindertageseinrichtungen die Angebote zur Sprachförderung weiter ausgebaut. Kinder mit zusätzlichem Sprachförderbedarf, auch ohne Migrationshintergrund, sollen in einer Kleingruppe gefördert werden mit dem Ziel, sprachlich und in der Entwicklung von Literacy-Kompetenzen unterstützt zu werden. Dazu wurden 7 Vorkurse mit insgesamt 21 Grundschullehrerstunden eingerichtet. Und zur Qualitätsverbesserung in der Zusammenarbeit zwischen der Grundschule und der Kindertageseinrichtung wurden zusätzlich 28 Stunden in 14 Kooperationsmaßnahmen bewilligt.

Saaldorf-Surheim

„Bald geht es los, dann kannst Du starten, musstest schon so lange warten! Schulkind kannst ab heut Du sagen und täglich Deinen Ranzen tragen!“, mit diesem Gedicht begrüßte Bürgermeister Bernhard Kern die 40 Abc­Schützen in Surheim und Saaldorf.

Zusammen mit den Schulanfängern hatten sich zahlreiche Eltern und Verwandte in den beiden Schulhäusern eingefunden, um ihre Kleinen beim Start in die große Schul­welt zu begleiten. Mit großen Augen und noch größeren Schultüten saßen die Erstklässler auf ihren Bänken und harrten andachtsvoll der Dinge, die da kommen würden.

„Ihr werdet sehen, Schule ist schön und macht viel Freude“, ermunterte Rektor Franz Eder die Neulinge. Diese wurden in Surheim nicht nur von den Viertklässlern mit dem lustigen Spiel vom „Löwen, der nicht schreiben konnte“, begrüßt, sondern zuvor schon von den Kindergarten­Kindern, die mit großen Glücksklee­Stickern vor der Schule Spalier standen. Großen Beifall gab es im Saaldorfer Schultheater für das aufwendige Theaterstück „Der Buchstabenzauberer“, das die Drittklässler mit ihrer vormaligen Lehrerin Marlies Garschhammer einstudiert hatten.

„Als frischen Bürgermeister geht es mir auch so, dass ich noch viel Neues lernen muss“, zog Bernhard Kern einen Vergleich mit den Abc­-Schützen. Als Geschenk der Gemeinde bekam jeder der 40 Schulanfänger einen jungen Elsbeerbaum. „Hegt und pflegt ihn, damit er mit euch wächst und gedeihtund auch gerne an euren ersten Schultag erinnert“, gab das Gemeindeoberhaupt den Kindern mit auf den Weg. Ein Weg, der sie zuallererst in ihr neues Klassenzimmer führte.

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In der Klasse 1 a (Surheim) starten 20 Kinder ihre Schullaufbahn, darunter 12 Buben und acht Mädchen. Unterrichtet werden sie nun von Ines Schlager.

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Die Klasse 1b (Saaldorf) übernimmt Marlies Garschhammer. Bei ihr werden 9 Buben und elf Mädchen in die Klasse gehen.

Erster Schultag in Saaldorf-Surheim 2014

Schulanfang in Ainring:

Schulanfang in Ainring

Die Polizei bittet um Vorsicht

200 Schulwegunfälle in Oberbayern im vergangenen Schuljahr zeigen, wie wichtig es ist, besonders vorsichtig zu sein. Eltern, Schüler, Kraftfahrer und Polizei gleichermaßen sind gefordert, sich für die Schulwegsicherheit einzusetzen. Es reiche nicht aus, den Schulanfängern gut sichtbare Kleidung anzuziehen, Reflexionsaugen auf dem Schulranzen zu heften und ihnen mündlich mögliche Gefahren zu schildern, heißt es von der Polizei.

Als sehr wichtig wird es seitens der Polizei erachtet, dass die Erziehungsberechtigten mit ihren „Erstklässlern“ den Schulweg abgehen und ihre Kinder praxisnah auf mögliche Gefahren an Fußgängerüberwegen, Kreuzungen, Ampeln und Bushaltestellen hinweisen. „So kann das richtige Verhalten geübt werden“, sind sich die Experten einig. Alle Autofahrer sollten in den ersten Wochen besonders vorsichtig unterwegs sein.

Quelle: rosenheim24.de

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