Schlecker: Welche Chancen haben Angestellte?

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Eine der von der Schließung betroffenen Filialen der Region: Schlecker in Rohrdorf/Thansau,

Landkreis - Die Liste der von der Schließung bedrohten Filialen hat in der Region für Trubel gesorgt. Wo sollen die Angestellten jetzt hin?

Schlecker-Sprecher Dr. Alexander Güttler bei Radio Charivari:

"Es laufen noch Gespräche mit Arbeitnehmervertretern."

O-Ton

Viele Schlecker-Mitarbeiter in der Region bangen um ihren Arbeitsplatz. Aber vielleicht gibt es einen kleinen Funken Hoffnung.

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Victoria Sklomeit von der Arbeitnehmer-Gewerkschaft ver.di sagte auf Anfrage von rosenheim24, eine Schließung bedeute nicht automatisch eine Kündigung. In einer sogenannten Sozialwahl werde nach Auskunft von Sklomeit abhängig von Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Kinder und Unterhaltspflichten entschieden, wer bleiben dürfe und wer nicht. Unter Umständen bestehe die Möglichkeit, den Angestellten Versetzungsangebote zukommen zu lassen. "Auch die Gründung einer Transfergesellschaft zur Unterbringung der gekündigten Mitarbeiter ist denkbar, um diese dann in andere Jobs im Einzelhandel weiterzuvermitteln", so Sklomeit abschließend.

Diese Schlecker-Märkte in der Region schließen

Katarina Kristen von der Agentur für Arbeit rät allen Schlecker-Mitarbeitern dringend, sich nach Erhalt eines Kündigungsschreibens innerhalb von drei Tagen telefonisch arbeitslos zu melden.

Arbeitsagentur-Hotline: 0180 / 555 111

Katharina Kristen von der Agentur für Arbeit Rosenheim bestätigte uns am Telefon, dass sie hinsichtlich der Vermittlung der meisten Schlecker-Mitarbeiter aufgrund der positiven Arbeitsmarktlage zuversichtlich ist. "Gerade im Handel ist es immer eine Frage der Arbeitszeiten, aber wenn man flexibel ist und nicht nur an eine bestimmte Tageszeit gebunden, ist auch eine schnelle Vermittlung als Teilzeitkraft gut möglich", so die Agentur-Sprecherin. Wichtig sei auch die Ausbildung der Schlecker-Mitarbeiter: "Die Frage ist, ob sie lediglich geschulte Kräfte sind, angelernt bei Schlecker, oder eine Ausbildung im Einzelhandel haben." Gegebenfalls erhalten die ehemaligen Schlecker-Mitarbeiter dann eine Qualifizierungsmaßnahme.

Ein spezielles Vermittlungsteam für Schlecker werde nicht eingerichtet, so Kristen. Angesichts der Größenverhältnisse sei dies nicht notwendig.

Aktuelle Stellenangebote  aus Ihrer Region finden Sie auch auf unseren Portalen rosenheimjobs.de, chiemgaujobs.de, innsalzachjobs.de und bglandjobs.de.

Auf Anfrage bei mehreren betroffenen Filialen in unserer Region, erhielten wir von den Schlecker-Mitarbeitern keine Auskunft. Sie hätten die Weisung erhalten, keine Kommentare zu den Schließungen abgeben zu dürfen. Unter der Hand war jedoch zu erfahren, dass sie ihre Informationen ebenfalls über die Medien entnehmen. Von Seiten der Unternehmensleitung fühlen sie sich schlecht informiert.  

Hintergrund

Für gut 2.000 Schlecker-Märkte kommt das Aus: Die insolvente Drogeriekette hat am Mittwoch auf einer firmeneigenen Internetseite eine Liste mit den Filialen veröffentlicht, die geschlossen werden sollen.

Diese Filialen stehen auf der Streichliste:

Landkreis Rosenheim

Aschau im Chiemgau: Kampenwandstraße

Amerang: Bahnhofsstraße

Bad Aibling: Marienplatz

Bad Endorf (2): Bahnhofstraße und Gewerbegebiet

Feldkirchen-Westerham: Ludwig-Erhard-Straße

Großkarolinenfeld: Karolinenplatz

Kiefersfelden: Kufsteiner Straße

Kolbermoor: Rosenheimer Straße

Rohrdorf am Inn: Rosenheimerstraße

Wasserburg: Ledererzeile

Landkreis Traunstein

Bergen (Chiemgau): Bahnhofsstraße

Grabenstätt: Marktstraße

Reit im Winkl: Dorfstraße

Tacherting: Wayonerstraße

Landkreis Mühldorf

Kraiburg: Bahnhofstraße

Mühldorf: Stadtplatz

Landkreis Altötting

Neuötting: Ludwigstraße

Töging: Wolfgang-Leeb-Straße

Landkreis Berchtesgadener Land

Bad Reichenhall: Reichenbachstraße

Hier finden Sie die ganze Liste:

Es handle sich um eine vorläufige Liste, bei der sich noch Änderungen ergeben könnten, teilte das Unternehmen mit. Die Schließung der Märkte auf der Liste gilt aber als sicher. Sie beginnen nach Informationen der Nachrichtenagentur dapd ab sofort mit einem Räumungsverkauf mit 30 Prozent Rabatt auf alle Produkte, die keiner Preisbindung unterliegen.

dpa/red/mg/jre/mb/s-ah

Quelle: rosenheim24.de

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