Kollision auf der Donau: Ausflugsschiff rammt Frachter

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Ein Taucher springt am Samstag in Winzer (Lkr. Deggendorf) vom Passagierschiff "Avalon Tranquility" , in die Donau, um den Schaden zu inspizieren.

Straubing - Eine Flusskreuzfahrt auf der Donau hat ein abruptes Ende gefunden. Das mit rund 200 Menschen besetzte Passagierschiff “Avalon Tranquility“ kollidierte am Freitag mit einem unmotorisierten Transportschiff.

Die unter Malteser Flagge fahrende “Avalon Tranquility“ hatte am Freitagabend mit 198 Menschen an Bord den Ort Winzer passiert, als sich gegen 21.30 Uhr durch den Wellengang ein am Ufer befestigter Schubleichter aus der Verankerung löste, gegen das Passagierschiff stieß und es gegen einen Stein auf dem Grund des Flusses drückte. Dabei riss der Stein ein Loch in die Bordwand, durch die eine große Menge Wasser in den Motorraum strömte. Das 15 Millionen Euro teure Schiff drohte zu sinken. Dem Kapitän gelang es jedoch, das Kreuzfahrtschiff bei Winzer im Landkreis Deggendorf anzulegen.

Menschen wurden nicht verletzt. Die 157 Fahrgäste aus den USA, Australien und Neuseeland, die auf einer Flusskreuzfahrt von der ungarischen Hauptstadt Budapest nach Amsterdam in den Niederlanden unterwegs waren, wurden von einem anderen Passagierschiff aufgenommen und ins rund 20 Kilometer entfernte Deggendorf gebracht. Dort wurden die Urlauber von der Reederei des havarierten Schiffes verpflegt. Eine 71-jährige Australierin kam mit einem Schock ins Krankenhaus.

Bilder nach der Kollision

Donau-Ausflugsschiff rammt Frachter

Nach Angaben der Polizei entstand ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro. Nach dem Unfall wurde der Schiffsverkehr in beide Richtungen gesperrt. Die havarierte “Avalon Tranquility“ sollte am (morgigen) Sonntag in eine Werft nahe Deggendorf geschleppt werden. Die Ankunft des Schleppschiffs wird für den Abend erwartet.

Mittlerweile konnte das 40 mal 60 Zentimeter große Leck des Passagierschiffes geschlossen werden. “Die Taucher haben ganze Arbeit geleistet“, sagte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Andreas Scheuer (CSU), am Samstag der Nachrichtenagentur dpa. Die starke Strömung hatte die Reparaturarbeiten erschwert.

Die Donau sollte am Nachmittag rund vier Stunden lang flussaufwärts für die Schifffahrt freigegeben werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag werde die Donau dann erneut gesperrt. Hochleistungspumpen waren eingesetzt worden, um das Passierschiff über Wasser zu halten, da weiterhin Wasser eindrang.  Die “Avalon Tranquility“ hätte am Samstag von Passau nach Regensburg fahren sollen.

Schubverband fuhr auf Grund

An der Unfallstelle war es bereits am Freitagmittag zu einer Schiffshavarie gekommen. Ein mit 1.600 Tonnen Gasöl beladener Schubverband lief durch einen Fahrfehler am rechten Ufer auf Grund. Am Nachmittag versuchte der 40-jährige Kapitän auf eigene Faust, den Schubleichter freizuschleppen. Dabei übersah er einen zweiten Schubverband und rammte ihn. Das erste Schiff wurde nur leicht beschädigt, in das zweite brach Wasser ein, es konnte aber weiterfahren. Verletzt wurde niemand.

dpa/dapd

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