"Prügel-Spieler" wurden sofort gesperrt

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Rosenheim - Zwei Menschen wurden beim Skandalspiel des FC Iliria gegen den ESV Rosenheim am Mittwoch teils schwer verletzt. Der Schiedsrichter bangt um sein Augenlicht!

Tumulte auf dem Fußballplatz: Nach dem Rosenheimer Lokalderby zwischen dem FC Iliria und dem ESV fügte ein Iliria-Spieler dem Schiedsrichter mit Faustschlägen schwere Gesichtsverletzungen zu. Der Referee aus Feldkirchen-Westerham wurde gestern Nachmittag in einer Münchener Augenklinik operiert. Auch der Trainer des ESV Rosenheim wurde erheblich verletzt.

Je tiefer die Spielklasse, umso heißer geht es bei Derbys her - im Fußball ein ungeschriebenes Gesetz. So war es auch bei dem Duell in der A-Klasse - zehnte Liga - auf den Plätzen in der Innflutmulde.

Der FC Iliria, ein junger Verein, in dem vorwiegend Fußballer aus Albanien spielen, führte bei dem Punktspiel am Mittwoch gegen den Tabellenzweiten ESV bis in die Nachspielzeit mit 2:1.Als der Schiedsrichter in der 94. Minute - nach Angaben der Hausherren soll es sogar die 97. gewesen sein - auf Foul entschied und einen Freistoß für den ESV pfiff, nahm das Unheil seinen Verlauf.

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Bis dahin soll die Partie, so berichten Zeugen unter den 80 Zuschauern übereinstimmend, trotz zweier Platzverweise für Iliria (jeweils Gelb-Rot) und vieler Gelber Karten durchaus im Rahmen verlaufen sein. Als aber Gäste-Torjäger Gökhan Kus den Freistoß über die Iliria-Mauer zum 2:2 ins Netz hob und der Unparteiische das Spiel unmittelbar danach abpfiff, regten sich einige Iliria-Spieler mächtig auf. Sie umringten, bedrängten und schubsten den Schiedsrichter am Strafraumeck - und nicht nur das. Nach den Erkenntnissen der Polizei stürmte vom Spielfeldrand ein ausgewechselter Spieler mit erhobenen Fäusten auf den Unparteiischen zu, sprang ihn an und schlug ihm mehrfach ins Gesicht - bis der Schiedsrichter zu Boden ging. Laut Polizei war er sogar bewusstlos, Zeugen aus dem ESV-Lager berichten, er sei lediglich benommen gewesen.

Trainer kriegt Fußtritt ab

Ins Getümmel stürzte sich neben Iliria-Fans auch der ESV-Trainer, der laut Polizei nur schlichten wollte. Doch dem türkischstämmigen Coach der Eisenbahner soll ein weiterer Iliria-Spieler einen heftigen Fußtritt in die Magengrube verpasst haben.

Mehrere Streifenwagenbesatzungen rückten an, wirkten beruhigend auf die Gemüter ein und nahmen erste Ermittlungen auf, während die zwei Opfer ins Romed-Klinikum eingeliefert wurden. Der Referee soll auch ein paar Zähne verloren haben. Wie sich gestern herausstellte, sind die Gesichts- und Augenverletzungen folgenschwerer als zunächst befürchtet. Der Unparteiische bangte gestern sogar um sein Augenlicht. Es sei mit bleibenden Schäden zu rechnen sei, bestätigte ein Polizeisprecher. Der ESV-Trainer erlitt nach eigenen Angaben zwei Rippenprellungen und hatte Blut in der Niere. Indessen klagen Iliria-Spieler und -Fans in Internet-Foren, sie seien in der Partie extrem benachteiligt worden.

Kreissportgericht sperrt Spieler

Das Kreissportgericht Inn/Salzach des Bayerischen Fußballverbands (BFV) hat die beiden Iliria-Spieler noch gestern per einstweiliger Verfügung vorläufig gesperrt. Man werden den Fall "schnellstmöglich lückenlos aufklären", hieß es in einer Stellungnahme. "Der BFV verfolgt bei gewalttätigen Vorfällen eine klare Null-Toleranz-Politik", sagte Oberbayerns BFV-Bezirksvorsitzender Horst Winkler: "Der Fall ist in keinster Weise tolerierbar und wird sportrechtlich konsequent verfolgt."

ls/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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