Sie sammeln wertvolle Wünsche in Bayern

Weihnachtsbaum & Nikolaus: Hier ziehen König und Königin durch München

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München - Manuela Samlan und ihr Mann haben ein ungewöhnliches Hobby. In der Adventszeit ziehen sie sich Häkelkostüme an. Als Nikolaus und Christbaum ziehen sie durch die Fußgängerzonen und bringen die Menschen zum Schmunzeln. Und sie sammeln Wünsche, die kein Geld kosten – oft aber sehr wertvoll sind.

Statt mit Knecht Ruprecht ist der Weihnachtsmann in München heuer mit einem geschmückten Tannenbaum unterwegs. Zumindest wenn es nach Manuela Samlan und ihrem Ehemann Jules geht: Er als Weihnachtsmann, sie als wandelnder Tannenbaum. 

Bereits seit zwei Jahren verkleidet sich das Paar mit selbstgebastelten Kostümen. Als Kind war Manuela Samlan nach eigenen Aussagen frech, daher habe sie Knecht Ruprecht nicht gemocht. Und für einen Engel sei sie schon zu alt, sagt die 63-Jährige zur Begründung ihres eigenwilligen Outfits. "Ich habe sechs Monate für die Verkleidung gehäkelt. Bei dreißig Grad im Sommer, und dabei Weihnachtslieder angehört." 

Das Ehepaar Manuela und Jules Samlan in der Münchner Fußgängerzone

König und Königin von etwa 40.000 Togolesen

So schlendert das Ehepaar Jules und Manuela Samlan, König und Königin von etwa 40.000 Togolesen, durch die Münchner Fußgängerzone. "Bei mir muss es bling-bling ma­chen“, sagt die Kö­ni­gin gegenüber der Bild. 500 Lämp­chen leuch­ten auf ihrem grü­nen Kos­tüm. Ihr Ehe­mann, der König, tritt etwas de­zen­ter auf. Sein mit Pail­let­ten be­setz­tes rotes Ge­wand blinkt nur am Saum.

Jules Sam­lan, 53, ge­bo­ren in Togo, kam 1996 nach Deutsch­land. In einer Flücht­lings­un­ter­kunft lern­te er seine Frau Ma­nue­la, heute 62, ken­nen. Die bei­den leben in Glonn im Land­kreis Ebers­berg bei München, wo Jules seit 21 Jah­ren als Kü­chen­hil­fe im „Herr­manns­dor­fer Schweins­bräu“ ar­bei­tet und als Künst­ler tätig ist.  Als 2009 sein Vater, ein Kö­nig in Togo, ver­starb, über­nah­men die bei­den im Exil die Re­gent­schaft über den Stamm. Wegen der an­ge­spann­ten Si­cher­heits­la­ge kann Jules selbst nicht zu­rück in seine Hei­mat. Also müs­sen er und seine Kö­ni­gin per Te­le­fon re­gie­ren. „Meis­tens rufen die Leute Nachts an“, er­zählt Ma­nue­la weiter der Bild.

Sechs Monate häkelte Manuela an den Kostümen

"Wir wol­len den Men­schen ein Lä­cheln schen­ken"

Ab und zu treffen sie auch in Deutschland Angehörige ihres Volkes. Dann kann es schon passieren, dass sich Männer und Frauen im Supermarkt vor ihnen auf den Boden werfen – eine Geste des Respekts aus vergangenen Zeiten, die den beiden heute eher unangenehm ist.

Das Weihnachts-Duo aus Herrmannsdorf bei Glonn im oberbayerischen Landkreis Ebersberg besucht Kindergärten und Weihnachtsmärkte. "Sie zaubern ein Lächeln ins Gesicht", sagt die ehemalige Geschäftsführerin des Kindergartens in Hermannsdorf, Gudrun Schweisfurth. Auf kleine Zettel dürfen die Kinder Wünsche schreiben und an das Tannenbaumkostüm stecken. Die einzige Regel: die Wünsche dürfen kein Geld kosten.

mh mit Material der dpa

Quelle: rosenheim24.de

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