Ergebnis einer kleinen Anfrage

So viel Unterricht fällt an regionalen Gymnasien und Realschulen aus

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Landkreise - Die meisten Schüler freut es, wenn der Unterricht ausfällt. Allerdings sind die Schulen natürlich bemüht, die Quote dabei möglichst niedrig zu halten. Eine Anfrage im Bayerischen Landtag gibt einen Überblick für die Region:

Der Dachauer SPD-Abgeordnete Martin Güll wollte mittels einer Kleinen Anfrage von der Bayerischen Staatsregierung erfahren, wie viel Unterricht in den letzten drei Schuljahren an Bayerns Schulen nicht planmäßig erteilt wurde, in wie vielen Fällen es zu Vertretungen kam und wie viel Unterricht ersatzlos ausfiel. 

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Das Kultusministerium antwortete, dass "um die in der Öffentlichkeit, den Medien und der Bildungs­politik geführte Diskussion zum Thema Unterrichtsausfall auf eine sachliche Grundlage zu stellen", seit dem Schuljahr 2005/2006 hierzu Daten erhebt. Dies allerdings in erster Linie für Gymnasien und Realschulen. "Für die anderen Schularten, bei denen die Erhebung nur anhand einer Stichprobe durchgeführt wird, sind aufgrund der gerin­gen Fallzahl nur Werte für Bayern statistisch sinnvoll." 

Daher liegen hier nur sehr allgemeine Daten für ganz Bayern vor:

Unterrichtsausfall an bayerischen Schulen (Außer Gymnasium und Realschule):

Schulart

Anteil der nicht planmäßigen Lehrstunden

Unterrichtsausfall abgewendet durch Organisatorisches

Unterrichtsausfall abgewendet durch Vertretungen

Anteil ersatzlos ausgefallener Unterrichtsstunden

Grundschule

7 %

1,6 %

4,6 %

0,7 %

Mittelschule

9,1 %

2,1 %

4,3 %s

2,6 %

Förderzentrum

11,4 %

5,4 %

5,6 %

0,4 %

FOS/BOS

6,2 %

1,3 %

2,3 %

2,7 %

Wirtschaftsschule

8,6 %

2,5 %

3,6 %

2,5 %

Berufsschule

10 %

3,6 %

3,8 %

2,6 %

Berufsfachschule

8 %

2,8 %

2,4 %

2,8 %

Da die Erhebung für das laufende Schuljahr 2017/2018 noch nicht abgeschlossen ist, stehen für dieses Schuljahr außerdem noch keine Daten zur Verfügung, so das Ministerium, sondern nur für das Vorjahr 2016/2017.

"Bei der Auswertung der Daten zum Unterrichtsausfall kommt dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus im Rahmen der staatlichen Schulaufsicht die besondere Verantwortung zu, Einzelschulen vor einer Beinträchtigung ihrer Erziehungs­ und Unterrichtsarbeit durch Veröffentlichungen sensibler statistischer Daten auf Schul­ebene zu schützen", merkt das Ministerium weiterhin an. "So könnten beispielsweise Tabellen, die ein unmittelbares Ranking einzelner Schulen enthalten oder ermöglichen, unter Umständen großen Druck auf einzelne Schulen entstehen lassen, ohne dabei jedoch die genauen Voraussetzungen und Einflussfaktoren vor Ort in die Be­trachtung einbeziehen zu können." 

Aus diesen Gründen unterblieben Angaben auf Kreisebene gegebenenfalls vollständig, wenn Rückschlüsse auf Einzelschulen nicht ausgeschlossen wer­den können. Daher liegen für die Kreisfreie Stadt Rosenheim und die Landkreise Altötting, Berchtesgadener Land und Mühldorf am Inn keine Daten zu Realschulen vor. 

Bei den übrigen beiden Landkreisen Rosenheim und Traunstein lässt sich unterdessen keine Besonderheit beim Unterrichtsausfall beziehungsweise dessen Abwendung durch organisatorische Maßnahmen oder Vertretungen erkennen. Sie liegen allerdings noch deutlich hinter den bayernweiten Spitzenreitern Fürstenfeldbruck und Aichach-Friedberg.

Unterrichtsausfall an Realschulen in der Region:

Zur Einordnung beziehungsweise dem Vergleich wurden ausgewählte andere Städte und Landkreise hinzugefügt.

Kreis

Anteil der nicht planmäßigen Lehrstunden

Unterrichtsausfall abgewendet durch Organisatorisches

Unterrichtsausfall abgewendet durch Vertretungen

Anteil ersatzlos ausgefallener Unterrichtsstunden

Rosenheim/Land

11,6 %

1,7 %

8,5 %

1,5 %

Traunstein

11,7 %

1,4 %

8,7 %

1,7 %

Fürstenfeldbruck

16,3 %

4,7 %

9,7 %

1,9 %

Aichach-Friedberg

12,4 %

1,9 %

8,4 %

2,2 %

Augsburg-Land

11,1 %

0,9 %

8,1 %

2,2 %

Kelheim

10,8 %

3,8 %

6,7 %

0,4 %

Auf Grund dessen, das hierfür durchgehend Daten vorliegen, kann etwas mehr zur Situation bei Gymnasien gesagt werden. Den höchsten Anteil ausgefallener Unterrichtsstunden haben die Landkreise Rosenheim und Mühldorf am Inn mit 2,7 beziehungweise 2,8 Prozent.

Sie liegen nur knapp hinter dem bayernweiten Spitzenreiter Fürstenfeldbruck, der auf 2,9 Prozent kommt.

Traunstein kommt immerhin noch auf 2,2 Prozent ausgefallener Unterrichtsstunden. Altötting und das Berchtesgadener Land bleiben unter zwei Prozent. Bayernweit den niedrigsten Stand hatten die kreisfreien Städte Hof und Würzburg sowie der Landkreis Bad Kissingen mit jeweils 1,4 Prozent. 

Unterrichtsausfall an Gymnasien in der Region:

Zur Einordnung beziehungsweise dem Vergleich wurden ausgewählte andere Städte und Landkreise hinzugefügt.

Kreis

Anteil der nicht planmäßigen Lehrstunden

Unterrichtsausfall abgewendet durch Organisatorisches

Unterrichtsausfall abgewendet durch Vertretungen

Anteil ersatzlos ausgefallener Unterrichtsstunden

Altötting

8,6 %

2,8 %

4 %

1,8 %

Rosenheim/Stadt

8 %

0,4 %

4,9 %

2,7 %

Berchtesgader Land

10,1 %

1,5 %

6,7 %

1,9 %

Mühldorf am Inn

8,5 %

0,5 %

5,3 %

2,8 %

Rosenheim/Land

9,2 %

1,3 %

5,3 %

2,6 %

Traunstein

8,4 %

1,7 %

4,5 %

2,2 %

Fürstenfeldbruck

10,8 %

2 %

5,9 %

2,9 %

Hof/Stadt

10,3 %

0,5 %

8,4 %

1,4 %

Würzburg/Stadt

7,9 %

1,3 %

5,2 %

1,4 %

Bad Kissingen

10,8 %

3,5 %

6 %

1,4 %

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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