Martin Hagen (FDP) fordert den Ministerpräsidenten heraus

Freches Angebot aus Rosenheim: Söder erteilt Absage

+
Wie reagiert Markus Söder auf das Angebot des FDP-Spitzenkandidaten?
  • schließen

Rosenheim/München - Es wird dieses Jahr offenbar kein TV-Duell vor der Landtagswahl geben. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) findet das schade, sieht sich dadurch aber auch bestärkt. Doch die Antwort aus Rosenheim ließ nicht lange auf sich warten.

Update Donnerstag 16 Uhr

FDP-Spitzenkandidat und Direktkandidat im Stimmkreis Rosenheim-Ost, Martin Hagen machte Ministerpräsident Markus Söder das Angebot, sich mit ihm in einem Livestream-Duell auseinanderzusetzen. Doch die Abfuhr des Ministerpräsidenten kam dann relativ zügig:

"Ich wusste erst gar nicht wer das ist", sagte Söder am Mittwochabend in seinem Livestream auf Facebook. "Ich respektiere die FDP sehr aber bei der FDP habe ich immer das Problem: Die trauen sich nie eine Verantwortung zu. Es geht bei dem Fernsehduell um den Spitzenkandidaten. Außer mir traut sich keiner das Amt des Ministerpräsidenten zu und es hat auch keiner eine realistische Chance", sagt er selbstbewusst. Die FDP kämpfe gerade zwischen vier und fünf und sechs Prozent. "Nichts gegen die Freunde der FDP, aber ein bisschen albern ist das dann schon. Wir sind nicht im DFB-Pokal sondern wir sind in einer anderen Welt, da muss man die Größenverhältnisse schon wahren."

Update 15.30 Uhr:

Der Bayerische Rundfunk teilte mit, dass es in diesem Jahr kein klassisches TV-Duell vor der Landtagswahl geben wird. Der Grund ist kurios: Es fehlt der zweite Duellant! SPD, Grüne, AfD sind in Umfragen so nah beieinander, dass kein klarer Gegenkandidat für Markus Söder (CSU) ersichtlich ist. Natascha Kohnen (SPD) liegt derzeit mit 12 Prozent sogar hinter den Grünen. Deren Spitzenkandidatin Katharina Schulze ist laut Landesverfassung mit 33 Jahren zu jung für das Amt der Ministerpräsidentin (Mindestalter: 40 Jahre). Und die AfD hat keinen nominellen Spitzenkandidaten.

FDP-Spitzenkandidat und Direktkandidat im Stimmkreis 127 Rosenheim-Ost, Martin Hagen antwortete Söder selbstbewusst direkt mit einem Kommentar unter seinen Beitrag auf Facebook: „Ich trau‘s mir zu“. Hagen schlägt Söder ein Livestream-Duell über Facebook vor - und fügt frech hinzu: „Trauen Sie sich?“

AfD Rosenheim klinkt sich in die Diskussion ein

Die Antwort von Seiten der AfD Rosenheim auf unseren Vorbericht ließ nicht lange auf sich warten. In Einer Pressemitteilung heißt es:

"Die AfD Rosenheim begrüßt, dass der Bayerische Rundfunk auf das TV-Format eines Duells der Spitzenkandidaten zur Landtagswahl verzichtet. Auf Grund der aktuellen Umfrageergebnisse wäre zu befürchten, dass die CSU-hörigen BR-Moderatoren dies für eine Propaganda-Show der CSU nutzen. Ferner stellt sich die Frage, welche bayerische Oppositionspartei hierbei gegen Söder antreten soll. Hierzu erklärt Landtagskandidat Andreas Winhart: „Als einzige wirkliche Oppositionspartei müsste die AfD eingeladen werden, da nur die AfD nicht im Bund an der Regierung beteiligt ist und im Einheitsbrei der Altparteien nicht mitklüngelt, wie es beispielsweise die Grünen machen.“ Freie Wähler und FDP haben laut Winhart viel zu wenig Rückhalt und Zuspruch in der Bevölkerung um hier als Gegenpol zu Söder auftreten zu können. „ Gerade die FDP soll sich mal lieber um die 5 %-Hürde kümmern als von Ministerämtern zu träumen. Die Ansage von FDP-Spitzenkandidat Martin Hagen gegen Söder in einem TV-Duell antreten zu wollen ist gerade zu lächerlich. Hauptsache der Name taucht mal wieder in den Medien auf“, so AfD-Landtagskandidat Andreas Winhart.

Die AfD Rosenheim würde sich vom Bayerischen Rundfunk als Beitrag zur Landtagswahl eine Diskussionsrunde mit allen relevanten Parteien an einem Tisch wünschen, damit der Wähler einen fairen und übersichtlichen Vergleich der Positionen der Parteien hat."

Pressemitteilung AfD Rosenheim

Der Vorbericht:

"Jetzt ist es durch den BR amtlich: Es gibt kein TV-Duell vor der Landtagswahl. Schade. Offenkundig traut sich keiner das Amt des Ministerpräsidenten außer mir zu. Das passt zu den bisherigen Äußerungen der Opposition. Die meisten haben keine Argumente, sondern sind destruktiv. Wir wollen dagegen Richtung zeigen. Bayern geht es so gut wie nie. Warum also ändern? Bayern soll weiter stabil bleiben und nicht zerfasern", schreibt Ministerpräsident Markus Söder auf seiner Facebookseite.

"Ich trau's mir zu"

Doch die Antwort kam prompt und zwar aus Rosenheim: Martin Hagen, Spitzenkandidat  zur Landtagswahl und Direktkandidat im Stimmkreis 127 Rosenheim-Ost fordert Söder ganz im Sinne der Nutzung der neuen Möglichkeiten durch die Digitalisierung zu einem Livestream-Duell heraus. Er kommentierte unter den Post des bayerischen Ministerpräsidenten: "Ich trau's mir zu. Schlage ein Livestream-Duell vor. Trauen Sie sich?"

Noch keine Reaktion vom Ministerpräsidenten

"Es gab bisher noch keine Rückmeldung von Herrn Söder", heißt es von Seiten der FDP. Unsere Redaktion hat eine Anfrage an den Ministerpräsidenten, ob er denn auf den Vorschlag des FDP-Politikers eingehen möchte, gestellt, die bisher aber auch noch unbeantwortet blieb. Sobald wir eine Antwort erhalten, werden wir sie an dieser Stelle veröffentlichen. 

Post schlägt hohe Wellen

Söders Post schlägt auf Facebook hohe Wellen. 232 Mal wurde er bereits geteilt, 1.575 Reaktionen gibt es darauf und 854 Mal wurde er kommentiert (Stand 22.8.2018 12:15 Uhr). Stephan Schlier, Fraktionsvorsitzender des CSU im Bad Aiblinger Stadtrat schreibt beispielsweise: "Diese Opposition, bei der sich keine Partei das Amt des Ministerpräsidenten zutraut, hat keine Stimme verdient. Dass es daher, mangels Konkurrent, kein TV-Duell geben soll, lässt tief blicken. Bayern steht Dank der CSU bestens da und soll auch in Zukunft Klassenprimus bei Sicherheit, Wohlstand und Lebensqualität sein. Wie es weitergehen kann zeigte Ministerpräsidenten Markus Söder mit seiner Regierungserklärung auf." #Södermachts

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT