Landrat fordert Kopfpauschale

Überleben des Tierheims hängt von Cent-Beträgen ab

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Landrat Wolfgang Berthaler und Tierschutzverein-Vorsitzende Andrea Thomas kämpfen um das Überleben des Tierheimes.
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Rosenheim - Das Rosenheimer Tierheim kämpft ums Überleben. Die Vorsitzende des Tierschutzvereins fordert eine Kopfpauschale zur Finanzierung. Doch nur wenige Gemeinden ziehen richtig mit.

Die Kopfpauschale pro Einwohner und Jahr soll den drei Tierheimen im Landkreis Rosenheim zu Gute kommen. Die Vorsitzende des Rosenheimer Tierschutzvereins, Andrea Thomas, argumentiert, dass sich Kommunen rechtlich am Tierschutz beteiligen und Fundtiere artgerecht untergebracht werden müssen.

Sie forderte im Gespräch mit dem BR eine Kopfpauschale von einem Euro. Landrat Wolfgang Berthaler unterstützt die Idee und schlägt seinen Bürgermeistern 50 Cent als Kopfpauschale vor.

Nur: Allein fünf Gemeinden des Landkreises sind bereit, diese 50 Cent pro Einwohner zu zahlen. "Der Rest 20 Cent, eine 10 Cent und einige gar nichts. Über das war ich schon etwas enttäuscht", so Landrat Berthaler gegenüber dem BR. Laut Radio Charivari zahlt die Gemeinde Tuntenhausen die 50 Cent, Stephanskirchen und Rimsting beispielsweise dagegen nur 20 Cent.

Derweil steht der Tierschutzverein weiterhin unter starken finanziellen Druck: 400.000 Euro kostet der Betrieb des Rosenheimer Tierheims jährlich, die Gebäude - insbesondere das Hundehaus - sind marode. Ein Neubau ist seit Jahren im Gespräch, scheiterte bislang jedoch auch an der finanziellen Machbarkeit.  

Rosenheimer Tierheim siegt vor Gericht

Immerhin konnte das Rosenheimer Tierheim nun jedoch einen Erfolg vor Gericht erzielen, berichtet Radio Charivari am Montag. Streitthema war die Bezahlung der Rechnungen für die artgerechte Unterbringung der Fundtiere durch die jeweiligen Gemeinden. Zwei Landkreisgemeinden haben sich dagegen bislang jedoch gewehrt.

Nun hat der Tierschutzverein Rosenheim vor Gericht Recht bekommen, sagte Andrea Thomas dem Radiosender. Die komplette Kammer des Verwaltungsgerichts München hat der Klage des Tierschutzvereins stattgegeben.

Sie sei erleichtert, dass nun der Rechtsstandpunkt klargestellt worden ist, so Thomas weiter. Normalerweise sollten nun künftig die Kosten erstattet werden.

Internetpetition mit fast 28.000 Unterstützern

Eine Internetpetition auf der Online-Plattform charge.org sammelt derweil Unterstützer für die Rettung des Tierheims. Bereits über 27.800 Menschen (Stand 20. April) unterschrieben diese virtuell. Die Petition richtet sich an die Stadt Rosenheim und die Kommunen des Landkreises.

Jedes zweite Tierheim vor dem Aus

Leider ist jedoch die drohende Zahlungsunfähigkeit des Rosenheimer Tierheims kein Einzelfall. Tatsächlich steht mittlerweile jedes zweite Tierheim in Bayern vor der Insolvenz.

mg

Quelle: rosenheim24.de

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