Kazar hilft im Kampf gegen Corona

Rosenheimer Schneider näht Gesichtsmasken für die Pathologie

Rosenheimer Schneider Razak Kazar näht Mundschutzmasken für die Pathologie 
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Razak Ahamayar ist Schneider in Rosenheim und näht jetzt Mundschutze unter Anderem für die Pathologie.

Rosenheim - Auch in Rosenheim hält man zusammen, um gegen das Coronavirus zu kämpfen. Jeder der kann, trägt seinen Teil dazu bei um zu helfen. Der Schneider Kazar zum Beispiel näht Gesichtsmasken für die Pathologie.

Seit 35 Jahren ist Kazar Schneider. Er hat lange mit bekannten Firmen zusammengearbeitet. Seit 2005 ist er selbstständig und hat eine kleine Schneiderei in der Rosenheimer Innstraße. Normalerweise macht der 50-Jährige Auftragsarbeiten, näht Hosen, Röcke, Kleider und macht Änderungen aller Art. Doch während der Coronakrise setzt er sein Know-how im Umgang mit Nadel und Faden ein und näht jetzt Gesichtsmasken. Unter anderem auch für die Pathologie Rosenheim. 


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"Ich bin selbst auf die Idee gekommen Masken zu nähen. Und dann kam auch schon die Anfrage von der Rosenheimer Pathologie", sagt Kazar im Gespräch mit rosenheim24.de. Und die Mitarbeiter sind hoch zufrieden mit seiner Arbeit: "Wir haben uns von der Pathologie Rosenheim dort 50 Masken bestellt und binnen drei Tagen bekommen. An verschiedenen anderen Nähereien wurden uns Wartezeiten von zwei Wochen oder mehr genannt", so eine Mitarbeiterin der Pathologie. "Wir tragen die selbst genähten Masken nur in den Sekretariaten und “ungefährlichen” Labors. Eigentlich müssten wir für unsere Probenbearbeitung FFP2- oder FFP3 Masken tragen, aber davon hatten wir keine einzige. Zwischenzeitlich hat uns der Ärztliche Kreisverband Rosenbandfünf  Masken zugeteilt, die wir jetzt im Labor tragen, wenn Proben von COVID-19 Patienten ankommen."

Kazar bedient große und kleine Abnehmer

"Ich kann Masken für Krankenhäuser nähen, die spezielle Anforderungen erfüllen müssen, aber auch ganz normale für den Heimgebrauch. Gerne nehme ich Bestellungen im großen und kleinen Umfang an", sagt Kazar. Etwa 50 Masken pro Tag kann er mit Helfern schaffen. Alle Masken sind aus Baumwolle und bei 90 Grad waschbar. 


Die Mitarbeiter der Pathologie tragen Kazars selbstgenähte Gesichtsmasken

 © Pathologie Rosenheim
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 © red
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Warum Atemschutzmasken wichtig gegen die Verbreitung des Virus sind 

Doch schützen Atemschutzmasken eigentlich vor dem Coronavirus? Die Antwort auf diese Frage gab der Virologe Prof. Christian Drosten im NDR-Podcast “Das Corona-Update”. Die Idee von selbstgenähten Mundmasken sei gar nicht so verkehrt. Vor allem Menschen, die sich bereits mit dem Coronavirus infiziert haben, können so beim Sprechen die Tröpfchen-Verbreitung minimieren und die Ansteckung weiterer Menschen eindämmen.

Wer die Maske als gesunder Mensch trägt und so eine Ansteckung verhindern will, der wird dies mit einer selbstgenähten Mundmaske jedoch nicht zu 100 Prozent gewährleisten können. Denn die Viren können trotz Maske eingeatmet werden.

Selbst wenn das Tragen der selbstgenähten Gesichtsmasken als Alternative für medizinische Mundschutzmasken eine Ansteckung für den Tragenden nicht ausschließt, schützt die Maske vor allem die Menschen in der Umgebung. Ein Mensch kann mit dem Coronavirus infiziert sein und keine Symptome zeigen. Wer keine Symptome zeigt, denkt auch nicht, dass er jemanden anstecken könnte. Doch genau das ist die Gefahr. Wer also eine Mundbedeckung trägt, der kann Andere vor einer Ansteckung schützen.

jb

Quelle: rosenheim24.de

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