Illegale und Schleuser halten Polizei auf Trab

Rosenheim/Bad Reichenhall - Viel Arbeit hatte die Bundespolizei am ersten Ferienwochenende. Mehrfach versuchten Schleuser und Illegale die unerlaubte Einreise via Straße und Schiene.

Schleuser und unerlaubt Eingereiste haben es auch am ersten Ferienwochenende (4./5. August) auf der A 8, der A 93 und in Fernreisezügen mit den Grenzfahndern von Landes- und Bundespolizei zu tun bekommen. Über 20 Personen wurden wegen illegaler Einreise in Rosenheim und Bad Reichenhall angezeigt. In zwei Fällen wird wegen Einschleusens von Ausländern ermittelt.

Nahe Piding (Landkreis Berchtesgadener Land) zogen Bundespolizisten einen rumänischen Reisebus aus dem Verkehr, der Richtung München unterwegs war. Die Kontrolle von mehreren Irakern brachte ans Licht, dass eine 60-jährige Frau und ein 69-jähriger Mann keine Aufenthaltserlaubnis für Deutschland hatten. Bei einer Befragung eines Landsmannes kristallisierte sich heraus, dass er für die Organisation der unerlaubten Einreisen in Frage kommt. Der 40-Jährige wurde wegen des Verdachts der Schleuserei vorläufig festgenommen und angezeigt. Auf den in Rumänien lebenden Mann wird ein entsprechendes Strafverfahren zukommen. Die beiden Geschleusten mussten nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen das Land wieder verlassen.

Kurz nach Pfraundorf (Landkreis Rosenheim) überprüften Schleierfahnder die Insassen eines in Italien zugelassenen Wagens. Es handelte sich nach eigenen Angaben um eine iranische Familie mit einem sechsjährigen Kind. Ausweisen konnten sich die zwei Erwachsenen nicht. Der 37-jährige Vater hatte noch nicht einmal einen Führerschein und wurde daher wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis angezeigt. Er und seine 30-jährige Frau erhielten außerdem wegen der unerlaubten Einreisen jeweils eine Anzeige. Sie gaben an, einem Schleuser insgesamt 11.000 Euro für die illegale Reisemöglichkeit gezahlt zu haben. Sowohl die Schleusung als auch die Eigentumsverhältnisse des Autos sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Rosenheimer Bundespolizei. Die dreiköpfige Familie wurde zunächst einer Aufnahmeinrichtung in München zugeleitet.

In Rosenheim beendete die Bundespolizei die Zugfahrt eines irakischen Staatsangehörigen. Der 19-Jährige wies sich im EuroCity mit einer gültigen schwedischen Aufenthaltsgenehmigung aus. Die Bundespolizisten erkannten jedoch rasch, dass das Papier für eine ganz andere Person ausgestellt worden war. Auf die Festnahme wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise und des Ausweismissbrauchs folgte ein Termin beim Rosenheimer Amtsgericht. Der Ermittlungsrichter ordnete an, den jungen Mann in Haft zu nehmen, um seine Anwesenheit beim anstehenden Strafverfahren sicherzustellen. Dementsprechend wurde der Iraker in die Justizvollzugsanstalt Bernau eingeliefert.

Am Wochenende registrierte die Bundespolizeiinspektion Rosenheim in 16 Fällen insgesamt 21 Personen, die unerlaubt eingereist waren. 13 von ihnen benutzten dazu die Autobahnen von Salzburg beziehungsweise Kufstein Richtung Rosenheim; acht kamen mit dem Zug nach Deutschland. Sie stammten aus verschieden Ländern, wie dem Irak, Iran, Tunesien, Kirgistan, Eritrea, Syrien oder dem Kosovo. Zum Teil wurden sie an eine Aufnahmestelle für Flüchtlinge weitergeleitet, zum Teil mussten sie das Land mit einer Strafanzeige im Gepäck wieder verlassen.

Pressemeldung Bundespolizei Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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