Insgesamt 110 Varianten aus der Region eingereicht

Brenner-Nordzulauf: Setzt sich ein Trassen-Vorschlag von Bürgern durch? 

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DB-Gesamtprojektleiter Torsten Gruber bei der Vorstellung de Ergebnisse von Trassengrobenwürfe aus der Bevölkerung. 
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Rosenheim - "Wir erhoffen uns durch die Vorschläge aus der Region zu den Grobtrassen am Ende signifikante Vorteile für die Planungen", erklärt DB-Gesamtprojektleiter Torsten Gruber bei der Vorstellung der Grobtrassenvorschläge von Bürgern. 

Von den 110 Trassen-Varianten, vorgeschlagen von mehr als 150 Bürgern aus der Region, wurden von Januar bis April 37 Vorschläge final und fachlich von den Planern bewertet. 11 davon haben sich laut Gruber als "fachlich geeignet" herausgestellt und werden nun genauso bewertet wie die DB/ÖBB-Grobtrassen. 

"Die Resonanz fiel höher aus als wir erwartet hatten. Das gibt uns ein positives Feedback, denn niemand kennt die Region besser als die Menschen, die hier leben und wir brauchen langfristig ein zukunftsfähiges Konzept, das sich über mehrere Generationen hinweg bewährt", sagt Gruber und betont, das Ganze unterstreiche, dass der Dialog mit der Region funktioniere. "Wir hoffen, dass sich die Vorschläge auch als substantiell erweisen und wir sie in die weitere Planung einbeziehen können." 

Entwürfe "unterschiedlicher Natur und Qualität" 

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Um weiterverfolgt werden zu können, muss ein Vorschlag bestimmte Kriterien erfüllen, wie den Planungsauftrag zu erfüllen, im Zeitrahmen des Planungszeitraums liegen, keinen grundsätzlichen Umweltaspekte widersprechen und gesetzliche sowie technische Aspekte beinhalten.

Die eingereichten Entwürfe seien unterschiedlicher Natur und Qualität. Ein Vorschlag von Bürgern, die Nummer 26, beinhaltete beispielsweise die Trasse unterhalb der Autobahn A93 zu realisieren. Auch die Nummer 84, ein abgeleiteter Vorschlag aus 26 wirft diese Frage der Untertunnelung der Autobahn auf. 

"Nach Rücksprache mit der Autobahndirektion aber war klar, dass diese Ideen so nicht realisierbar sind", erklärt Gruber. 

Auf der anderen Seite standen wiederum alternative Vorschläge zu der Variante der beiden Tunnel Jochstein (Nummer 83) und Kitzwand (Nummer 85). "Aus diesen beiden Varianten wurde eine neue abgeleitet", erläutert Gruber und unterstreicht damit, dass die DB durchaus profitiere von den Impulsen der Bürgern zu den Planungen. Die Planer werden all diese Vorschläge "mit Ingenieursverstand anschauen und fachlich wie sachlich bewerten".

Vorschläge samt Bewertungen online einsehbar 

"Es ist durchaus realistisch, dass am 1. Juli bei der Präsentation der ersten Grobtrassenentwürfe auch Vorschläge von Bürgern aus der Region zu finden sind", mutmaßt Gruber. "Eine Handvoll, etwa um die fünf Vorschläge, werden dann näher vorgestellt." 

Für die Öffentlichkeit sind alle eingereichten Entwürfe gebündelt in insgesamt vier Paketen peu à peu einsehbar auf der Internetseite des Brenner-Nordzulaufs. Die Ergebnisse der Vorprüfungen und Bewertungen der Vorschläge werden auf dieser Seite unter dem Punkt Planungsunterlagen laufen veröffentlicht. Der aktuelle Stand ist das PDF vom 2. Mai "Grobtrassen: Fachliche Vorprüfung der Vorschläge aus der Region" 

Hintergrund: 

Die Deutsche Bahn untersucht, welche Kapazitäten auf einer ertüchtigten Bestandsstrecke am Brenner-Nordzulauf möglich sind. Diesen Rahmen gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bei seinem Besuch im Januar vor. Die Bearbeitung wurde auf Ebene Grobtrassen der Neubaustrecke vereinbart. 

Drei Untersuchungspakete wurden daraufhin definiert, während die Bestandsstrecke unverändert bleibt: 

  • Zweigleisige Bestandsstrecke mit maximaler Ertüchtigung (zusätzliche Überleitstellen beziehungsweise Überholmöglichkeiten, reduzierte Blockabstände, Nutzung ETCS)
  • Zweigleisige Bestandsstrecke mit maximaler Ertüchtigung und mit partiellen Ortsumfahrungen (ein oder zwei Gleise)
  • Dreigleisiger Ausbau der Bestandsstrecke auf Basis der ertüchtigten zweigleisigen Besandsstrecke. 

Die weiteren Schritte: 

Nach der Vorstellung der circa fünf Einzelentwürfe am 1. Juli geht es in die vertiefte Planung mit weiteren Details. Im gesamten kommenden Jahr, so erklärt Gruber abschließend, werden die Varianten diskutiert und angepasst. Anfang 2020 wolle die DB gemeinsame Trassenempfehlungen für die Neubaustrecke präsentieren. Die genaue Kostenermittlung soll im zweiten Halbjahr des Jahres 2020 vorliegen. 

Am Ende, so betont Gruber abschließend, soll freilich nur ein Entwurf in die parlamentarische Verfassung gehen und Verkehrsministerium wie Bundestag vorliegen. 

Eine Reise zum Brenner-Basistunnel

Im April 2019 war rosenheim24.de unterwegs mit der Deutschen Bahn nach Südtirol, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Es ging mitunter um die Frage, ob die Italiener mit dem Bau der Zulaufstrecke zum Brenner-Basistunnel den Bayern wirklich um Längen voraus sind. 

Eindrücke des BrennerBasstunnels und des Südzulaufs

mb

Quelle: rosenheim24.de

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