Fuchs-Welpen qualvoll verendet

Betonfalle im Wald: Es hätte auch Kinder treffen können! 

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Zwei Spaziergängerinnen machten in Rosenheim einen grausamen Fund.

Rosenheim - Eine Rosenheimerin (28) ging am Samstagmittag, 25. April, zusammen mit einer Bekannten in einem Waldstück im Bereich der Brunnholzstraße spazieren. Dabei machten sie eine schreckliche Entdeckung. Sie alarmierten sofort die Polizei.

Update, 27. April, 12.19 Uhr - "Da hätten auch Kleinkinder reinfallen können"

"So ein Fall ist mir in den 25 Jahren, in welchen ich Vorsitzender war, noch nie untergekommen": So äußert sich Werner Zwingmann, Ehrenvorsitzender der Jägervereinigung Rosenheim, gegenüber rosenheim24 zu dem Fall der toten Fuchsbabys. 


Der aktuelle Jägervereins-Vorsitzende Franz Sommer sagt im Gespräch, dass er nicht glaube, dass die Lebensmittel absichtlich ausgebracht wurden, um Tiere anzulocken. Für ihn sehe es danach aus, dass die Lebensmittel achtlos weggeworfen wurden. Leider würden sich Menschen öfter Speiseresten im oder am Wald entledigen - das Auffinden von Fast-Food-Verpackungen samt angebrochenem Inhalt sowie Überbleibseln von Jausen sei leider keine Seltenheit. Die Fuchswelpen jedenfalls wären, vom Geruch der Nahrung angelockt, in den Betonring gefallen. 

Warum der Betonring - er misst etwa einen Meter im Durchmesser - in den Waldboden eingelassen wurde, kann sich Sommer nicht erklären. Aufgrund des Gewichts müsse dies aber mechanisch, etwa unter Zuhilfenahme eines Krans oder eines Staplers, geschehen sein. Noch wisse man aber nicht, wer dies gemacht habe. 


Die Sache macht ihm jedenfalls zu schaffen. "Da hätten auch Kleinkinder reinfallen können", wie Sommer betont. Am Ring habe es überhaupt keine Absicherungsmaßnahmen, etwa eine Abdeckung, gegeben.  

Erstmeldung:

Im dortigen Bereich führt auch ein sogenannter "Holzrückeweg" beziehungsweise eine Art Trampelpfad durch den Wald. Dieser Bereich dürfte aufgrund der Breite des Weges von einer hohen Anzahl von Fußgängern und Freizeitsuchenden genutzt werden, wie die Rosenheimer Polizei nun mitteilte. 

Tiere mit Lebensmitteln angelockt

Die beiden Spaziergängerinnen fanden jedenfalls gegen 12 Uhr auf dem Waldboden ein totes Fuchsbaby. Nur ein paar Meter davon entfernt, entdeckten sie einen Betonring bzw. eine Art Fallrohr, das dort in den Waldboden eingegraben war. Im Inneren des Trichters lagen Toastbrot und Fleischreste. Zudem wurden dort drei weitere tote Fuchsbabys aufgefunden.

Wie die Rosenheimer Polizei nun bekannt gab, geht man nach einer ersten Einschätzung von folgendem Tatablauf aus: Die unbekannten Täter legten die Speisereste in das Innere des Rohrs. Dadurch sollten die Tiere durch den Geruch angelockt werden. Die Füchse stiegen dann über die Anhebung des Betonrings und fielen ins Innere. Dort waren sie schließlich gefangen, da die Außenwände zu steil und zu glatt waren, als dass sie alleine wieder herauskommen hätten können. Die Füchse verendeten schließlich qualvoll. "Der oder die Täter müssen dies beim Verteilen der Speisereste gewusst oder zumindest billigend in Kauf genommen haben", hieß es in der Pressemitteilung der Polizei dazu wörtlich.

Polizei sichert Spuren

Am Tatort wurden von den Beamten Spuren gesichert. Es wurden Fragmente von Fußspuren und Reifenspuren im Nahbereich entdeckt. Ob diese in Zusammenhang mit den Tätern stehen, ist derzeit noch unklar.

Außerdem wurde der Jagdpächter verständigt. Das Motiv der unbekannten Täter für die grausame Vorgehensweise ist bislang völlig unklar. Etwaige Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/200-2200 in Verbindung zu setzen.

Polizei Rosenheim/mw

Quelle: rosenheim24.de

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