Steigende Sky-Preise erzürnen Barbesitzer

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"Triple Inn" Barbesitzer mit seiner Spendenbox vor der Leinwand. Er klagt über die steigenden Abo- Preise.

Rosenheim - Die Preise des Sky-Angebots steigen. Aber was bedeutet das für Besitzer der beliebten Sportsbars? Einigen von ihnen drängt sich die Frage auf, ob das Angebot überhaupt noch rentabel ist:

Wer Fußball gern in Gemeinschaft anschaut, kennt die beliebten Sky-Sportsbars. Wenige wissen aber, welche Preise auf Besitzer solcher Bars zukommen. „Mittlerweile ist das Angebot kaum bezahlbar“, berichtet Thy Grahn, Besitzer der Bar Triple Inn gegenüber rosenheim24.

Nach den Kategorien Größe des Gastraums, wirtschaftliche Bedingungen, Kaufkraft sowie Bevölkerungsdichte und die Entfernung zum dem nächsten Bundesligaverein wird der Betrieb in eines der sechs Größenkategorien eingeteilt. Aus diesen Gruppen errechnet sich der Preis für das Sky- Abonnement. Das bedeutet, je nach Standorten können die Preise variieren. Eine gut besuchte Lokalität im Münchener Stadtzentrum muss daher mehr ausgeben als eine Dorfwirtschaft. Kunden schätzen die Preise meist auf 100 bis 200 Euro pro Monat. Das ist jedoch weit gefehlt: Bei nicht allzu großen Lokalitäten gehen die Preise auf über 600 Euro hoch. Das ist im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine immense Steigerung von teils mehr als 200 Euro. Tendenz steigend.

Nun kann man sich denken, dass viele Besitzer die Existenz ihrer Sportsbars gefährdet sehen. Vor zwei Jahren waren ungefähr 16 Sportsbars in Rosenheim angemeldet, heute sind es nur noch fünf. Das ist ein unglaublicher Rückgang.

Auch Thy Grahn sieht seine Bar Triple Inn in Gefahr. Erhöhte Preise oder Eintritt bei bestimmten Veranstaltungen wie beispielsweise besonderen Fußballspielen zu verlangen, sei laut den Richtlinien von Sky untersagt. Deswegen hat Thy eine Spendenbox aufgestellt. Manche Gäste spenden, andere nicht. „Anfangs war geplant, auf jedem Tisch solch eine Box zu platzieren. Aber weil sich viele Kunden unwohl und gezwungen dazu gefühlt haben, Geld einzuwerfen, haben wir diesen Plan verworfen“, sagt der Besitzer. Daher steht nun eine Sammelbox für Kundschaft bereit, die der Bar unter die Arme greifen möchte.

„Leider seien Spenden eher eine Seltenheit“, klagt Thy Grahn gegenüber rosenheim24. Viele Kunden würden keinen Sinn darin sehen, für ein Angebot extra zu bezahlen, welches sie auch zu Hause haben könnten. Für die Kundschaft sei der Preis bereits in anderen Leistungen, wie Getränken, verrechnet.

Sky begründete die Preiserhöhung auf Anfrage von Thy Grahn mit dem vergrößerten Angebot. Beispielsweise die Sportarten Golf oder Tennis seien vermehrt vertreten. Auf dieses Angebot ist Thy aber nicht angewiesen, er zahlt trotzdem für das volle Programm.

Auf Anfrage von rosenheim24 hin behauptet Sky, dass in regelmäßigen Abständen die Preise nach aktuellen Lizenzen und anderen Gebühren angepasst werden müssen. Dementsprechend würden sich die Preise, die die einzelnen Bars zahlen müssen, verändern. Diese Anpassungen würden nicht entgegen der Sportbars durchgeführt, ganz im Gegenteil: „Sky ist langjähriger Partner der Gastronomie und baut diesen Unternehmensbereich stark aus“. Die Gastronomie erhalte durch das Sky-Angebot jährlich Zusatzerlöse von 1,2 Milliarden Euro und das Geschäftsmodell würde positive Wachstumsraten aufweisen. „Immer mehr Gastronomen nutzen das Geschäftsmodell um ihren Umsatz zu steigern“, so Sky. Dass es momentan in Rosenheim weniger Sky-Bars gebe, könne deshalb an verschiedenen Gründen liegen.

Martin Wegmaier von der Bar Dahoam Zwoa in Rosenheim kann sich nicht mit den Aussagen von Sky identifizieren. Er stimme zu 100 Prozent Sportbarbesitzer Thy Grahn in Bezug auf die Probleme der Preiserhöhung zu. „Für die Besitzer heißt es 'friss oder stirb' wenn sie wieder die Preise erhöhen. Im Grunde hast du keine Chance gegen diese steigenden Preise“. Es müsse sich ein Großteil der Gastronomie gegen Sky stellen, sonst würde sich an dieser Situation nichts ändern, meint Martin Wegmaier.

Die Bars befinden sich in einer Zwickmühle: Schaffen sie das das Sky- Abonnement ab, verlieren sie an Kundschaft. Steigen die Preise weiter gen Himmel, müssen die Barbesitzer noch tiefer in die Taschen greifen. 

redro24

Quelle: rosenheim24.de

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