Wenn man sich Strom nicht mehr leisten kann

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Rosenheim – Ab dem 1. Januar 2013 steigen die Strom- und Wasserpreise. Das Sozialamt Rosenheim stellt sich deshalb auf mehr Unterstützungs-Anträge ein. Welche Beihilfen möglich sind:

Oft brennen am Abend in vielen Haushalten sämtliche Lichter, egal ob sie gerade gebraucht werden oder nicht. Ab dem nächsten Jahr werden einige Menschen aber wohl doppelt achtsam sein, denn: ab dem 01.01.2012 sollen die Strom- und Wasserpreise steigen. Grund dafür ist die Erhöhung der gesetzlichen Kostenbestandteile, die auf den Energiepreis augeschlagen werden, die sogenannte EEG-Umlage.

An dieser Erhöhung kommt erst einmal niemand vorbei, egal bei welchem Energieanbieter man seinen Vertrag abgeschlossen hat. So ist es auch bei den Kunden der Stadtwerke Rosenheim. "Es betrifft alle! Es ist ja eine gesetzliche Regelung und keine Frage von Marktpreisen. Daran sind wir schlicht gebunden", erklärt der Geschäftsführer der Stadtwerke, Götz Brühl.

"Weg der erneuerbaren Energien teuer gewählt"

Er, als Chef eines großen Energieversorgers mit rund 45.000 Haushalten allein in der Stadt Rosenheim, sieht die Erhöhung der EEG-Umlage mit gemischten Gefühlen: "Den Weg der erneuerbaren Energien haben wir in Deutschland sehr teuer gewählt. Am Ende landen die Kosten dafür bei jedem einzelnen. Im Grunde genommen müssen die größte Last die Haushalts- und Kleinkunden tragen."

Geschäftsführer Stadtwerke Rosenheim, Dr. Götz Brühl

Diese Last erscheint bei den Stadtwerken Rosenheim mit am geringsten. "Wir haben im Vergleich zu anderen Betreibern die Preiserhöhung nur durch die steigenden gesetzlichen Umlagen. Bei anderen sind aber auch die Netzentgelte erheblich mitgestiegen oder die Preise an sich wurden erhöht", so Brühl. Bestätigt sehe er sich dabei vor allem durch einen starken Wechsel in der letzten Zeit von Kunden anderer Energieversorger zu den Stadtwerken Rosenheim.

Unterstützung bei Strom- und Heizkosten:

Sollten Menschen sich die steigenden Kosten ab dem nächsten Jahr nicht mehr selbst leisten können, dann muss aber niemand im Dunkeln leben. Das Jobcenter und das Sozialamt Rosenheim bietet Hilfen an. "Wenn arbeitende und arbeitslose Menschen nicht in der Lage sind ihren Lebensunterhalt alleine zu bestreiten, dann können Hartz-IV-Leistungen beim Jobcenter beantragt werden", erklärt der Leiter des Rosenheimer Sozialamtes, Christian Meixner.

Bei Menschen älter als 65 Jahre und bei Erwerbsgeminderten greife dann das Sozialamt Rosenheim mit einer Grundsicherung ein. Hier rechne er auf jeden Fall mit mehr Hilfsanträgen ab dem nächsten Jahr, wobei die Energiekosten immer auf einem hohen Niveau seien und es deshalb immer viele Anträge gebe, so der Sozialamtsleiter.

"Einmalige Beihilfen möglich"

Bei einem Hilfsantrag werden auf beiden Seiten, ob Sozialamt oder Jobcenter, zunächst die Kosten aus der wirtschaftlichen und sozialen Situation des Antragstellers errechnet. Dazu gibt es einen gesetzlich vorgeschrieben Regelbedarf, der durch den Gesetzgeber zum 1. Januar nächsten Jahres angehoben wird. Er steigt von 374 auf 382 Euro im Monat. Darin enthalten sind Lebenshaltungskosten, unter anderem für Kleidung, Lebensmittel und auch Strom. Dazu gerechnet werden dann zum Beispiel noch Miet- und Heizkosten. Daraus könnte sich dann ein Gesamtbedarf von 1000 Euro im Monat ergeben. Sollten dem Antragssteller nur 900 Euro zur Verfügung stehen, dann werden die fehlenden 100 Euro durch das Sozialamt Rosenheim oder das Jobcenter aufgestockt. Auch einmalige Beihilfen sind möglich.

kmr

Quelle: rosenheim24.de

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