Real-Mitarbeiter demonstrieren in Rosenheim

"Wenn wir fallen, fallen alle anderen auch!"

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Die streikenden Real-Mitarbeiter zogen am Feitag durch die Rosenheimer Innenstadt.

Rosenheim/Traunstein - Wenn es bei Real derzeit an der Kassen länger dauert, dann liegt das am Streik der Mitarbeiter. Diese demonstrierten am Freitag in der Innenstadt.

Am Freitag gingen in der Rosenheim Innenstadt schätzungsweise 150 bis 200 Beschäftigte von Real auf die Straße. Nicht nur Mitarbeiter aus dem Rosenheimer Markt legten die Arbeit nieder, auch Streikende aus Filialen in Traunstein und München reisten eigens mit Bussen zur Demo an.

Sie zogen mit dem Schlachtruf "Einmal hin, keiner drin!" gemeinsam vom Salingarten ausgehend durch die Stadt und hielten schließlich mit einer Kundgebung auf dem Max-Josefs-Platz.

Tarifflucht trifft ältere Mitarbeiter besonders hart

"Real ist im Mai aus dem Tarifvertrag des Einzelhandels ausgestiegen, um so die ausgehandelten Lohnerhöhungen nicht mehr auszuzahlen zu müssen", erklärt Georg Waesler, Pressesprecher der Gewerkschaft ver.di, gegenüber rosenheim24.de den Grund für den zweitägigen Streik. Außerdem stünden den Beschäftigten Streichungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld ins Haus. In den kommenden 21 Monaten bedeute das rund 2.000 Euro weniger auf dem Konto, so Waesler. 

Diese "Tarifflucht" treffe dabei vor allem die älteren der 35.000 Real-Mitarbeiter in Deutschland hart, viele würden so direkt in die Altersarmut gestoßen.

Das sagen die Streikenden:

Fotos: Das sagen die streikenden Real-Mitarbeiter

Real ist dem großen Metro-Konzern untergeordnet, daher kommt dem Streik eine besondere Bedeutung für alle Beschäftigten im Einzelhandel zu, so ein streikender Mitarbeiter: "Wenn wir fallen, fallen alle anderen auch! Kaufland und so weiter haben die schlechteren Verträge schon gedruckt!"

Real in Rosenheim normal geöffnet

Der Markt in Rosenheim ist heute trotz Streiks ganz normal geöffnet. Die Verantwortlichen hätten als Ausgleich für die fehlenden Beschäftigten Leiharbeiter angeworben. "Was den Kunden auffallen wird ist, dass heute noch weniger Personal im Markt ist als sonst", so Waesler. Es könne durch ungelernten Aushilfen zum Beispiel an den Kassen länger dauern als normal.

Fotos: Real-Mitarbeiter demonstrieren in Rosenheim

Parallel zur Arbeitskampfmaßnahme in Rosenheim, streiken auch Mitarbeiter der Filialen in Nürnberg. Wie es nun für die Beschäftigten der Supermarktkette weiter geht, ist noch ungewiss, wie Georg Waesler verdeutlicht: "Wir führen solange Aktionen in Deutschland durch bis Real wieder in den Tarifvertrag zurückkehrt!"

 

sse

Quelle: rosenheim24.de

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