1501 Bürger nehmen Stellung zu Brenner-Basistunnel

"Schweigende Mehrheit" für Brenner-Nordzulauf - neue Aufgaben für Bahn

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Dr. Peter Matuschek, Forsa (M.), stellte die Ergebnisse vor. Franz Lindemair, Sprecher Großprojekte Deutsche Bahn (l.) und Torsten Gruber, Projektmanager Deutsche Bahn (r.) zeigten sich zufrieden. 
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Rosenheim - In der vergangenen Zeit wurden vor allem kritische Stimmen zum Brenner-Nordzulauf laut. Jetzt sorgt das Ergebnis einer repräsentativen Forsa-Umfrage für eine große Überraschung. Oder doch nicht?

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Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat im Auftrag der Deutschen Bahn die Haltung der Bewohner des Planungsraumes zum Brenner-Nordzulauf untersucht. Die konkrete Frage der repräsentativen Umfrage: Wie stehen Sie persönlich zu dem Ausbau der Eisenbahnstrecke in Richtung Brenner: Sind Sie dafür oder sind Sie dagegen? Das Ergebnis der Telefonbefragungen mag auf den ersten Blick verblüffen: 78 Prozent der deutschen Umfragenteilnehmer sprachen sich für das Mammutprojekt aus. Lediglich 13 waren dagegen und neun wollten keine Beurteilung abgeben. 

"Die wichtigsten Aspekte der Befürworter waren eine Reduzierung des allgemeinen Verkehres, der Staus und der Lastwagen auf der Straße", erklärte Dr. Peter Matuschek, Autor der Studie. 

In der vergangenen Zeit waren vor allem kritische Stimmen zu hören gewesen, die sich gegen den Brenner-Nordzulauf aussprachen. Dennoch sei das Ergebnis nicht ungewöhnlich, sagte Matuschek. "Wie bei anderen Infrastruktur-Projekten, etwa Stuttgart 21, ist auch hier die schweigende Mehrheit für den Ausbau." Immerhin bestehe für die Befürworter keine Veranlassung, sich zu äußern.

Nord-Süd-Gefälle erkennbar

"Wir stehen vor einem sehr heterogenen Raum.", sagte Torsten Gruber, Projektleiter der Deutschen Bahn. Gemeinden die nördlich liegen, stünden dem Nordzulauf eher ablehnend gegenüber. "Brauchen wir das überhaupt? ist dann oft die Frage. So zum Beispiel im Bereich um Stephanskirchen." Diese Haltung sei aber unter anderem auch auf die Arbeit in den Gemeindeforen zurückzuführen. "Es ist wichtig, dass die Informationen aus den Foren neutral weitergegeben werden. Das ist oft schwierig, wenn ein Bürgermeister dem Projekt ablehnend gegenüber steht." Über diese Problematik werde aber in Zukunft in den Gremien intensiv diskutiert werden. 

Ganz anders sieht es auf der österreichischen Seite aus. 9 4 Prozent der Befragten Österreicher wollen den Ausbau der Eisenbahnstrecke in Richtung Brenner. "Das liegt auch daran, dass der Ausbau hier schon weiter vorangeschritten ist.", erklärte Dr. Peter Matuschek. 

Viele Informationen - aber nicht tief genug

Acht von zehn Menschen kennen das Bahn-Projekt im Inntal. Das sind immerhin schon 83 Prozent. "Sechs von zehn, oder 57 Prozent, haben sich dazu schon eine Meinung gebildet", so Matuschek. 86 Prozent davon sind sich ihrer Meinung sicher. 

"Wir laden regelmäßig zu Informationsveranstaltungen ein, die sehr gut besucht werden", freut sich Bahn-Projektleiter Torsten Gruber. Im Durchschnitt kämen 300 Gäste. "Die Unterlagen zu dem Gleisausbau wurden bis jetzt 5.000 mal heruntergeladen".

78 Prozent für Brenner-Nordzulauf

Trotz dieser offensiven Informationsstrategie gibt es an dieser Stelle Gegenwind. "Die Menschen verlangen tiefergehende Informationen.", so Gruber. Dafür wollen die Verantwortlichen der Bahn nun neue Möglichkeiten ausarbeiten. "Unter anderem wollen wir vermehrt Umfragen durchführen", sagte Franz Lindemair, Sprecher für Großprojekte der Deutschen Bahn. "Vor allem der Streckenverlauf ist für die Bürger sehr wichtig. Und die Frage: 'Wann geht es endlich los?'", so Gruber. 

Die Vertreter der Bahn wollen daher verstärkt das persönliche Gespräch auf kommunaler Ebene suchen. "Das ist noch wichtiger als die Sozialen Medien." Ü ber die Arbeit in den Gemeindeforen seien nicht ohne Grund 55 Prozent der Indikatoren für die Schienentrasse angepasst worden. "Über die Infostände auf unseren Veranstaltungen erhalten wir außerdem ein direktes Feedback, das wir mit einfließen lassen."

kil

Quelle: rosenheim24.de

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