Prozess-Termin gegen Ex-PI-Leiter steht

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Das Foto zeigt den Jugendlichen nach dem Vorfall auf der Rosenheimer Wiesnwache

Rosenheim/Traunstein - Beim Herbstfest 2011 soll ein leitender Polizist aus Rosenheim einen 15-Jährigen schwer misshandelt haben. Jetzt gibt es ein konkretes Datum für den Prozess.

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Rund ein Jahr nach dem Vorfall, der sich 2011 auf der Wiesn-Wache des Rosenheimer Herbstfestes zugetragen haben soll, wird der Fall vor dem Landgericht Traunstein aufgearbeitet. Wie die Nachrichten-Agentur dpa aus Justizkreisen erfuhr, ist der 13. September 2012 für den Prozessbeginn angesetzt. Die 2. Strafkammer wolle etwa vier Tage verhandeln und noch im September ihr Urteil verkünden.

Angeklagt ist der ehemalige Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim. Der im Moment vom Dienst suspendierte 50-Jährige soll am 3. September 2011 einen Jugendlichen nach dem Volksfestbesuch schwer misshandelt haben. Unter anderem soll der Beamte den Kopf des gefesselten Opfers mehrfach gegen die Wand geschlagen haben. Der 15-Jährige musste im Krankenhaus behandelt werden.

Ausgangslage der Schläge auf der Wiesnwache war die Festnahme des 15-Jährigen wegen einer Schlägerei. Daran war der Schüler aber nach den Ermittlungen gar nicht beteiligt. Er wurde dennoch gefesselt und vom jetzt angeklagten Beamten persönlich auf die Wache gezerrt.

„Auf dem Weg dorthin und anschließend auf der Wiesnwache soll der ehemalige Inspektionsleiter den 15-Jährigen wiederholt körperlich misshandelt haben“, schrieb die Staatsanwaltschaft bei der Anklageerhebung. „Bei dem Jugendlichen wurden eine Platzwunde an der Unterlippe, ein Bruch des linken oberen Schneidezahns, Schäden am Zahnschmelz zweier weiterer Zähne und ein Bluterguss am Schienbein festgestellt.“ Den Schulstart eineinhalb Wochen später erlebte der Bursche zu Hause - er war noch immer krankgeschrieben.

Aus dem Archiv:

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, den vorläufig suspendierten Beamten durch Zeugenaussagen - unter anderem von eigenen Kollegen - und durch Sachverständigengutachten der Tat überführen zu können. Für Körperverletzung im Amt sieht das Gesetz eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Der Fall beschäftigte auch den Bayerischen Landtag. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kündigte die vollständige polizeiinterne Aufklärung bei der für Amtsdelikte zuständigen Abteilung im Polizeipräsidium München an.

dpa/re

Quelle: rosenheim24.de

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