Flüchtlinge bei "junge arbeit"

Ludwig: "Jungen Menschen Perspektiven bieten"

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(v.l.) Johannes Fischer (Leiter des Rosenheimer Kreisjugendamts), Dr. Markus Schmitz (Vorsitzenden der Geschäftsführung der regionalen Bundesagentur für Arbeit), MdB Daniela Ludwig und Dr. Nicole Cujai (Vorsitzenden der Geschäftsführung der Rosenheimer Agentur für Arbeit)
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Rosenheim - Mit einem einzigartigen Pilotprojekt sorgt das Team von "junge arbeit" für die Eingliederung minderjähriger Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. Jetzt sogar mit tatkräftiger Hilfe:

Zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig, Dr. Markus Schmitz, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der regionalen Bundesagentur für Arbeit, Johannes Fischer, dem Leiter des Rosenheimer Kreisjugendamts und Dr. Nicole Cujai, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Rosenheimer Agentur für Arbeit, stellten die Mitarbeiter der Jugendhilfeorganisation "junge arbeit" ein neuartiges Konzept zur Förderung von minderjährigen, unbegleiteten Flüchtlingen vor. Wie genau der Zugang zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt so für die jungen Flüchtlinge erleichtert werden soll:

Prognosen: 12.000 mehr Arbeitslose 2016

"Wir stehen hier vor einem Marathon und keinem Sprint", verdeutlichte Dr. Markus Schmitz die derzeitigen Herausforderungen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt in Bezug auf die aktuelle Flüchtlingskrise. So biete der aktuelle Arbeitsmarkt doch die besten Herausforderungen für die bevorstehende Aufgabe: Nach dem sogenannten "Goldenen Oktober" in Bayern mit Vollbeschäftigung in vielen Bezirken und einem vergleichsweise hohen Stellenbestand gelte es nun, die Flüchtlinge auch in Sachen Arbeit und Ausbildung in Bayern zu integrieren. Aufgrund des nach wie vor anhaltenden Zulaufs gehe Schmitz davon aus, dass im kommenden Jahr rund 12.000 Arbeitslose mehr in der Statistik auftauchen werden. Derzeit befänden sich rund 16.000 Personen mit Fluchthintergrund bereits in der Zuständigkeit der Agentur für Arbeit.

Insgesamt vier Säulen misst Dr. Markus Schmitz dabei für die berufliche Integration einen besonderen Stellenwert bei: Neben der reinen Sprachkompetenz müsse künftig auch die berufliche Vorbildung junger Asylbewerber besser eingeschätzt und auf die deutschen Bedürfnisse angepasst  werden. Dazu komme dann noch der zusätzliche Erwerb von Qualifikationen und eine ganzheitliche Betreuung, die eine Orientierung im neuen Land erleichtern soll. Schmitz schätzt weiter, dass bis 2019 rund 60.000 Personen mit Fluchthintergrund auf dem Arbeitsmarkt in Bayern angekommen sein werden.

"Wir werden trotzdem nicht sparen an anderen Menschen, die bereits hier sind", verdeutlichte Schmitz dabei die Maßnahme, dass ab dem kommenden Jahr zusätzlich 45 Mio. Euro im Budget der Agentur veranschlagt werden sollen, alleine 15 Mio. Euro für Sprachkurse. Damit das Projekt Integration schließlich auch erfolgreich sein könne, seien gute Partner von immenser Wichtigkeit, so Schmitz.

"junge arbeit": Deutschkurse, Qualifizierung und sozialpädagogische Betreuung

Mit sogenannten Orientierungshilfen versuchen die Mitarbeiter bei "junge arbeit" eine erste Berufsorientierung für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge zu erreichen. Zur einen Hälfte besteht dieses Programm aus Intensiv-Deutschkursen und der Vermittlung von berufsgezogenen Sprach-Kenntnissen. Im zweiten Teil des Programms, dem sogenannten Qualifizierungsmodul, steht neben der Fachtheorie das Kennenlernen von verschiedenen Berufsfeldern beispielsweise über ein Praktikum im Fokus. Dazu kommt übergreifend die sozialpädagogische Betreuung, in der vor allem am Schlagwort Perspektive für die Jugendlichen gearbeitet wird. In 10 bis 12 Monaten sollen den jungen Asylbewerber so eine selbstständige Lebensführung in Ausbildung oder Beruf in Deutschland nahegebracht werden.

"Jungen Menschen Perspektiven bieten"

"Wir lernen den jungen Menschen Deutschland. (...) Integration kann nur funktionieren wenn man sich gegenseitig versteht", verdeutlichte Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig die Bedeutung der Maßnahmen bei "junge arbeit" in Rosenheim. Trotzdem müssten sich die Flüchtlinge auch bewusst sein, dass Ziele, mit denen sie nach Deutschland gekommen sind, manchmal nicht erreichbar seien, beispielsweise ein Studium. "Wir können aber kleinere Ziele bieten und vor allem ein sicheres Leben. Wir können den jungen Menschen Perspektiven bieten", so die Bundestagsabgeordnete weiter. So müsse es im Interesse aller sein, die Menschen "hereinzuholen", zumal eine Vielzahl der Jugendlichen "mindestens für Jahre, manche aber auch für immer", in Rosenheim, Bayern und Deutschland blieben. Eine Aufgabe mit der "junge arbeit" eine herausgehobene Sonderstellung als Pilotprojekt im ganzen Bundesgebiet einnehme.

Quelle: rosenheim24.de

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