Noichl erfreut: Saatgutverordnung vom Tisch

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Rosenheim - Die Pläne zur EU-Saatgutverordnung wurden endgültig begraben. Der Bestand von altem Saatgut und traditionellen Kulturpflanzen wäre erheblich gefährdet gewesen.

Die ursprünglichen Pläne der Europäischen Kommission zu der Europäischen Saatgutverordnung sind endgültig vom Tisch. In dieser Woche bestätigten interne Quellen aus der EU-Kommission, dass die Vorschläge zum Inverkehrbringen von Pflanzenvermehrungsmaterial komplett zurückgezogen werden. Die europäischen Sozialdemokraten haben als Verhandlungsführer auf Seiten des Europäischen Parlaments seit jeher gegen diese Gesetzesinitiative gekämpft.

Die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl begrüßt die jüngsten Entwicklungen: "Es ist gut, dass die neue EU-Kommission einsichtig ist und diese schlechte Gesetzesinitiative nun endlich begräbt. Der europäische Binnenmarkt darf nicht zum Spielplatz der großen Agrarkonzerne werden. Die ursprünglichen Vorschläge der EU-Kommission hätten vorwiegend den großen Multis in die Hände gespielt und den Bestand von altem Saatgut sowie traditionellen Kulturpflanzen gefährdet."

Das Arbeitsprogramm der EU-Kommission für 2015 sah eigentlich vor, als Reaktion auf die enorme Kritik seitens des Europäischen Parlaments zu den ursprünglichen Plänen, noch in diesem Jahr einen neuen überarbeiteten Vorschlag zum Inverkehrbringen von Pflanzenvermehrungsmaterial vorzulegen. Nun hat die EU-Kommission aber auch dieses Vorhaben verworfen.

"Die Idee, alle Saatgutarten in Europa zunächst in einem Zentralregister aufzulisten, hätte zu einem hohen bürokratischen Aufwand geführt und wäre mit enormen Kosten verbunden gewesen. Alte und seltene Sorten, wie sie etwa in unserem Landkreis Rosenheim existieren, hätten sich durch einen regulatorischen Dschungel kämpfen müssen. Eine potentielle Folge wäre eine weitere Konzentration von Sorten in den Händen der großen Agrarkonzerne gewesen", erklärt die SPD-Agrarexpertin Maria Noichl.

Dennoch sieht die Sozialdemokratin durchaus Handlungsbedarf. Denn aktuell ist das Inverkehrbringen von Pflanzenvermehrungsmaterial in zwölf verschiedenen Richtlinien geregelt. Mehr Sinn würde es ergeben, diese Rechtsakte in einem einzigen Gesetzestext mit verbesserten Regeln zum Handel mit Saatgut zusammenzufassen. Maria Noichl: "Wir sind offen für jeden Vorschlag, der die Qualität, Gesundheit und Artenvielfalt unseres Saatguts sicherstellt."

Pressemitteilung Büro Maria Noichl

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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