Der Ersatzfahrer überreichte die Kündigung

Landkreis - 70.000 Euro Schaden, sechs Verletzte, ein brennender Lkw - über mangelnde Arbeit konnte sich die Polizei nicht beklagen. Den Vogel schoss jedoch ein betrunkener Tscheche ab:

An diesem Wochenende herrschte im Dienstbereich der Verkehrspolizei Rosenheim normales Verkehrsaufkommen. Lediglich am Samstagvormittag kam es nach einem Verkehrsunfall auf der A 8 in Fahrtrichtung Münchenzu kürzeren Behinderungen. Eine 37-jährige Österreicherin war mit ihrem Mercedes-Oldtimer aufgrund eines Defekts kurz vor der Anschlussstelle Achenmühle auf dem rechten Fahrstreifen liegengeblieben. Sie war gerade dabei, ihr Fahrzeug abzusichern, als eine 64-jährige Deutsche das Hindernis zu spät bemerkte und mit ihrem VW seitlich touchierte. Verletzt wurde niemand, der Schaden am VW beträgt in etwa 5.000 Euro, der Schaden am Oldtimer ungefähr 20.000 Euro. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden.

Hoher Schaden bei Unfall

Vier Leichtverletzte dagegen forderte ein Verkehrsunfall am Freitagabend im Gemeindebereich von Rohrdorf. Eine 85-Jährige fuhr mit ihrem Opel Meriva von Sinning kommend auf der RO 26 Richtung Staatsstraße 2359 und wollte an der Einmündung in diese nach links Richtung Neubeuern abbiegen. Dabei übersah sie den von Neubeuern kommenden Fiat Panda einer 41-Jährigen und es kam zum Zusammenstoß. Die Unfallbeteiligten und die beiden mitfahrenden Kinder der 41-Jährigen wurden Leicht verletzt, sie erlitten Prellungen und Schürfwunden. Der Gesamtschaden an den Fahrzeugen beträgt rund 11.000 Euro, sie mussten abgeschleppt werden. Die Feuerwehr Rohrdorf band auslaufende Betriebsstoffe und säuberte die Unfallstelle.

An Brückeneinfassung überschlagen

Bei einem weiteren Verkehrsunfall am frühen Samstagmorgen wurden auf der Inntalautobahn zwei Personen verletzt, eine davon schwer. Ein 51-jähriger Tscheche fuhr mit seinem Wohnmobil Richtung Österreich und kam kurz nach der Anschlussstelle Oberaudorf aufgrund eines Fahrfehlers nach rechts von der Fahrbahn ab. An einer Brückeneinfassung wurde das Fahrzeug in die Luft katapultiert, überschlug sich und blieb auf dem Grünstreifen liegen. Der Fahrer selbst wurde nicht verletzt, sein mitfahrender 26jähriger Sohn erlitt leichte Verletzungen, die 23jährige Freundin des Sohnes jedoch musste mit dem Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung ins Klinikum Rosenheim eingeliefert werden. Der Gesamtschaden beträgt in etwa 31.000 Euro.

Öl lief auf Autobahn

Am frühen Samstagvormittag schließlich wurde eine Streife der Verkehrspolizei zum Irschenberg gerufen. Aufgrund eines technischen Defekts lief bei einem griechischen Sattelzug Öl auf den Motorblock und begann zu rauchen, außerdem entstanden kleinere Feuer im Motorraum, die vom 59-jährigen Fahrer jedoch selbst gelöscht werden konnten.

Das nicht verbrannte Öl lief auf die Fahrbahn und benetzte diese großflächig. Es wurde zunächst vom THW, dann durch die Autobahnmeisterei Holzkirchen sowie die Feuerwehren Irschenberg und Au gebunden. Der Sattelzug, der mit 17 Tonnen Trauben beladen war, musste abgeschleppt werden.

Betrunkener Tscheche liegt auf Autohof

Der Disponent einer tschechischen Spedition rief am frühen Freitagnachmittag bei der Verkehrspolizei Rosenheim an und teilte mit, dass einer seiner Fahrer mit seinem Sattelzug auf einem Autohof in Raubling steht, obwohl er unterwegs sein sollte und am Telefon nur wirr redet. Eine Streife traf den 21-jährigen Fahrer in seinem Lkw sitzend an und erkannte schnell den Grund für sein Verhalten, ein Alkoholtest erbrachte nämlich einen Wert von über 2,5 Promille.

Um zu verhindern, dass er alkoholisiert weiterfährt, wurde sein Fahrzeugschlüssel sichergestellt. Er sollte ihm wieder ausgehändigt werden, sobald er seinen Rausch im Führerhaus seiner Sattelzugmaschine ausgeschlafen hat. Die Spedition schickte jedoch einen Ersatzfahrer, der ihm die Kündigung übergab und ihn kurzerhand mit seinen Habseligkeiten vor die Tür setzte und wegfuhr. Der 21-Jährige sollte von seinen Eltern am Autohof abgeholt werden.

Die Wartezeit, die Eltern reisten aus Tschechien an, verkürzte er sich mit weiterem Alkoholkonsum. Am Abend, der Alkoholtest zeigte immer noch über 2,5 Promille an, wurde er deshalb in Gewahrsam genommen und verbrachte die Nacht in einer Zelle der Verkehrspolizei. Ausgenüchtert wurde er am Samstagmorgen wieder entlassen. Nur gut sechs Stunden später musste er jedoch wieder in Gewahrsam genommen werden, da er wieder betrunken mit einer neuen Flasche Wodka auf dem Hof einer nahegelegenen Tankstelle lag.  Diesmal blieb er so lange in der Zelle, bis er nur wenige Stunden später direkt an seine Eltern übergeben werden konnte.

Pressemitteilung Verkehrspolizeiinspektion Rosenheim

Quelle: rosenheim24.de

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