Kriminalserie "Tatort24"

Banküberfall in Feldkirchen-Westerham mit Geiselnahme: Wo ist der Täter? 

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Die Überwachungskamera zeichnete den Überfall und die Geiselnahme in Feldkirchen-Westerham im Jahr 2010 auf. 
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Feldkirchen-Westerham - Ein bewaffneter Bankräuber überfiel vor über sechs Jahren eine Sparkassenfiliale. Der Täter wird wegen schwerem Raub und erpresserischem Überfall mit Geiselnahme bis heute gesucht. Die Kripo Rosenheim setzt erneut auf die Hinweise aus der Bevölkerung, um den Bankräuber endlich dingfest machen zu können.

Es passierte am 5. Oktober 2010 gegen 16.30 Uhr: Die Sparkasse Westerham in der Miesbacherstraße hatte bereits geschlossen. In der Filiale befanden sich noch die 46-jährige Bankangestellte sowie deren Tochter mit Freundin. Die beiden 16-jährigen Mädchen warteten im Eingangsbereich auf die Frau, als der Täter unter den schon halb geschlossenen Rollladen die Sparkasse betrat. 

Der Mann bedrohte die drei mit einer Waffe, nahm eines der Mädchen zur Geisel und erpresste von der Bankangestellten Geld. Die kam seinem Befehl umgehend nach – um die Gesundheit des Mädchens nicht aufs Spiel zu setzen.

Die Überwachungskamera zeichnete auf, wie der Täter das verängstigte Mädchen mit der Waffe in Schach hielt. 

Auffällig: Der Griff der Pistole

„Die beiden Mädchen und auch die Mutter standen schwer unter Schock“, erklärt Herbert Leipold-Beck, Kriminalhauptkommissar in Rosenheim und Sachbearbeiter des Falls. „Der Täter hielt das weinende und völlig verängstigte Mädchen mit einer handelsüblichen kantigen Handfeuerwaffe in Schach, während die 46-Jährige ihm das Geld im Kassenbereich aushändigte.

Ob die schwarze Pistole echt war oder ob es sich dabei nur um eine Attrappe handelte, könne man im Nachhinein nicht nachvollziehen. Auffällig: „Der Täter hielt die Waffe untypisch. Er legte den Finger an die längliche Seite und nicht an den Abzug – so, als würde er sie gar nicht benutzen wollen“, erklärt Leipold-Beck.

Täter war wie vom Erdboden verschluckt

Nachdem der Mann einen hohen fünfstelligen Geldbetrag erbeutete, ließ er seine Geisel frei und flüchtete. Eine groß angelegte Fahndung verlief ohne Erfolg, schildert der Kriminalhauptkommissar: „Wir haben in alle Richtungen ermittelt. Doch der Täter war wie vom Erdboden verschwunden.“  

Details zur Flucht - ob mit Auto, Fahrrad, zu Fuß oder per Zug am nahegelegenen Bahnhof - sind nicht bekannt. Hinweise auf Komplizen gibt es nicht. Die Autoschlüssel der 46-jährigen Geschädigten habe der Täter zwar mitgenommen, das Auto blieb aber vor Ort. „Der Täter wollte wohl verhindern, dass ihm jemand folgen kann“, vermutet Leipold-Beck. 

Das Phantombild des Bankräubers. 

Täterbeschreibung: 

  • circa 1,70 bis 1,75 Meter groß
  • circa 35 bis 55 Jahre alt
  • untersetzte Figur
  • Bekleidet mit einer beigen, ärmellosen Weste mit dunklen Absätzen, Jeans mit Waschflecken auf Knie und Oberschenkel und einem roten langärmeligen Rollkragenpullover
  • Das Gesicht verdeckte der Täter, indem er die schwarze Mütze mit grauem Umschlag tief ins Gesicht und den Pullover bis zur Nase nach oben zog. 
  • weiße/helle Handschuhe – eventuell Einweghandschuhe
  • vermutlich kurze graue Haare und Dreitagebart
  • vermutlich Westeuropäer, er sprach ungebrochenes Hochdeutsch ohne merklichen Akzent
  • mögliche österreichische/schweizerische Richtung: Laut Opfern äußerte sich der Täter in Bezug auf den Kassenbereich mit „Wo ist Kassa?“ 

Kripo Rosenheim: "Alle Hinweise sind wichtig!"

Ein Zeuge hat den Täter unmaskiert vor dem Überfall vor der Bank gesehen und anhand der Kleidung wiedererkannt. „Dadurch konnten wir ein sehr genaues Phantombild anfertigen“, erklärt der Kriminalhauptkommissar.

Obwohl bis heute die Ermittlungen intern weiterlaufen und immer wieder Hinweise aus der Bevölkerung eingehen, sei der entscheidende bisher nicht dabei gewesen.

Die Kriminalpolizei Rosenheim bittet Zeugen, sich zu melden: Wer hat verdächtige Beobachtungen bezüglich des Täters gemacht oder konkrete Auffälligkeiten am Tattag vernommen? Die Sparkasse Westerham hat für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, eine Belohnung im Wert von 3.000 Euro ausgesetzt.

Der letzte Fall: Raub mit Todesfolge in Prien

Unsere Kriminalserie "Tatort24" endet mit einem aufgeklärten Mord in Prien. Im März 2002 wurde ein 85-Jähriger Kaufmann tot in seinem Haus aufgefunden. Er war Opfer eines Raubüberfalls geworden, der Mann überlebte die Nacht nicht. Zahlreiche Spuren und Hinweise führten die Kripo nach Bulgarien – und schließlich zu den Tätern. 

Tatort24 - Alle Fälle im Überblick:

mb

Quelle: mangfall24.de

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