Demo gegen AfD-Infoabend in Rosenheim

Mit Konfetti und buntem Rauch gegen AfD-Ansichten zu Familie protestiert

+
  • schließen

Rosenheim - Am Donnerstagabend hat eine Informationsveranstaltung der AfD zum Thema "Frauen und Familie" für einen größeren Polizeieinsatz gesorgt. Aktivisten haben spontan und unangemeldet dagegen demonstriert.

Zum Weltfrauentag am 8. März hat die AfD zu einem Informationsabend mit dem Bundestagsabgeordneten Wolfgang Wiehle geladen. Doch am Ende ist die Veranstaltung von einem Großeinsatz der Polizei geprägt gewesen.

Thema des Treffens ist "Frauen und Familie" gewesen. Dabei haben die beiden Referenten - der AfD-Bezirkstagskandidat Christian Demmel und der Münchener Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wiehle (AfD) - über die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft und deren Einfluss auf die Familie gesprochen, wie die Partei in einer Mitteilung berichtet.

Die Familie sei der Kern der Gesellschaft und die Wiege unserer Gesellschaftsordnung, erklärt Christian Demmel in seinem Vortrag. Frauen nehmen seiner Meinung nach eine wichtige und spezifische Rolle ein. Wenn Kinder unnötig von ihren Müttern oder der gesamten Familie entfremdet werden, verursache dies nachhaltige Entwicklungsdefizite. Eine enge persönliche Bindung könne im Kindergarten nicht entstehen. Diese sei für das Kindeswohl jedoch unerlässlich. Auch die Frühsexualisierung von Kindern kritisiert er vehement.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wiehle bei seinem Referat.

Auch Wolfgang Wiehle spricht über das Thema Familie, im Speziellen Familiennachzug. Er hat in seinen Ausführungen klargestellt, dass die AfD den Familiennachzug für Migrantenfamilien nicht mittragen werde. Zum Thema Dieselfahrverbot hat der Politiker erklärt, dass man diese auf jeden Fall zu verhindern versuchen werde.

Als Mitglied des Verkehrsausschusses ist Wolfgang Wiehle zudem auch zum Brenner-Basistunnel befragt worden. Er hat daraufhin die Position der AfD in Rosenheim bestätigt und versprochen, sich weiterhin dafür einzusetzen, dass sich die Bürger beteiligen dürfen sowie Lärmschutz, Untertunnellungen und Einhausungen diskutiert werden.

"Hart erkämpfte Standards werden wieder in Frage gestellt"

Das Bündnis Contre la Tristesse hat sich am Donnerstagabend spontan dazu entschlossen, gegen die "antifeministische Veranstaltung" der AfD zu demonstrieren. Da diese Aktion nicht genehmigt gewesen ist, hat sie letztlich zu einem Polizeieinsatz geführt.

Laut einer Mitteilung haben sich etwa dreißig Aktivisten vor dem Gasthaus in Langenpfunzen lautstark und mit Parolen wie "Küche, Ehe, Vaterland – unsere Antwort Widerstand!" oder "Antifeminismus raus aus den Köpfen" versammelt.

"Mittels Konfetti, buntem Rauch und queerer Kleidungen wollten die Aktivisten das reaktionäre, binäre Geschlechterbild der AfD ins Wanken bringen und diesem ihr eigenes Bild einer befreiten Gesellschaft entgegenstellen", heißt es in der Mitteilung.

Tamara K., eine Sprecherin der Aktion, erklärt dazu: "Wir sehen in der AfD den parlamentarischen Ausdruck eines gesellschaftlichen, antifeministischen Rollbacks. Selbst hart erkämpfte Standards werden heute wieder in Frage gestellt."

"Wir wissen selbst am besten, was gut für uns ist. Wir wollen eine Gesellschaft ohne patriarchale Zurichtung und sexistische Gewalt. Wir wollen solidarische und emanzipatorische Lebensentwürfe entwickeln können ohne diese ständig gegen Rechts und den Zugriff des Staates verteidigen zu müssen! Deshalb haben die AfD und andere Akteure des antifeministischen Rollbacks auch weiterhin mit unserer wütenden Kritik zu rechnen!", heißt es weiter.

Acht Personen vor Ort angetroffen

Bei dem Großeinsatz am Donnerstagabend sind der Polizei zunächst vierzig bis fünfzig demonstrierende Personen gemeldet worden. Beim Eintreffen der Beamten sind acht Personen vor Ort angetroffen worden, berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd.

Daraufhin sind die Personalien der Anwesenden aufgenommen worden. Nun wird wegen eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ermittelt. Von Straftaten wird derzeit nicht ausgegangen.

ksl

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser