Diskussion um Parkgebühren auf der Loretowiese

Borrmann: "Zwangs-Vergewaltigung der Verkehrsteilnehmer"

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Rosenheim - Rund 700 Parkplätze biete die Loretowiese. Wenn es nach der Rosenheimer SPD geht, sollen diese Stellflächen künftig nicht mehr kostenlos benutzt werden können. Diskussionen im Ausschuss:

Bereits im Jahr 2015 führte die Rosenheimer Stadtverwaltung Befragungen auf der Loretowiese durch. Das Ziel: Daten und Meinungen über die Nutzung der kostenfreien Parkplätze zu sammeln. In einem Schreiben an die Oberbürgermeisterin forderte die SPD-Fraktion im Stadtrat, diese Flächen künftig nur noch gegen Gebühr zur Verfügung zu stellen. Die Reaktionen unserer Leser zu diesem Thema war bereits im Januar eindeutig. Jetzt diskutierte der Hauptausschuss im Rathaus über die Thematik:

"Es geht darum, wie wir weitermachen"

"Die Befragung ist jetzt schon lange her. Jetzt müssen wir endlich vorankommen", erklärte Elisabeth Jordan, Mitglied der SPD im Rosenheime Stadtrat, am Dienstag. Die Einnahmen aus den Parkgebühren sollten dabei in die Stärkung des ÖPNV fließen, Anwohner sollten aber auch weiterhin kostenlos parken dürfen, so Jordan, und weiter: "Es ist Zeit, dass sich etwas ändert, wir brauchen dringend ein Umdenken", so Jordan und verwies auf die erfolgreichen Veränderungen beispielsweise am Rosenheimer Bahnhof.

"Das haben wir doch schon häufiger diskutiert. Ich lehne diese Zwangs-Vergewaltigung der Verkehrsteilnehmer ab", entgegnete CSU-Sprecher Herbert Borrmann. Man müsse eher Alternativen schaffen, etwa den Busverkehr in der Stadt beschleunigen. Ein Konzept zum kostenpflichtigen Parken auf der Loretowiese treffe am Ende diejenigen, die ganztags einen Parkplatz benötigten.

Eine Beobachtung, die auch Robert Multrus von den Freien Wählern teilen konnte: "Der Großteil nutzt die Loretowiese als Pendler-Parkplatz. (...) Wir brauchen diese Arbeiter in Rosenheim."  Wenn man sich dennoch für eine Bewirtschaftung aussprechen wolle, dann müsse es angemessene Angebote für Langzeit-Parker geben. Zunächst müsse man aber den Zustand der Flächen soweit verbessern, damit man auch guten Gewissens Gebühren verlangen könne.

Franz Lukas von den Rosenheimer Grünen verwies auch auf die aktuelle Haushaltssituation. "Dort wird eine Leistung der Stadt in Anspruch genommen und wir verzichten auf die Gebühren." Man sehe durchaus die Notwendigkeit, Geld zu verlangen, wünsche sich aber zusätzlich ein Gesamtkonzept, das auf die gesamte Stadt anwendbar sei.

Knappe Entscheidung gegen die Parkgebühren

Am Ende sprach sich der Hauptausschuss mit 5 zu 6 Stimmen gegen den Antrag der SPD aus. Auch weiterhin soll das Parken auf der Loretowiese kostenfrei bleiben. "Rund 70 Prozent der Parker kommen von Außen. Wie erklären wir diesen Leuten dann, dass wir die Gelder in den städtischen ÖPNV stecken", äußerte sich auch Gabriele Bauer kritisch. Die Oberbürgermeisterin habe dazu das Gefühl, dass die Überlegungen zu diesem Thema noch nicht reif seien. Dennoch wolle man sich im Kreis der Verwaltung weiter Gedanken machen.

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild picture alliance / dpa

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