Kreisjugendamt Rosenheim organisiert Konferenz

Eine coole Sache

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Das sind die Teilnehmer der dreitägigen Konferenz.

Rosenheim - Die dreitägige Konferenz wurde eine überraschende Erfahrung. Nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Organisatoren und die anwesenden Kommunalpolitiker:

Gesundheit, Nahverkehr oder Asyl – schon durch die Themenauswahl widerlegten die meist nicht in Vereinen und Verbänden organisierten jungen Menschen das Vorurteil, sich nicht für Politik und Gesellschaft zu interessieren. Unter dem Dach der Euregio Inntal organisierte das Kreisjugendamt Rosenheim eine dreitägige Konferenz für 14 bis 18-Jährige aus dem Landkreis Rosenheim und dem Bezirk Kufstein.

Sabine Stelzmann vom Kreisjugendamt Rosenheim fand es imponierend wie in der Arena in Kufstein miteinander diskutiert und intensiv zugehört wurde. Moderiert von Erik Flügge, einem der kompetentesten Ansprechpartner in Sachen junge Generation und Politik in Deutschland, entwickelten die Jugendlichen auf Grundlage ihrer persönlichen Erfahrungen Ideen, Anregungen und Erwartungen. Und sie erklärten sich bereit, in verschiedenen Projekten an der Verwirklichung ihrer Wünsche mitzuarbeiten. Gerade diese Bereitschaft, sich engagieren zu wollen, beeindruckte die anwesenden Kommunalpolitiker. Deshalb durften sich die jungen Konferenzteilnehmer über einige konkrete Zusagen freuen.

Kufsteins Bürgermeister Martin Krumschnabel will die beanstandeten langen Wartezeiten in der Notaufnahme des Kufsteiner Krankenhauses im Krankenhausverbund zur Sprache bringen. Zudem will er sich erkundigen, ob das aus Sicht der Jugendlichen viel zu langsame Internet in Kufstein beschleunigt werden kann. Die Kufsteiner Gemeinderätin Saskia Fuchs-Roller will an der Idee eines mobilen Discobusses dranbleiben, der nach den Wünschen der Jugendlichen in den Ortschaften beidseits der Grenze Station machen soll. Ihre Gemeinderatskollegin Alexandra Einwaller will den Sportplatz in Kufstein-Weißach durch Mitarbeiter des Bauhofs herrichten lassen.

Raublings Bürgermeister Olaf Kalsperger sagte einen neuen Belag für den Skaterplatz zu und kündigte an, in der Diskussion um einen offenen Jugendtreff die Jugendlichen mit in die Verant-wortung zu nehmen. Auf den Wunsch nach einem neuen Hallenbad in Bad Aibling reagierte Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler mit Zurückhaltung. Ein Hallenbad an einem großen Schulstandort zu bauen, sei leicht. Entscheidender seien aber die Fragen, wie der Betrieb finanziert werde und wie nachhaltig ein Betreiberverein sei. Berthaler kündigte an, diese Fragen innerhalb eines halben Jahres zu klären.

Weitere Wünsche der Jugendliche waren unter anderem Veränderungen im Nahverkehr wegen unpünktlicher Busse und Bahnen, fehlender Verbindungen am Nachmittag und zu wenig Platz in den Bussen; mehr Straßenlaternen an ländlichen Straßen, ein Jugendpartyraum für Flintsbach, eine Dönerbude in Bad Feilnbach, Hilfe bei Mobbing in der Schule und im Internet, mehr Polizei-kontrollen auf öffentlichen Plätzen und Parkanlagen, bessere Ausstattung in den Schulen sowie die vorhandenen Jugendtreffs jugendlichen Flüchtlingen als Anlaufstelle zur Verfügung zu stellen. Nachdenkenswert ist auch der Vorschlag, keine Benimmkurse für Kinder anzubieten, sondern „wie erziehe ich mein Kind“-Kurse für Erwachsene.

Oberaudorfs Bürgermeister Hubert Wildgruber war begeistert: "Ich gratuliere allen die da sind. Ihr zeigt, dass ihr anschieben könnt und wollt." Ähnlich äußerte sich die Tiroler Landtagsabgeordnete Andrea Krumschnabel: "Wir haben sehr kompetente junge Menschen, die mitgestalten wollen." Die Kufsteiner Gemeinderätin Brigitta Klein will, dass die Rathaustüren für die Jugendlichen offen stehen: Sie brauchen einen Ort, wo sie sich einbringen können. Und Landrat Wolfgang Berthaler riet allen Bürgermeistern, einmal im Jahr eine Bürgerversammlung für Jugendliche zu machen. Sehr zufrieden war auch der Präsident der Euregio Inntal, Professor Walter J. Mayr: "Ich freue mich, dass dieses Projekt so angelaufen ist." Auch er nahm die Jugendlichen in die Pflicht: Morgen geht die Arbeit richtig los.

Die Aufmerksamkeit der örtlichen Politiker kam offenbar auch den jugendlichen Teilnehmern gut an. Bei einer Abstimmung sprachen sich fast alle dafür aus, die Konferenz auch im kommenden Jahr wieder einzuberufen. Wie meinte einer: Eine coole Sache. Da kommt erneut viel Arbeit auf Karola Kellner vom Kreisjugendamt Rosenheim zu, sie hatte die diesjährige Konferenz auf die Beine gestellt.

Pressemeldung Euregio Inntal – Chiemsee – Kaisergebirge – Mangfalltal

Quelle: rosenheim24.de

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