Reaktionen zu Stöckers Tod

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Rosenheim - Dr. Michael Stöcker ist tot! Der Alt-Bürgermeister verstarb im Alter von 75 Jahren im Krankenhaus. Die ersten Reaktionen aus der Politik:

Stellungnahme von MdB Ludwig/MdL Stöttner und Biechl:

„Dr. Michael Stöcker hat maßgeblich die Entwicklung der Stadt Rosenheim der letzten Jahrzehnte geprägt. Vieles von dem, was Rosenheim heute mit seiner wirtschaftlichen Attraktivität und Lebensqualität ausmacht, geht auf seine Amtszeit als Oberbürgermeister zurück. War die Rosenheimer Stadtpolitik von der Nachkriegszeit bis in die 1970er Jahre im Wesentlichen von Infrastruktur- und Wohnbaumaßnahmen geprägt, setzte Dr. Michael Stöcker neue und innovative Schwerpunkte in der Kommunalpolitik.

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Der Ausbau der kulturellen Institutionen, darunter der Lokschuppen, die Sanierung des Altstadtkerns mit der Errichtung der Fußgängerzone und die Verbesserung des Angebots an sozialen Einrichtungen und Netzwerken – diese Maßnahmen und viele weitere Projekte, die das Rosenheimer Stadtleben bis heute wesentlich bestimmen, tragen die Handschrift von Dr. Michael Stöcker. Ein Vierteljahrhundert lang, von 1977 bis 2002 gestaltete er „seine“ Stadt als Oberbürgermeister.Seine Vision für Rosenheim war die einer lebenswerten Bürger- und Kulturstadt, in der sich alle Generationen wohlfühlen. Besonders am Herzen lag ihm dabei auch die Integration der Bürgerinnen und Bürger in den im Zuge der Gebietsreform 1978 eingemeindeten Stadtteilen.

Die „Ära Stöcker“ ist für uns heute jedoch nicht nur mit einer Verbesserung der Lebensqualität innerhalb der Stadt Rosenheim verbunden; auch die „Strahlkraft“ und überregionale Attraktivität der Stadt Rosenheim für den Landkreis und den Südosten Bayerns wurde wesentlich gestärkt.

Der Tod von Altoberbürgermeister Dr. Michael Stöcker ist auch für die Parteifamilie der ChristlichSozialen Union ein schmerzlicher Verlust. Als Kommunalpolitiker und als Kreisvorsitzender prägte er das Profil der CSU als moderne Volkspartei lange Jahre mit, wobei seine eigenen Überzeugungen stets Maßstab seines politischen Handelns waren.

Wir danken Dr. Michael Stöcker für das, was er für Rosenheim und seine Region mit Leidenschaft und großem persönlichen Einsatz geleistet hat. Seiner Familie gilt unser tiefes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme."

Hier können Sie von Altbürgermeister Stöcker Abschied nehmen

Stellungnahme der SPD-Landtagsabgeordneten Maria Noichl:

"Völlig überraschend erreicht mich die Nachricht vom Tod von Alt-Oberbürgermeister Dr. Stöcker. Meine Gedanken sind jetzt zuerst bei seiner Frau und den Kindern. Mein Dank und auch der Dank der Rosenheimer SPD gilt Herrn Dr. Stöcker für seine jahrelange Arbeit für unsere Stadt. Über die Parteigrenzen hinweg wird seine Leistung unvergessen bleiben, nicht nur weil viele Rosenheimer Einrichtungen und Bauten untrennbar mit seinem Namen verbunden bleiben werden. Mit seiner Stiftung blieb er weit über seine Amtszeit hinaus ein Förderer der Stadt und seiner Bürger.

Besondere Hochachtung zolle ich ihm auch für unbequeme Entscheidungen. So wandte er sich in finanziell schwierigen Zeiten gegen eine zweite Eisfläche, und hielt daran trotz massivster persönlicher Anfeindungen, zum Wohle der Stadt, unbeirrt fest.

Auch persönlich schätzte ich Herrn Dr. Stöcker, der mir seit meiner Kindheit durch den Kontakt mit meinem Vater bei der Eingemeindung der südlichen Stadtteile ein Begriff war. Er war einer der wenigen Vertreter seiner Partei, den ich immer gerne um Rat fragte und der jederzeit bereit zum Gespräch war.

Als stellvertretende Vorsitzende der Musikschule Rosenheim danke ich ihm von Herzen für seine langjährige Unterstützung und sein immer offenes Ohr für die Jugend. Auch hier wird unvergessen belieben."

Ehrenbürger im Freundeskreis Lokschuppen:

Hier sieht man Dr. Michael Stöcker (zweiter von links) noch im März bei der Ernennung zum Ehrenmitglied im Freundeskreis Lokschuppen.

Erst vor einem Monat wurde Altbürgermeister Stöcker zum ersten Ehrenmitglied im Freundeskreis Lokschuppen ernannt. Einstimmig beschloss die Mitgliederversammlung des Vereins, den ehemaligen Rosenheimer Oberbürgermeister Dr. Michael Stöcker mit dieser Ehrung auszuzeichnen. „Michael Stöcker hat sich in höchstem Maße verdient gemacht“, sagte damals der Vorsitzende des Freundeskreises, Heinz Werner Bleyl.

Der Leiter des Rosenheimer Lokschuppens ist indes bestürzt über die Todesmeldung von Dr. Stöcker: "Für uns wie für die ganze Stadt ist sein Tod ein großer Verlust für uns. Insbesondere deshalb, weil er der Begründer und Initiator des Kultur- und Kongresszentrums und des Ausstellungszentrums Lokschuppen war."

Stellungnahme der Stadt Rosenheim:

Mit tiefer Trauer gibt die Stadt Rosenheim den Tod ihres Ehrenbürgers und langjährigen Oberbürgermeisters Dr. Michael Stöcker bekannt. „Dr. Michael Stöcker hat Rosenheim geprägt und der Stadt ein modernes Gesicht gegeben wie kein anderer Oberbürgermeister vor ihm. Sein plötzlicher und unerwarteter Tod macht betroffen und hinterlässt eine schmerzende Lücke. Wir verneigen uns in Dankbarkeit vor der großartigen und bleibenden Lebensleistung eines großen Menschen“, erklärte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zum Tod ihres Amtsvorgängers.

Seine Leistungen im Amt des Oberbürgermeisters:

„Dr. Michael Stöcker hat ein Drittel seines Lebens unserer Stadt als Oberbürgermeister gedient. In den 25 Jahren seiner Amtszeit sind Weichenstellungen erfolgt, die das Erscheinungsbild Rosenheims noch weit in die Zukunft hinein prägen werden. Die Fußgängerzone und der Max Josefs-Platz in ihrem heutigen Aussehen sind sein Werk und werden in der Geschichte der Stadt immer mit seinem Namen verbunden bleiben. Er hat den Rosenheimer Lokschuppen vor dem Abriss bewahrt und mit seiner Idee eines Ausstellungszentrums eine Vision entwickelt, mit der er Rosenheim einen Platz unter den führenden Ausstellungshäusern Deutschlands gesichert hat.

Mit dem Kultur- und Kongresszentrum ist es ihm gelungen, Rosenheim im südbayerischen Raum zu einem attraktiven Kongress- und Tagungsstandort mit gleichzeitig hohem kulturellen Anspruch zu machen. Dr. Michael Stöcker hat mit diesen großen Infrastruktur-Projekten Rosenheim neue Chancen eröffnet, die Stadt als eines der drei wirtschaftlichen Zentren in Oberbayern etabliert und mit der ihm eigenen Dynamik den Weg Rosenheims ins 21. Jahrhundert geebnet. Dabei war ihm das Denken in hergebrachten Verwaltungsstrukturen zu eng. Deshalb baute er die Stadtverwaltung zu einem leistungsfähigen Dienstleistungskonzern um“, so die Oberbürgermeisterin.

Hohes soziales Engagement:

Bauer: „Dr. Michael Stöcker zeichnete sich durch ein beispielgebendes soziales Engagement aus. Er hat unendlich viel für den sozialen Zusammenhalt der Stadtgesellschaft getan. Die Chance zu sozialem Aufstieg war für ihn immer eng verknüpft mit der Schaffung von Startchancengerechtigkeit von klein an. Deshalb hat er sich in besonderer Weise dem Ausbau der schulischen Infrastruktur in der Stadt sowie der Errichtung einer bedarfsgerechten Anzahl an Kindergärten gewidmet. In der von ihm gegründeten Kultur- und Sozialstiftung hat er den Gedanken der sozialen Förderung bis zuletzt engagiert gelebt. Als Vorsitzender des Kuratoriums der Emmy Schuster-Holzammer-Stiftung engagierte er sich beispielhaft für das Wohl körperlich und geistig behinderter Mitmenschen.“

"Ich verlieren einen persönlichen Freund"

„Ich verliere mit Dr. Michael Stöcker einen jahrzehntelangen persönlichen Freund und politischen Weggefährten. Mit seiner Art, Kommunalpolitik nicht als Beruf zu sehen sondern als Berufung zu leben, hat er nicht nur mich nachhaltig geprägt. Rosenheim war seine Passion. Mit aller Kraft kämpfte er für das Wohlergehen seiner Stadt und für seine Überzeugungen. Hinter seiner manchmal spürbaren fordernden Ungeduld stand ein unbändiger Gestaltungswille.

Politischem Streit ging er nie aus dem Weg, nahm ihn aber auch nie persönlich. Kontroversen Diskurs verstand er stets als Ringen um die besten, zukunftsfähigsten Lösungen. Dr. Michael Stöcker hat in seinem Leben die besten Tugenden eines engagierten Kommunalpolitikers verkörpert: Leidenschaft, Verantwortungsgefühl und Augenmaß. Sein vorbildlicher Einsatz für unsere Stadt wirkt weit über seinen Tod hinaus. Er wird allen, die ihn gekannt haben, unvergessen bleiben“, so die Oberbürgermeisterin.

redro24/mw/kmr/bla/Pressemitteilung Stadt Rosenheim/Pressemitteilung Bürgerbüro Maria Noichl

Quelle: rosenheim24.de

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