Intelligenter A8-Ausbau noch erreichbar

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Rohrdorf - Die Bürgerinitiative "Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen" hat sich in ihrer Jahreshauptversammlung von der Aktionsgemeinschaft A94 im Isental Anregungen geholt.

Die Sprecherin der landkreisübergreifenden Bürgerinitiative „Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen“, Marlis Neuhierl-Huber, hatte zur Jahreshauptversammlung in Rohrdorf Heiner Müller-Ermann eingeladen, der von den Erfahrungen der Aktionsgemeinschaft gegen die A94 im Isental berichtete: „Wir haben die Isental-Autobahn 30 Jahre verzögert.“ Mit jedem Jahr wären bei der A8 weniger Mittel und Akzeptanz für den Vollausbau auf 36 Meter Breite vorhanden, neue Erkenntnisse würden sich durchsetzen. Er wies auch darauf hin, dass für die A94 der Gutachter der Autobahndirektion, Harald Kurzak, die Verlagerung eines Drittels des Verkehrsaufkommens der A8 zur Isental-Autobahn hin prognostiziert hatte, diese Entlastung aber dann für die A8 nicht mehr angesetzt habe. Außerdem müsse man sehen, dass seit 2005 der Verkehr kaum mehr angestiegen ist, und aufgrund stagnierender Bevölkerungszahlen und steigender Treibstoffpreise das auch künftig nicht zu erwarten sei und deshalb der geplante achtstreifige Ausbau immer unsinniger werde.

Die Bürgerinitiative müsse daher schon im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens den Politikern klar machen, dass jeder Euro nur einmal ausgegeben werden könne: „Gibt es nicht wichtigere Investitionen? Öffentlichen Verkehr, Bildung, Altenpflege, Energiewende?“ Die Politiker müssten immer wieder gefragt werden: „Wollt ihr das wirklich verantworten?“ Marlis Neuhierl-Huber fügte an, dass nach der Verkehrsfreigabe einer neuen Autobahn die Leute oft entsetzt seien, wie laut der Verkehrslärm trotz Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und zusätzlicher „Zuckerl“ immer noch ist. Daher wird die Bürgerinitiative auch im April eine Exkursion an die bereits ausgebaute A8-West nach Friedberg unternehmen.

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Angesichts der immer leerer werdenden öffentlichen Kassen wären intelligente, kostengünstige und dennoch ausreichende Lösungen außerdem viel schneller realisierbar als ein sechs plus zwei Ausbau. Der dürfte aufgrund der Haushaltslage so schnell nicht kommen und werde zudem mit der Zeit immer unwahrscheinlicher. Bei Anwohnern würden Hoffnungen geweckt, die womöglich niemals erfüllt werden. Deshalb fordert die Bürgerinitiative laut Marlis Neuhierl-Huber aus Landschafts- und Kostengründen einen Ausbau auf lediglich vier Fahrspuren plus zwei Standstreifen mit 28 Metern Breite, also nur einen Standstreifen für die Sicherheit. Ein über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehender Lärmschutz nach Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation könnte dabei mit einem ausreichenden Tempolimit und erforderlichenfalls noch zusätzlichen, viel kostengünstigeren Bauwerken erreicht werden. Durch das Tempolimit würde gleichzeitig eine ausreichende Kapazität der Autobahn sichergestellt, soweit nach den Prognosen überhaupt noch erforderlich. Dieses Tempolimit könnte auch jetzt schon im Vorgriff ohne großen Aufwand vom Innenministerium angeordnet werden und Anwohner sofort entlasten, wenn nur der politische Wille dazu da wäre.

Nachdem die Gemeinden Anger und Piding mit derartigen Forderungen bereits Erfolg hatten, verlangten nun auf Anregung der Bürgerinitiative immer mehr Anliegergemeinden diesen doch wirklich effektiven Lärmschutz. Bei den abschließenden Neuwahlen gab es keine Änderungen im Vorstand der Bürgerinitiative. Weiterhin werden die drei Landkreise von den verantwortlichen Vorständen Marlis Neuhierl-Huber (Vorsitzende, Traunstein), Bernhard Zimmer (Berchtesgadener Land) und Sepp Fortner (Rosenheim) vertreten. Dazu kommen eine Reihe Beisitzer für die örtlichen Bürgerinitiativen, Kassiererin Heidi Dufter und Schriftführerin Hilma Hallweger.

Pressemitteilung Bürgerinitiative A8 - Bürger setzen Grenzen

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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