Krebes favorisiert Tiefbrunnen

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Als "ziemlich belastend" bezeichnet Bürgermeister Horst Krebes die jüngsten Entwicklungen in Sachen Töginger Trinkwasser. Experten schließen auch schadhafte Leitungen im Wasserwerk als Ursache nicht aus.

Töging - Nach der erneuten Verkeimung des Trinkwassers wird die Stadt ein Gerät zur Keimtötung durch UV-Bestrahlung anschaffen. Das hat Bürgermeister Horst Krebes am Mittwoch in der Hauptausschuss-Sitzung angekündigt.

Derzeit wird gechlort. Ein Tiefbrunnen kann laut Krebes eine langfristige Verbesserung bringen. Die am Montag bekannt gewordenen Ergebnisse von vier Messungen vergangener Woche hatten eine Belastung mit Koli-Bakterien ergeben. Die Menge soll laut Krebes bei einem Keim pro 100 Milliliter Trinkwasser gelegen haben. Das Ergebnis der Messung vom Montag habe keine Belastung mehr ergeben. Derzeit chlort die Stadt ihr Trinkwasser wieder. Das Ergebnis einer Messung vom Dienstag lag gestern bis Redaktionsschluss noch nicht vor. Die Chlorierung wird Krebes zufolge solange aufrecht erhalten, bis ein für das Gesundheitsamt ausreichender Wert im gesamten Wassernetz erreicht ist.

Krebes schlug drei Möglichkeiten zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung vor. Alternativen seien der Anschluss an das Verbundnetz Mühldorf-Mettenheim-Waldkraiburg, die Bohrung eines Tiefbrunnens oder der Bau eines Hochbehälters. Darüber könne die Stadt nach Vorlage des Ergebnisses einer laufenden Untersuchung zum Grundwasserverhalten entscheiden. Das Ergebnis der Untersuchung im Auftrag von Kommunen zwischen Waldkraiburg und Mühldorf soll im Sommer vorliegen. Krebes "tendiert" wegen der möglicherweise geringen Reinigungsfähigkeit des Töginger Bodens zum Tiefbrunnen. Allerdings sei das Wasser dieser tiefen Schichten eigentlich für kommende Generationen gedacht.

Die Ursache der aktuellen Verkeimung ist weiter unklar. Der Brunnen VI, Ursache einer Verkeimung mit anschließender Chlorierung Ende März und April, bleibt weiter vom Netz. Krebes sagte, die Brunnen I, II und III seien bereits 50 Jahre alt.

Sorgen bereiten Krebes der Sportplatz am Harter Weg und eine Pferdekoppel. Fraglich sei, ob die Stadt das Führen von Pferden und Hunden im Einzugsbereich der Brunnen verbieten dürfe. Zäune um den Brunnen VI für Niederwild würden derzeit freigelegt und bis zum Boden dicht gemacht. Krebes zufolge schloss ein Fachmann schadhafte Leitungen im Wasserwerk nicht aus. Der Bürgermeister bezeichnete die aktuelle Lage als "ziemlich belastend".

Auf Bitte von CSU-Fraktionssprecher Dr. Tobias Windhorst wird Krebes einen mit den Töginger Brunnen beschäftigten Geologen in die nächste Stadtratssitzung einladen. Die Empfehlung, das Trinkwasser mindestens drei Minuten abzukochen, ist nicht aufgehoben.

rob

Quelle: rosenheim24.de

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