Fortschritt der Renaturierungsarbeiten am Inn

"Ein Stück des alten Inn zurückgebracht"

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Dr. Manfred Holzner bei der Begehung der neu gestalteten Strukturen am Inn bei Rosenheim
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Landkreis - Im Bereich der Innkraftwerke in Rohrdorf und Wasserburg stellte der Betreiber neue Renaturierungsmaßnahmen im Uferbereich vor. Lebensräume für bedrohte Arten sind dabei entstanden.

Bereits Ende Februar wurden die Renautrierungsmaßnahmen im Bereich der beiden Innkraftwerke in Rosenheim und Wasserburg beendet. Die Arbeiten sollen dazu beitragen, das Ökosystem Inn" zu erhalten, zu verbessern und den ortsansässigen Fisch- und Vogelarten neue Brut- und Laichreviere zur Verfügung zu stellen.

"Chancen für Muscheln und Fische"

Georg Loy, der Projektleiter der VERBUND Innkraftwerke GmbH, berichtete am Mittwoch bei der Begehung der neu gestalteten Alt- und Uferwasserbereiche über die Veränderungen und welche Chancen nach der Umgestaltung für Fischarten , Watvögel und  Pflanzen entstanden sind. Die geschaffenen Entlandungen, die Anbindungen bestehender Altwässer und die neuen Strukturen sollen als Brütinseln für seltene Vögel dienen, die ruhigen, flacheren Gewässerarme bieten dabei heimischen Fischen einen Rückzugsort zum Laichen. "Das Altwasser hat dabei im Sommer einen Temperaturunterschied von teilweise mehr als zehn Grad", weiß Dr. Manfred Holzner, Vorstand des Fischereivereins Mühldorf. Optimal für die unterschiedlichsten Fische, denen es teilweise gar nicht warm genug sein kann.

"Überalterte Lebensräume revitalisiert" 

Die Renaturierungsmaßnahmen wurden dabei stets in enger Zusammenarbeit zwischen dem Betreiber der Kraftwerke, den örtlichen Fischereivereinen, dem Wasserwirtschaftsamt und der Unteren Naturschutzbehörde in Rosenheim, beziehungsweise der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern im Fall Wasserburg geplant und ausgeführt. Im Bereich Rosenheim entstanden dabei Kosten in Höhe von circa 100.000 Euro für die Umsetzung. Ein Flächenausgleich war dabei nicht nötig, die vorhandenen Flächen an den Dämmen wurden kurzerhand umgestaltet. Besonderen Wert legten dabei die Planer auf die Eigendynamik des Flusses. So wurden bestimmte Landzugen nur aus dem Grund angelegt, um dem Inn Material zum Abtransport und zur Anlagerung an anderer Stelle zu bieten.

Bilder der Renaturierungsmaßnahmen an der Kraftwerksstufe in Rosenheim

Bilder von der Neugestaltung des Innufers

"Im Laufe der nächsten zwei Jahre wird von den Baumaßnahmen hier nichts mehr zu erkennen sein", weiß Rainer Schäfer vom Kreisfischereiverein in Rosenheim. Im Rahmen der Umsetzungsarbeiten wurden in den beiden Bereichen standortfremde Hybridpappeln entnommen. Auf den nun freien Flächen sollen auetypischen Bäume stattdessen gefördert werden. Bis sich diese Arten dort jedoch verbreitet haben, bieten die gehölzfreien Flächen besonders sogenanntenErstbesiedlern neue Angriffspunkte. Diese Pflanzen waren in der Vergangenheit aufgrund der eingeschränkten Flussdynamik am oberbayerischen Inn sehr selten geworden, sind jedoch besonders für die jungen Stadien der Auenentwicklung typisch und bieten vielfältige Rückzugsmöglichkeiten für Reptilien und bedrohte Vogelarten.

Quelle: rosenheim24.de

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