Fast ganz Österreich zum Risikogebiet erklärt - das müssen Reisende jetzt beachten

Ich möchte nach Österreich reisen - was ich jetzt darf und was nicht

Grenze zu Österreich: Risikogebiet das gilt jetzt
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Gesundheitskontrollen an der Grenze durch die Deutsche Bundespolizei gibt es derzeit nicht, trotzdem gelten die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Österreich

Landkreis - Das auswärtige Amt hat unser Nachbarland Österreich fast vollständig als Risikogebiet eingestuft. Was bedeutet das jetzt für uns Bayern? Können wir noch über die Grenze und welche Quarantäneregelungen gelten wenn ich wieder zurück komme?

Österreichs Außengrenzen sind auch trotz der Erklärung zum Risikogebiet geöffnet. Gäste aus Deutschland können ohne Einschränkungen einreisen. Mann muss nur beachten, dass nicht nur die österreichischen Regelungen relevant sind, sondern auch die deutschen Maßnahmen. So gilt derzeit aus Deutschland eine Reisewarnung für alle österreichischen Bundesländer mit Ausnahme von Kärnten. Weitere Ausnahmen sind in Vorarlberg das Kleinwalsertal und in Tirol die Gemeinde Jungholz. Was das jetzt für Berufspendler und Menschen im Grenzgebiet bedeutet:


Ein- und Ausreise nach und aus Österreich - das gilt jetzt

Die Einreise aus Deutschland nach Österreich ist uneingeschränkt möglich. Doch fast ganz Österreich fällt unter die bayerische Einreise-Quarantäne-Verordnung (EQV), die Mitte Juni erlassen wurde. Diese besagt, dass man bei der Rückkehr aus Deutschland 14 Tage in Quarantäne muss - mit einigen Ausnahmen. Die wichtigste Regel: Wer bei der Einreise über einen Corona-Test verfügt, der nicht älter ist als 48 Stunden (es zählt der Zeitpunkt des Abstrichs), muss nicht in Quarantäne. 


Personen, die sich weniger als 48 Stunden in Österreich aufgehalten haben und deren Aufenthalt nicht der privaten Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer öffentlichen Festivität oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung gedient hat, müssen nicht in Quarantäne.

Familienbesuche und berufliche Angelegenheiten

Wer aus beruflichen Gründen länger als 48 Stunden im Ausland war und aus einem triftigen Grund nach Bayern zurückkommt – etwa wer dringende medizinische Behandlungen benötigt oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen leisten muss, muss auch nicht in Quarantäne. Und auch Personen, die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich veranlasst nach Deutschland einreisen müssen und kein negatives Test-Ergebnis abwarten können, müssen nicht in Quarantäne.

Grenzübertritte in familiären Angelegenheiten sind von der Coronatest- bzw. Quarantänepflicht ausgenommen. Als familiäre Angelegenheiten, die eine Ausnahme von den Quarantänebestimmungen begründen, gelten die Pflege von Familienangehörigen, der Besuch des Lebenspartners, das Besuchsrecht der Kinder, medizinische Behandlungen und sonstige triftige Gründe.

Zum Einkaufen nach Österreich?

Was gilt für Menschen, die im Grenzgebiet leben und die Grenze zum Einkaufen oder Spazierengehen passieren? In diesen Fällen gilt grundsätzlich auch die 48-Stunden-Ausnahmeregel – wer also von Deutschland aus nur kurz in Österreich war, muss nicht in Quarantäne. Auch die anderen Ausnahmeregeln können auf einen Einkaufsbummel angewendet werden.

Keine Ausnahme gibt es aber andersherum, also für in Österreich wohnende Personen, die etwa zum Einkaufen nach Bayern einreisen wollen. Sie unterliegen der deutschen Quarantänepflicht – es sei denn, sie können einen negativen Corona-Test vorlegen, für den der Abstrich vor maximal 48 Stunden gemacht worden ist. Es existiert allerdings bereits ein gemeinsamer Entwurf von bayerischer und österreichischer Staatsregierung, nach dem eine 24-Stunden-“Einkaufsregel“ einen engen Grenzverkehr möglich machen soll. Nach aktuellen Stand (28. Oktober, 7.45 Uhr) ist dies Regelung allerdings noch nicht in Kraft. Er soll bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch verabschiedet werden.

Güterverkehr und andere ausgenommene Berufe

Der Güterverkehr ist nicht betroffen. Menschen, die „beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen, Waren und Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren“, sind laut Verordnung von der Quarantäne ausgenommen. Auch Menschen, deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Pflege diplomatischer und konsularischer Beziehungen, der Funktionsfähigkeit des Rechtswesens, der Funktionsfähigkeit von Volksvertretung, Regierung und Verwaltung des Bundes, der Länder oder der Kommunen, der Funktionsfähigkeit der Organe der Europäischen Union und internationaler Organisationen dienen, sind von der Quarantäneregelung ausgenommen.

Gesundheitskontrollen an der deutschen Grenze gibt es weiterhin keine. An den Grenzübergängen Walserberg und Kufstein werden auch im Rahmen der Grenzkontrollen die Gesundheits- und Quarantänemaßnahmen nicht kontrolliert.

Grenzpendler

Wer sich binnen 14 Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten hat und nach Deutschland zum Arbeiten pendelt, soll künftig einmal pro Woche einen negativen Corona-Test vorweisen müssen. Diese Regelung wird auch für Grenzpendler aus Risikogebieten gelten, die nach der EQV aufgrund einer der Ausnahmebestimmungen keiner Pflicht zur Absonderung unterliegen.

jb

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