Fachtagung "Asyl und Schule" in Bad Aibling

Ersing: "Viel Geld in die Hand nehmen"

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v.l.: Jürgen Ersing, Jörg Schnadel, Karin Reichlmeier und Anneliese Willfahrt bei der Tagung "Asyl und Schule" an der Staatlichen Berufsschule in Bad Aibling
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Bad Aibling - Die Alphabetisierung und Sprachförderung schulpflichtiger Flüchtlinge stand im Zentrum der Fachtagung "Asyl und Schule". Wie die Regierung von Oberbayern Lehrer unterstützt:

Die nach wie vor hohen Flüchtlingszahlen in Deutschland stellen auch weiterhin die Behörden vor große Herausforderungen: "Im vergangenen Jahr sind rund 21.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche nach Bayern gekommen. 40 Prozent waren dabei vollzeit-schulpflichtig, 60 Prozent entfielen auf die Berufsschulen", berichtet Anneliese Willfahrt, Leitende Regierungsschuldirektorin bei der Regierung von Oberbayern. Im Rahmen der Fachtagung "Asyl und Schule" an der Staatlichen Berufsschule in Bad Aibling berichteten die Vertreter der Behörde über die Fördermaßnahmen, die helfen sollen, die stetig steigenden Zahlen abzufangen.

Integration an den Schulen

"Der Schlüssel für den Integrationserfolg ist die Sprache", darüber ist sich Anneliese Willfahrt sicher. Im Rahmen von unterschiedlichen Vorträgen und Infoshops bei der Fachtagung "Asyl und Schule" in Bad Aibling soll dieser Grundsatz den Lehrern verdeutlicht werden und mit Hilfe praktischer Beispiele auch ein Leitfaden an die Hand gegeben werden, das Erlernte in der Schulklasse umzusetzen. Insgesamt 270 Teilnehmer aus den Bereichen Mittel- und Berufsschule, Schul- und Jugendamt, den oberbayerischen Landratsämtern und weiteren beteiligten Institutionen nehmen aktuell an der Weiterbildung teil. "Das zeigt wie motiviert unsere Lehrkräfte sind, dafür mein besonderer Dank", so Willfahrt im Rahmen des Pressegesprächs am Freitag.

Die Fortbildung soll künftig vierstufig ablaufen. Eine zentrale Fortbildungseinrichtung in Dillingen, Stellen im regionalen Rahmen; auf der Ebene des Regierungsbezirks, lokal in den Landkreisen und auch Schulhaus-intern sollen Lehrern bei der Bewältigung der Flüchtlingswelle unter die Arme greifen.

Neben dem umfangreichen Fortbildungsangebot für Lehrkräfte stellt die Regierung von Oberbayern auch spezielle Ansprechpartner zur Klärung von Fragen rund um die Thematik zur Verfügung. Auf jeweils zwei Landkreise kommt so ein gesonderter Betreuer, dazu nochmal zwei Berater bei der Regierung selbst. "Das Thema Migration ist im Bereich der Mittel- und Berufsschulen schon lange bekannt", so Anneliese Willfahrt weiter. Seit den 1980ern belegten so beispielsweise viele Pädagogen im Studium bereits das Erweiterungsfach "Deutsch als Zweitsprache".

Regelklassen und Förderkurse

Alleine 3662 Deutschförderkurse biete die Regierung von Oberbayern im Moment mit einer Gruppengröße von ab 10 Personen an. Die Beschulungsmaßnahmen liefen dabei zweigeteilt ab: Auf der einen Seite finde der Unterricht für schulpflichtige Flüchtlinge in sogenannten Regelklassen statt. Zusammen mit deutschen Schülern lernten die Flüchtlingskinder dort, ergänzt von Fördermaßnahmen, ganz regulär. Auf der anderen Seite könnten Schüler mit geringeren Deutsch-Kenntnissen von den Übergangsklassen profitieren. Im Bereich der Grund- und Mittelschulen stellt die Regierung von Oberbayern alleine Mittel für 750 zusätzliche Vollzeitstellen zur Verfügung.

"Aktuell nehmen wir sehr viel Geld in die Hand", bestätigt auch Jürgen Ersing, Regierungsschuldirektor bei der Regierung von Oberbayern und stellvertretender Schulleiter der Berufsschule in Bad Aibling. Einen besonderen Dank richtete Ersing dabei an den Rosenheimer Landrat Wolfgang Berthaler, der sich bei der finanziellen Unterstützung von Seiten des Landkreises herausragend engagiere. Insbesondere bei der Beschulung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge stehe der Landkreis Rosenheim dennoch vor großen Herausforderungen: "Die Beschulung der umF ist für uns relativ neu. An den Berufsschulen gibt es diese Form seit 4 bis 5 Jahren", so Ersing. Die Tatsache, dass es an allen vier Staatlichen Berufsschulen in Rosenheim jedoch "eine bis drei, oder sogar mehr" spezielle Klassen für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge gäbe, zeige, dass der Landkreis hier sehr gut aufgestellt sei, so Ersing weiter. Mit der zusätzlichen Unterstützung ehrenamtlicher Helfer und unterschiedlicher Kooperationspartner sei man schließlich in der Lage, im vorgegeben Rahmen "pragmatische und unkonventionelle Hilfe zu leisten."

Quelle: rosenheim24.de

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