Recycling-Firma: Giftiger Schrottstaub in der Luft? 

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In Wonfurt werden Kabel und Elektroschrott geschreddert und wiederverwertet.

Wonfurt/Haßfurt - Wegen auffälliger Schwermetall-Werte in der Luft hat das Landratsamt Haßfurt eine Recycling-Firma in Wonfurt (Landkreis Haßberge) am Dienstag komplett stillgelegt.

Solange nicht ausgeschlossen werden könne, dass von dem Betrieb gesundheitsschädigende Emissionen ausgehen, müsse er komplett geschlossen werden, sagte Landrat Rudolf Handwerker (CSU) am Dienstag in Haßfurt. Neueste Messergebnisse hatten ergeben, dass die Grenzwerte unter anderem bei Blei, Nickel und Kupfer zum Teil deutlich überschritten worden waren.

Bürger im Ort klagten über Gesundheitsbeschwerden

Im Winter war der Recycling-Firma Loacker bereits die Arbeit verboten worden, weil wegen des Frostes die staubdämpfenden Besprühungsanlagen nicht genutzt werden konnten und deshalb erneut Staub aufgewirbelt wurde. Bürger des Ortes klagen über Gesundheitsbeschwerden wegen des möglicherweise giftigen Staubs. Im Januar dieses Jahres waren rund um den Betrieb Messstationen aufgestellt worden, um die Staubbelastung und die möglichen Schadstoffe zu erfassen.

Firma zeigt sich überrascht

Das Unternehmen zeigte sich zu Wochenbeginn von den bisherigen Messungen „überrascht“. Es liefen bereits intensive Gespräche mit Sachverständigen und Experten, die die Ursache für die Ergebnisse klären sollen, sagte Gerhard Nettinger, der bei dem österreichischen Unternehmen Loacker für Deutschland verantwortlich ist. Er wies zudem darauf hin, dass die Luft für eine aussagekräftige Bewertung wesentlich länger kontrolliert werden müsse. Das Unternehmen beschäftigt in Wonfurt eigenen Angaben zufolge 36 Mitarbeiter, weltweit sind es 700 Angestellte. In Wonfurt werden Kabel und Elektroschrott geschreddert und wiederverwertet.

dpa

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