Bad Aibling: Anabolika-Handel zieht weite Kreise

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Unter anderem wurden 3,4 kg Grundstoffe zur Herstellung anaboler Steroide in dem Labor gefunden.

Bad Aibling/Chiemgau - Bereits im Juli wurde im Keller eines Unternehmers aus dem Raum Bad Aibling ein Anabolikalabor gefunden. Eine große Razzia schließt nun den Fall ab.

Das Untergrundlabor befand sich im Keller des durchsuchten Anwesens und war mit einer „Blindtür“ - dieser fingierten Garderobe - getarnt. Erst durch Ziehen an einem der angebrachten Kleiderhaken öffnete sich die mit einem Magnetmechanismus gesicherte Tür zum Labor.

Im September 2010 fielen bei der Zollkontrolle einer Express- Luftfrachtsendung aus China am FlughafenMünchen 100 Glasampullen mit unbekanntem pulverförmigem Inhalt auf. Dabei handelte es sich ersten vorläufigen Analyseergebnissen zufolge um Melantonan II (auch „Barbie-Droge“ genannt), das überwiegend zu Bräunungszwecken aber auch als Aphrodisiakum verwendet wird. Einführer war eine Firma im Raum Bad Aibling ohne arzneimittelrechtliche Erlaubnisse.

Am Mittwoch sind nun zeitgleich im gesamten Bundesgebiet 14 Wohnungen und Geschäftsräume von Männern durchsucht worden, die im Verdacht stehen, illegale Dopingmittel konsumiert oder verkauft zu haben, teilte das Zollfahndungsamt München am Donnerstag mit. Unter den insgesamt 14 Objekten befand sich auch ein Fitnesscenter. Auf Anfrage von rosenheim24.de sagte Christian Schüttenkopf, Sprecher des Zollamtes München, dass "sich drei der durchsuchten Räume im Chiemgau befanden. Die restlichen Wohnungen und Geschäftsräume waren in München, Niedersachsen und Hessen." Bei den acht Tatverdächtigen handele es sich ausschließlich um Hobbyathleten. "Rund 500 Konsumeinheiten - vermutlich des Wachstumshormons Somatropin - wurden bei den Durchsuchungen am Mittwoch sichergestellt," so Schüttenkopf. Gegen die Männer im Alter von 35 bis 67 Jahren wurde Anzeige erstattet wegen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz (AMG).

In dem Labor befanden sich Grundstoffe sowie fertige Produkte neben den entsprechenden Gerätschaften (z.B. Magnetrührer, Heizplatte, Kapselfüllgerät etc.).

Die Razzia schließt die Ermittlungen gegen einen 39-jährigen Unternehmer aus dem Raum Bad Aibling ab, in dessen Keller im Juli diesen Jahres ein illegales Anabolikalabor gefunden wurde. Seitdem sitzt der Unternehmer in Untersuchungshaft. Getarnt hinter einer fingierten Garderobe, bei der sich durch Ziehen eines der Kleiderhaken die Tür zum Labor öffnete, fanden die Ermittler damals Grundstoffe sowie fertige Produkte und Gerätschaften zur Herstellung von Anabolika. Insgesamt 3,4 kg Grundstoffe in Pulverform zur Herstellung anaboler Steroide, rund 1000 Konsumeinheiten, vermutlich des Wachstumshormons Somatropin, sowie 400 Dianabol-Tabletten, 200 Gramm Clomiphen und Dianabol in Pulverform befanden sich in dem Geheimlabor.

Bei den Tatverdächtigen vom Mittwoch handelt es sich um mutmaßliche Kunden des 39-Jährigen.

dpa/Zollfahndungsamt München

Quelle: rosenheim24.de

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